Chance für Existenzgründer
12. 11. 2009 von theomixtheomix tv 6
11. 11. 2009 von theomix
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11. 11. 2009 von theomix
Von der Großmutter
11. 11. 2009 von theomixJetzt muss doch elisabeth einen Beitrag über Samhain bringen, und das am Reformationstag. Och nein, da auch noch Halloween-Gedöns?
elisabeth schreibt kein Gedöns. Ich atme tief durch. Nach Abzug meiner Bedenken lese ich ihren Beitrag durch – und schaue auf den Schleier.
Wer Schleier zu durchschauen versteht, wird sehen. Ich muss ja nicht Kontakt aufnehmen.
Kontakt zu den Toten? Niemals! Meine Großmutter, die ihre Bibel kannte, hätte die Hände überm Kopf zusammengeschlagen. Sie hätte mir wohl von der Hexe von Endor erzählt und was dem Saul geschah. Obwohl, hat sie nicht in früher Jugend damit geliebäugelt?
Winkt sie mir zu? Winkt sie mich weiter?
Mir ist nicht klar,
ob sie das Mädchen auf der Kaimauer ist,
die da winkt,
oder die alte Frau mit dem kleinen Enkel an der Hand.
Dem Mädchen auf der Mauer ist die Mutter früh verstorben. Noch darf sie in Antwerpen bleiben: Der ostfriesische Vater ist Schiffsoffizier, hat die See im Blut und kümmert sich nicht um sie. Seine Mutter zieht sie groß , kann aber schon lange nicht mehr die Zügel straff halten. Das Mädchen kann oft auf der Kaimauer sitzen, in die Sonne blinzeln und träumen – und die Angst vor Omas Tod verdrängen.
Sie ahnt nichts vom strengen Waisenhaus. Kein Hauch großbürgerlichen Lebens wird mehr wehen, nach der Schule geht es zackzack als Hausmädchen über Land. Im Westfälischen wird sie die Herzen ihrer Dienstherrschaft gewinnen. Deren Vetter ist oft zu Besuch. Auch sein Herz soll sie erobern. Und darum wird er immer häufiger kommen…
Der alten Frau ist nicht viel geblieben:
Den ersten Sohn, Kleinkind noch, verlor sie durch Fieber.
Der Krieg nahm den zweiten, wie auch den Mann.
Der Sohn starb in Russland, mit 22 Jahren.
Der Mann, Eisenbahner, starb, als Bomben auf den kleinen Bahnhof fielen, sechs Wochen vor Ende des Krieges…
Ihr bleibt die Tochter, als einziges Kind – und ihre Familie.
Ihr bleibt der Glaube, der sie getragen hat bis zuletzt.
Wer winkt da?
Es ist nicht klar,
ob es das Mädchen auf der Kaimauer in Antwerpen ist,
die ihr Leben träumt,
oder die alte Frau,
die ihrem Enkel durch die Haare streicht.
„Geh weiter, sieh nicht auf mich“, ist ihre Botschaft.
Ich gehe weiter,
ich, der so gerne die Seele baumeln lässt, als ob ich auf einer Kaimauer säße,
und den der Segen getragen hat bis heute.
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10. 11. 2009 von theomix
Mariekes Welt und Andrés Weisheit – 32
10. 11. 2009 von theomix9. November und das Erinnern
9. 11. 2009 von theomixIm Grunde finde ich es wichtig. Nur, heute habe ich nicht den richtigen Elan.
Ich habe vor vier Jahren eine Frauenhilfe zu diesem Datum gemacht. Es ist so etwas wie der deutsche Schicksalstag geworden. Und es sind ernste Themen.
Aber hier und heute, auf meinem Blog, darf ich in aller Bescheidenheit an das reformierte Erbe erinnern: Besondere Festtage sind etwas von Menschen Gemachtes.
Das Grausen in der Kiste vor einem Jahr war nicht an den 9. November gebunden.
Und mein persönlicher Mauerdurchbruch war 1997, als ich zum ersten Mal gen Osten fuhr, mit der Bahn nach Görlitz. Es war nur zu erahnen, wo früher die Grenzanlagen standen. Und gefalllen ist die Mauer für mich beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, als ich kreuz und quer durch die Stadt bin und Erinnerungen hochkamen aus den 70ern: Am Brandenburger Tor und am Reichstag war irgendwie alles anders gewesen.
Versteht mich nicht falsch. Ich finde es nach 71 Jahren immer noch erschreckend, wie stumm die meisten geblieben sind, als die Juden entrechtet wurden. Gerade in den Kirchen. Bei allen positiven Beispielen, die es auch gab.
Und ich fand es letztes Jahr geschmacklos, dass Karnevalsvereine ihre Eröffnungs-Sitzungen auf den Abend dieses Tages verlegten. Es war ein Samstagabend. Den muss man ja zum Feiern nutzen… Nein, egal ist mir das nicht.
Nachsehen möge man mir, dass ich mich am 9. November 1989 und am 3. Oktober 1990 nicht so richtig gefreut habe. Ich war eher besorgt. Ein Gutteil verantwortlich dafür war auch das Ende gewohnter politischer Strukturen. Das hat sich irgendwann gelegt, ich habe es relativieren können. Aber das ist ein weites Feld…
Festtage sind von Menschen gemacht. Erinnerung ist wichtig. Und manchmal sind es nur noch solche Tage, die zum Erinnern helfen.
Ich habe nur nicht jedes Jahr den gleichen Elan dazu.
theomix tv 2
8. 11. 2009 von theomix
