Posts Tagged ‘Zweifel’

gedanken um eine bestattung

12. 12. 2014

I

manchmal ist es wie
sand im mund, der zwischen den zähnen knirscht
keine wohlfeilen worte, kein gelungener abschied
dem im sarg den plötzlichen tod,
den anderen schmerz und bitternis

II

gott klagen, ihn anklagen
es gibt schlimmeres ja
aber es gibt keinen trost auf umwegen
wenn es einen geben kann
für die verletzten und empörten seelen

III

nicht erst beim absenken in die grube
schon beim rückblick auf das leben
schluchzen und heulen bei denen
die vor mir saßen

hinterher dank der familie an mich
und dabei habe ich nur meinen zweifel gesagt
und mit sympathie auf ein leben geschaut

im ringen mit GOTT war ich
ich habe es IHM nicht leicht machen wollen
und was verpasst ER mir da?

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Lied mit neuem Text

5. 12. 2013

Tausend (leider nicht mehr mit dem Blog besenraum) hat mir die Nonsensifizieung eines netten Liedes zur Verfügung gestellt.

Im Zweifel

Im Zweifel für den Zweifel
Das Plaudern und den Kult
Im Zweifel fürs Zerreißen
Des Fadens der Geduld

Im Zweifel für den Zweifel
Und für Absurdität
Im Zweifel gegen Zweifellosigkeit
von früh bis spät

Im Zweifel für den Zweifel
Und gegen den Gesang
im Zweifel für den Teufel
Und den Sonnenuntergang

Im Zweifel für die Süßigkeit
Und meine weißen Strähnen
Weise wird man mit der Zeit
Das muss ich nicht erwähnen

Im Zweifel für Zweifaltigkeit
und eine Falte gratis
Im Zweifel für das letzte Mahl
Und viele bunte Smarties

Im Zweifel für den Zweifel
Die Mauer und den Zaun
Im Zweifel für den neuen Bund
Und für den alten Clown

Im Zweifel für die Sonntagszeitung
Und für meinen Dachs
Für die äußerste Bestechlichkeit
Und Kerzen ohne Wachs

Im Zweifel für die Mittagspause
Unter einer Fichte
Im Zweifel für die Klitterung
der hässlichen Geschichte

Im Zweifel für die Bitterkeit
der schwarzen Schokolade
Ich hab leider keine Zeit
Für Schach und für Scharade

Im Zweifel für Zierrosen und
für welkende Bananen
Im Zweifel für den Mandelbaum
Und gegen die Platanen

Im Zweifel für den Zweifel
Den Esel und das Schaf
Die Kühe und die Schweine
Und einen ruhigen Schlaf

Danke, Tausend, für den schönen Qualitätsnonsens auf deinem Blog!

Im Zweifel fast zu ernst für warme Tage

17. 6. 2013

Die Band Tocotronic ist kaum mein Fall. Aber das mir vor die Füße (oder Ohren) gefallene „Im Zweifel für den Zweifell“ (von 2010) gehört in die Positivliste.

Melodiös bekommen wir aufgezählt, was im Zweifel vorzuziehen ist. Bei manchen Formulierungen bin ich im Zweifel dagegen ( :mrgreen: ), insgesamt fasziniert mich dieses Lied.

Im Clip ist Ingrid Caven zu sehen. Mehr zu ihr hier. Sie ergänzt den Text großartig.

Eine gute Arbeitswoche, mit vielen Momenten des Nachdenkens über die eigenen Werte!

Zweifel – so herum und anders herum

21. 11. 2012

Ein alter Beitrag hat mich motiviert, weiter über den Zweifel nachzudenken und eine Gemeindebriefandacht daraus zu machen.

Fragen sind wichtig. Da bin ich mir sicher. Denn sie führen weiter.
Auch Zweifel haben ihr Gutes: Sie zwingen mich, genau zu denken, sie entlarven scheinbare Sicherheiten.

In meinem Theologiestudium war Kritik (an Bibel, Kirche, Glaube, Dogmatik) Pflicht. So weit es ging, sollte man sich die Sicht der Kritiker zu eigen machen. Das erweiterte den Horizont. Und es verhinderte, ungeprüft alles Mögliche zu behaupten und zu glauben.

Und nun bewegt mich ein Zweifel in anderer Richtung: Wie wäre es, wenn das alles stimmt, was da steht? In der Bibel: Von Wundern, Heilwerden und Gottes Nähe. Wenn der Glaube der Alten zuträfe: Hoffnung auf ewiges Leben, Engel, die uns geleiten, der gute Hirte, der allzeit bei uns ist.

Natürlich weiß ich auch: das sind Bilder. Aber sie haben sich über Jahrhunderte bewährt. Warum soll ich sie über den Haufen werfen? Ich kann es ja einfach mal versuchen, die Bilder zu nehmen und mein Lebenshaus mit ihnen zu füllen. Vielleicht bereichern sie mich.

Neben den Zweifel tritt die Erfahrung. Ich probiere es aus. Es hat viele vor mir getragen, vielleicht trägt es auch mich. Worte wie: „Ein Tag, der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne; mein Heim ist nicht in dieser Zeit.“ (Gerhard Teersteegen, 1745)

Mein Horizont ist keine Grenze für Gott. Das gibt mir Vertrauen, dass das Leben gut wird.


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