Posts Tagged ‘Vertrauen’

tagesgedanke 05.08.

5. 8. 2015

Lehrtext für Mittwoch, 5. August 2015

Fürchte dich nicht, glaube nur!
Markus 5,36

Wenn’s nur so einfach wäre. Und manchmal, denke ich auch, kann es nur so sein. Weil nichts anderes bleibt?

Und will Beten nicht Ähnliches: Furcht nehmen und Gott vertrauen?

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Voll erwischt

2. 10. 2014

Da hetze ich nach Schwerte, nach Villigst, ins Pastoralkolleg. Seit ein paar Jahren bin ich als Vertreter meines Kirchenkreises eingeladen. Ich komme gern, es wird das Programm des übernächsten Jahres geplant, viel diskutiert und angeregt,. Wie es sich gehört, beginnt der offizielle Teil mit einer Andacht. Oft schon war sie für mich eher eine Pflichtübung, – wenn noch die Gedanken halb auf der Autobahn sind. Diess Jahr war ich sehr zeitig und hatte mich vorher akklimatisiert..

Der Dozent hält eine interessante Andacht über Lukas 12, 22 – 31. Ein Gedanke: Das verworfene „Sorgen“ wird klarer, wenn man in die lateinische Übersetzung schaut: Dort steht nicht „curare“, „sorgen in Verantwortung“, sondern „solicitare“, „in sorgender Unruhe umhergetrieben werden“. Das leitet seine Strophenauswahl:

Wir singen die 1.,´ 5. und 7. Strophe von „Wer nur den lieben Gott lässt walten“von Georg Neumark:

1)
Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

2)
Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

3)
Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unser’s Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

4)
Er kennt die rechten Freudenstunden,
er weiß wohl, wann es nützlich sei;
wenn er uns nur hat treu erfunden
und merket keine Heuchelei,
so kommt Gott, eh wir’s uns versehn,
und lässet uns viel Guts geschehn.

5)
Denk nicht in deiner Drangsalshitze,
dass du von Gott verlassen seist
und dass ihm der im Schoße sitze,
der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
und setzet jeglichem sein Ziel.

6)
Es sind ja Gott sehr leichte Sachen
und ist dem Höchsten alles gleich:
Den Reichen klein und arm zu machen,
den Armen aber groß und reich.
Gott ist der rechte Wundermann,
der bald erhöhn, bald stürzen kann.

7)
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Auch die Melodie trägt.

Das Lied erwischt mich voll, plötzlich entstehen Feuchteflecke in den Augenwinkeln: Genügend Sorgen waren da, die anderer, auch eigene und familiäre. Manches läuft einem hinterher. Der Text, die Worte: elementar. Und ich denke an einige, denen diese Worte gut tun können.

Einem Menschen habe ich sie zugeschickt, sie haben geholfen, obwohl zuvor wenig in diese Richtung geprägt hat. Das verdoppelt für mich die Wirkung dieser Worte. Ganz wie Georg Neumark das gedichtet hat. Irgendwie.

Von der krisenfesten Liebe

10. 5. 2012

Da durchkämme ich die Charts von unten nach Neuem, und ich kann nur sagen: unter Platz 50 erwartet uns (bei neuen Songs wohlgemerkt!) nur Dutzendware.

Und dann stoße ich auf Emeli Sandé, Next to me. Gehört hatte ich es schon öfters, es hat einen eingängigen Rhythmus und daher kann ich es gut hören. Noch mehr fasziniert mich dieses Video. Es wirkt so, als ob Emeli mehr für ihrer Frisur ausgegeben hätte als für die Produktion des Clips. 😉
Das dann kombiniert mit dem Verzicht auf halbbekleideten Ganzkörpereinsatz, das gefällt mir, denn wenn die Künstlerin im Mittelpunkt steht, dann bitte durch ihr Können.

http://www.universal-music.de/emeli-sande/videos/detail/video:314191/next-to-me

Und auch noch unplugged, ruhiger, zu Herzen gehend. (Die Handbewegungen irritieren mich, ich sage mir, wir sehen Frau Sandé bei der Arbeit zu.)

[Video nicht mehr da. Ohne Handbewegungen, denn die Hände bedienen das Klavier:]

Was Emeli Sandé besingt, ist eine krisenfeste Liebe. Mit der Tendenz, den Geliebten religiös zu überhöhen. Das ist riskant: der Andere ist ein Mensch. Aber wie schön, auch mal ein solches Lied zu hören. Nicht Trauer, sondern Vertrauen. Nicht Herzschmerz, sondern Hoffnung.


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