Posts Tagged ‘Verbindlichkeit’

Mündigkeit

13. 6. 2012

– Gedankensplitter, in Fortsetzung

Es gibt einen guten Grund, warum das mit der Disziplin nicht mehr so funktioniert wie ehedem.
Viele Menschen verstehen sich nicht mehr als Mitläufer in einer Herde. Sie sind keine kleinen Kinder mehr, denen man etwas sagt, und dann  tun sie das so.

Sie sind mündig geworden.
Und mündig, erwachsen sein im Glauben und Denken ist wichtig. Mündige Menschen lassen sich nicht einfach so hin- und herschicken, sie wollen wissen, warum. Denn sie tragen Verantwortung für ihr Tun und sind sich dessen bewusst.

Interessant: In der Bibel gibt es diese Richtung, zum mündigen Leben – genauso wie die Regression, den Rückzug in die Kinderwelt. Beides nah beieinander findet sich zum Beispiel im Johannesevangelium: Christus sagt: „Ich bin der gute Hirte“ und die, die zu ihm gehören, sind seine Schafe (10, 14) – und an anderer Stelle: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde“ (15, 15). Freunde sind, um den modischen Ausdruck zu benutzen, auf Augenhöhe.

Was ist mit den von mir karikierten Liebhabern der „Befindlichkeit und Betroffenheit“? Regressiv oder mündig?  Irgendwo auf der Mitte? Ich meine: Wer innerlich stark ist, sagt „Ja“ oder „Nein“. Schiebt nicht das eigene Sorgenpäckchen nach vorne. Gehen denn meine Betroffenheit und Befindlichkeit andere etwas an? Oder soll es höflicher wirken sie zu erwähnen?

Ich ahne es, das Thema wird mich weiter beschäftigen. Aber jetzt bin ich auf eure Kommentare gespannt.

Zugespitzt

5. 6. 2012

In der Blogleserunde am Sonntag-Abend stolpere ich über dieses Bild:

Das berührt sich mit der Diskussion vom Freitag.

Ich ergänze: Meistens sind die Menschen mit der Verbindlichkeit älter als ich und haben härtere Zeiten durchgemacht. Ich selbst bin ein Wohlstandskind – mit vielen anderen in Kirchengemeinden und den anderen Ecken freiwilligen Engagements. Und je mehr Wohlstand, desto mehr Bedürfnis nach Wohlfühlen.

Über das Thema Verbindlichkeit hinaus:

Das Bild wendet sich gegen das „Wohlstandsevangelium“, das Glaubenden Reichtum und Wohlstand  verheißt. Das Leben bringt manchmal Härten. Gut, wenn sie einem erspart bleiben. Aber wenn sie kommen, was hilft und trägt?

Das schöne Bild verdanke ich diesem guten Blogbeitrag.

Verbindlichkeit

1. 6. 2012

– Gedankensplitter, zur Diskussion gestellt –

Für manche Menschen ist Verbindlichkeit kein Fremdwort. sondern Lebenselexier. In Kirchengemeinden oder anderen Stellen freiwilligen Engagements.

Ungebrochen ist seit ein paar Jahrzehnten, sich an der eigenen Befindlichkeit zu orientieren. („Ich kann jetzt nicht, mir ist nicht danach.“ „Ich würde ja gerne helfen, aber im Moment bin ich von XY so betroffen, da geht das nicht.“)
Sicher war das ursprünglich ein Gegenschlag zu übersteigerter preußischer Disziplin.
Ob mittlerweile Befindlichkeit und Betroffenheit der Schutzmantel des Egoismus geworden sind?

Der positive Wert hinter der Disziplin ist die Verbindlichkeit: Zusagen machen und halten, einstehen für eine gute Sache um der Sache willen. Egal, wie es mir und meinem Seelenleben geht. Außer ab 40° Körpertemperatur oder mit gebrochenen Gliedmaßen.

Und dann machen diese Menschen das auch noch gerne.


%d Bloggern gefällt das: