Archive for the ‘Aus der Schatzkiste’ Category

Behaglich im Herbst 

6. 11. 2017

Der Regen klopft ans Fenster
du hörst ihm zu
schaust ins Dunkel
denkst an die Bäume
kahl oder noch gelb
und nicht nur der Tee
macht es dir innerlich warm.

( ❤ )

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rechnung ohne den wirt gemacht

28. 9. 2016

und dann kommen wir
mit hunger und durst
die einen abgerackert
die anderen wachgeräkelt
und alle kriegen bis sie satt sind

und zum schluss die rechnung:
alles geregelt
heißt es
geht aufs haus
alles? ja, alles

wir werden augen machen
und erkennen
so ist der wirt

der krümel

16. 4. 2016

ein krümel lief den tisch entlang
bis ich ihn mit dem finger fang.

was sage ich? es heißt doch „fing“
ich fing das krümelige ding.

wie seltsam, dass es laufte
und nicht noch koma saufte.

moment, es heißt doch lief,
nicht laufte, was ist schief?
und soff statt saufte, unbedingt.
so ist’s, wenn man die hufe schwingt…

Am Tisch Jesu

24. 3. 2016

Gründonnerstag

Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach’s und sprach:  Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, solches tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen auch den Kelch  nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis! Denn so oft ihr dieses Brot esset und den Kelch trinket, verkündiget ihr den Tod des Herrn, bis dass er kommt.
1. Korinther 11, 23 – 26 (Luther 1912/ Schlachter 1951)

Priska schaute immer wieder zu ihrem Mann hinüber: Würden die Fünf vom Hafen heute wieder zu spät kommen? Die anderen Gäste, fast dreißig hatte Priska gezählt, hatten bereits mit dem Essen begonnen. Priska und Aquila kannten fast alle mit Namen und wussten, wo sie wohnten und arbeiteten. Sie alle trafen sich schon fast zwei Jahre lang jeden Abend mit Priska und Aquila in ihrem Haus zum gemeinsamen Abendessen und zur Mahlfeier. Eine bunt gemischte Gruppe waren sie: Da saßen einfache Handwerker neben wohlhabenden Bürgern, Sklaven neben freien Arbeitern, ganze Familien und viele Alleinstehende. Jeden Abend mischten sich auch einige Hungerleider aus dem Slum am Hafen in die Runde. Sie hatten einfach Hunger und wollten sich einmal richtig satt essen. Vor allem Aquila kümmerte sich um sie und achtete dar auf, dass sie genug bekamen. Er fragte nie jemanden nach dem Namen, wenn er oder sie es nicht freiwillig tat.

In der letzten Zeit kam es oft vor, dass die fünf Sklaven im Hafen noch einige Schiffe entladen mussten und darum erst spät zur Gemeinde kamen. Ein paar Mal waren sie auch schon mit leeren Schüsseln empfangen worden. Auch an diesem Abend war es nicht anders. Müde und hungrig kamen die Fünf in die Hausgemeinde. „Jetzt können wir endlich mit der Abendmahlsfeier beginnen!“ rief Severus, ein Beamter aus der römischen Verwaltung. Er hatte schon einiges getrunken und war in Stimmung. Priska war entsetzt: Wie kann man das Mahl feiern, wenn einige noch Hunger haben? Für sie gehörte beides zusammen: sich miteinander satt essen, dabei fröhlich sein und das Abendmahl feiern. Gemeinde Christi sein hieß für sie, alles miteinander zu teilen und so den Auferstandenen erfahren. Er wirkt durch uns. Wir sind sein Leib. Als Priska das sagte, entstand ein lebhaftes Gespräch. Gehören Abendmahl und Abendessen zusammen? Oder sind es getrennte Dinge? Die Gemeinde konnte sich nicht einigen. Die KorintherInnen wandten sich sich brieflich an den Gründer der Gemeinde, Paulus. Der antwortete zu dieser Frage mit dem Predigttext…

Nachdem diese Worte in der Hausgemeinde verlesen waren, war es zunächst still. Priska unterbrach das Schweigen. „Paulus erinnert uns an Jesus. Bei ihm war das gemeinsame Essen immer eine Mahlzeit für alle. Alle waren eingeladen. Und alle wurden satt. Wer Tischgemeinschaft mit ihm hatte, war als Kind Gottes angenommen.“

„Schade“, fügte Junia, die Apostelin, hinzu, „schade, dass wir die alte Sitte vergessen haben, vor dem gemeinsamen Essen das Brotwort und nach dem Essen das Kelchwort zu sprechen. Essen und Trinken hält eben Leib und Seele zusammen.“

„Ja“, sagte Aquila, „und dass Jesus von Leib und Blut sprach, leuchtet ein: Unser Körper verwandelt die Nahrung, die wir aufnehmen. Aus Brot und Wein werden Lebenskraft und Körperwärme. Genauso sol­len wir alles, was Jesus getan hat, in uns auf­neh­men. Und es soll sich in Mut und Trost ver­wandeln.“

Achaikus, einer der Sklaven, ergriff das Wort: „Da kann ich mich gut anschließen. Wir sind Gäste des Gekreuzigten. Aber nicht nur hier, wenn wir beisam­men sind. In seinem Bild sehe ich auch die Gesichter der anderen Sklaven am Hafen. Ich denke an die Leute aus dem Slum: Gekrümmte, gedemütigte Män­ner und Frauen. Gottes Barmherzigkeit hat mich auf­gerichtet und hat mir meine Menschenwürde zurück­gegeben. Wie kann ich sie weitergeben an meinesgleichen? Das beschäftigt mich, wenn ich hier bin.“

Erastus, ein anderer Sklave, ergänzte: „Wenn wir Fünf hier sind, dann ist immer die Not da. Darum tut es mir weh, wenn wir spät von der Arbeit kommen und ihr habt alles aufgegessen.“

Aquila ergriff das Wort: „Paulus hat Recht. Wir feiern das Abendmahl unwürdig, wenn wir die Not aus­blenden, wenn wir den Hunger der Sklaven über­sehen, wenn uns gleichgültig ist, wie es ausgenutz­ten Frauen, Kindern und Männern geht. – Das Mahl Christi würdig feiern heißt doch, wie Christus den dämonischen Mächten widerstehen. Den Mächten, die ihn ans Kreuz genagelt haben: Ungerechtigkeit, Feigheit, Herrschsucht und Gewalt.“

Severus meldete sich auch zu Wort: „Wenn wir hier schon alles sagen dürfen, möchte ich auch noch los­wer­den, was mich stört. Wir sind ja heute Abend aus­nahmsweise unter uns.“ Er blickte in die Runde, tatsächlich, kein Fremder hörte mit. „Mich stört es schon lange, dass aus dem Slum am Hafen immer wie­der Leute mitkommen und einfach so am Abend­mahl teilnehmen. Ihr wisst doch, es sind oft nicht gerade die Anständigsten unter den Armen – um es mal liebevoll auszudrücken. Ich finde, wir sollten das ändern. Nur wer Christ ist, ist würdig genug, am Mahl teilzunehmen. Wir dürfen doch nicht die Perlen vor die Säue werfen.“

Eine Weile war es still. Dann stand Stephanus auf. Er war einer der Ältesten in der Hausgemeinde. Er machte nie große Worte. Aber er hatte ein feines Gespür, wenn die Gemeinde in Gefahr geriet. „Im Gebet, das Christus am Kreuz gebetet hat, heißt es: ‚Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden.‘ Wenn wir die ungerufenen Gäste des Gekreuzigten aus unserer Mitte aus­schlie­ßen, schließen wir Christus selbst aus. Dann haben wir kein Recht mehr, Abendmahl zu feiern. Denn am Tisch Jesu saßen und sitzen immer nur solche, die es nicht verdienen.“

Stephanus setzte sich wieder. Niemand sagte etwas. Priska stand auf: „Ich glaube, wir können jetzt wieder Abendmahl feiern. Kommt, alles ist bereit!“ Und sie führte alle an die Festtafel.

Am Tisch Jesu saßen und sitzen immer nur solche, die es nicht verdienen. Das genügt.

vorfrühling (bonner hofgarten)

17. 3. 2016

als wären jahrzehnte ein flügelschlag
so sitz ich hier
begrüß die vorboten des frühlings
die sonne die vögel die sonne
ahne die wärme
das genügt fürs erste

Vereinfachte Weltsicht

13. 2. 2016

bücherbetrachtung

die bücher der lumpen
sind klumpen

doch die bücher der gescheiten
haben seiten

(c) theomix

was ist

11. 12. 2015

was ist
wenn pläne enden

sind es sackgassen?

wenn es sackgassen sind
wie sieht der rückweg aus?

oder geht es weiter?

wenn es weitergeht
kommt ein neuer plan?

wenn ein neuer plan kommt
kommt er von selbst?

wenn der neue plan
nicht von selbst kommt
machen wir ihn
oder entdecken wir ihn bloß?

dunkles tal

20. 11. 2015

psalm 23 im rückspiegel

nur durchs dunkle tal
führte der weg

was mich schubste
entdeckte ich als stecken und stab
viel später bloß

als ich im licht war
und vor meinem auge
der tisch bereitet
dort unten schon

Mal was Altes, 2009: Stadtansicht

22. 10. 2015

https://theomix.wordpress.com/2009/10/22/impression-iv/

Traumberufe, Folge 9: Pausenzeichensprecher

21. 10. 2015

Damals, in den Achtzigern, versprach ich mir sichere Arbeit bei Telefonansagen, als Sprecher der Pausenzeichen. Ich hatte den Bogen raus, nicht nur ein einfaches „Piep“ zu sagen, sondern auch den leichten Hang zum „ü“ beim „ie“. Absoluter Traumjob war damals die Zeitansage. Dieses schnarrende „Beim nächsten Anrruf isstes…“ wäre mir sehr leicht gefallen.

Irgendwie kam es dann anders. Und wenn ich heute mit Menschen aus der Branche spreche: Sie haben alle umschulen müssen und sind Endlosschleifenansager geworden. Was für eine mühevolle Arbeit! Aber immer noch besser, so trösten sich viele, als beim Endlosschleifenorchester mitzuspielen. Die Koordination mit dem gesprochenen Wort ist viel zu anstrengend, die wenigsten halten länger als ein Jahr durch.

Zeitraffer

26. 9. 2015

wenn alles, was wir treiben,
dann lassen wir es bleiben.

morgenklage/ seelenselfie

25. 9. 2015

da sitze ich und bin maulig
nichts recht, alles quer

alles egal, Gott
auch die gründe, nach Dir zu fragen
flüchtlinge, kriegstote, sklavenarbeit
ach, Gott

das glas wasser,
du quelle des lebens
die tasse gefüllt,
du himmlische kraft
leben kehrt zurück
hunger nicht nur nach brot
durst nicht nur nach kaffee

der nebel lichtet sich
da sitze ich, Gott, ich bin da
und du auch

Vielosophisch

4. 9. 2015

Es hat eine Weile gedauert. Aber jetzt ist wieder Zeit vergangen.

Was ist strahlend laut?

18. 8. 2015

Der Brülliant.

der frosch, wenn er quark möchte…

15. 8. 2015

der frosch, wenn er quark möchte,
braucht nur den mund zu öffnen
und laute von sich zu geben

der mensch, wenn er quark möchte,
muss mehr tun, laut an laut setzen,
artikulieren.

aber bedenke, mensch,
bevor du dein schicksal bejammerst,
wie schwer es die pferde haben

immer nur hafer.
und wenn sie quark möchten,
kriegen sie nur mehr hafer.

(c) theomix

haiku

10. 3. 2015

wildgänse schreien
dein herz sah doch nur winter
nun ahnt es wärme

ewigkeit

6. 3. 2015

doch was ich sehe
ist heimat nicht

wann endlich

19. 2. 2015

wann endlich frühling?
horch, das konzert der vögel
singt: nicht ewig mehr

missionieren?

15. 1. 2015

grundsätzlich
lehnen viele
missionieren ab
dabei wissen sie gar nicht
wie das heute läuft

das ist wie
grundsätzlich heute
gegen das telefon sein
weil das so umständlich ist
mit dem fräulein vom amt

gedanken um eine bestattung

12. 12. 2014

I

manchmal ist es wie
sand im mund, der zwischen den zähnen knirscht
keine wohlfeilen worte, kein gelungener abschied
dem im sarg den plötzlichen tod,
den anderen schmerz und bitternis

II

gott klagen, ihn anklagen
es gibt schlimmeres ja
aber es gibt keinen trost auf umwegen
wenn es einen geben kann
für die verletzten und empörten seelen

III

nicht erst beim absenken in die grube
schon beim rückblick auf das leben
schluchzen und heulen bei denen
die vor mir saßen

hinterher dank der familie an mich
und dabei habe ich nur meinen zweifel gesagt
und mit sympathie auf ein leben geschaut

im ringen mit GOTT war ich
ich habe es IHM nicht leicht machen wollen
und was verpasst ER mir da?


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Ja saxndi! Do legsdi nieda...

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Frei wie ein Vogel hoch über dem Alltag und du bist der Wind, der mich trägt. (Liedvers)

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