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Espresso – italienisch

16. 2. 2011

Der heutige Lehrtext:

Das Licht scheint in der Finsternis.

Johannes 1,5

Lux lucet in tenebris – auf Latein. Der Wahlspruch der Waldenserkirche. Vor  über 25 Jahren habe ich sie kennengelernt: es ist die protestantische, reformierte Kirche Italiens. Wir, Theamice und Theomix, waren auf einer christlich-jüdischen Begegnung im Ökumenischen Zentrum Agape. Und dieses Begegnungszentrum ist Teil der Waldenserkirche. Wir waren dann noch öfters dort, zuletzt 1995. Danach haben wir als Touristen mehrere Waldenserhäuser besucht.

Von Anfang an wurde die Waldenserbewegung verfolgt, un d das änderte sich auch nicht, als sich die Reste dieser Bewegung der Reformation anschlossen. Geographisch bedingt dann der Genfer Richtung. Jahrhundertelang blieb sie auf die Waldensertäler in den Piomenteser Alpen beschränkt. Ab Mitte des 19. Jahrunderts konnte sie sich über ganz Italien ausbreiten, heute hat sie ihren Sitz in Rom. Die theologische Fakultät ist in Steinwurfweite vom Vatikan. Ganz in der Nähe ist auch die „Casa Valdese„, ein Hotel, das für Rombesuche nur zu empfehlen ist. Wie überhaupt die Waldenserhäuser in Italien gute, einfache Quartiere für Städtetouren bieten.

Heute hat die Kirche ca. 50.000 Mitglieder in Italien. Durch die konfessionelle Prägung und die konfessionelle Situation hat diese Kirche in vielem eine antikatholische (besser antirömische) Ausrichtung: schlichte Gottesdienste, bilderlose Kirchen. Und auch politisch wählte man die Antipoden: Christdemokratisch hieß in Italien „katholisch“, die Waldenser waren bei Sozialisten und Kommunisten. Heute nennen sich die politischen Lager anders, aber diese Tendenz ist geblieben.

Das Licht scheint, auch durch diese kleine Kirche. Dass Christsein auch Kampf bedeutet – ohne in Verbissenheit zu enden -, das habe ich von den Waldensern gelernt.


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