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Jahreslosung: Unterwegs zum Besseren

7. 1. 2013

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Hebräer 13, 14

Das wandernde Gottesvolk“ ist ein Leitmotiv des Hebräerbriefs. Hier, kurz vor Schluss, wird es aufgegriffen: Die gewohnte Umgebung verlassen, weil wir in ihr kein Zuhause haben. Solidarisch mit dem gekreuzigten Jesus: draußen vor der Stadt. Durchaus diesseitig auf dem Weg zu guten Lebensverhältnissen. (Empfehlenswert dazu der Beitrag hier.)

Unterwegs sein ist darum das Motiv des Kopfbildes hier auf theomix: ein Bild durch einen fast leeren Regionalzug. (Klar, ich war drin. 🙂 ) Und für diese Woche ein Weg-Lied, das außer dem Weg-Motiv nicht so recht zur Jahreslosung passt. Oder?

Die bessere Version:

Mark Forster, Auf dem Weg – Loop Station Version

Und mit Bild zum Draufklicken:

Kommt gut durch!

Was die Ölpest bei mir auslöst

18. 6. 2010

Am 22. April sank die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Einige Tage später war frühmorgens ein Bericht im Radio. Von 170.000 Tonnen ausfließendem Öl täglich war die Rede. Mir fuhr ein Hieb in die Magengrube. Der Golf von Mexiko – verseucht: wie lange braucht das Öl, um die Karibik zu erreichen? Und wie viel geht dann irgendwann in den Atlantik?
Und keine Chance BALD eine Lösung zu finden, hieß es.

Acht Wochen ist das her. Fast so lange brauchte ich um die Sprache wiederzufinden. Denn es ist doch ungeheuerlich: Wegen eines Machtspielchens zwischen der Ölgesellschaft und der Regierung geht die Bohrinsel hopps. Und in der Folge die Umwelt.

Alles ganz und gar von Menschen gemacht. „Wohlauf, lasst uns die Erde aufbohren Öl zu gewnnen, auf dass wir uns einen Namen machen.“ So klingt es für mich analog zur Turmbaugeschichte 1. Mose 11. Es ist das „göttliche Wir“ der Schöpfung, das der Mensch übernimmt. In überaus großer Selbstanmaßung.

Und im Jahr 5770 nach Erschaffung der Welt* muss Gott nicht mehr herniederfahren wie einst. Es erledigt sich alles wie von selbst. Und leider ist es dann ganz folgerichtig anders als beim Zauberlehrling: Die entfesselten Mächte bannt kein alter Hexenmeister, der nur das richtige Zauberwort zu sprechen braucht. Es fließt weiter.

Und so zerstört der Mensch munter den Ast, auf dem er sitzt. Nicht auszudenken, kaum auszuhalten. Jeden Tag über 100.000 Tonnen. Hundert Millionen Kilogramm Öl, jeden Tag…

Es hat mir lange den Hals zugeschnürt. Die Sprache fand ich almählich wieder, als ich einen Link per Mail erhielt. Die Seite Gratefullness.org ist von David Steindl-Rast initiiert, und er verfasst weiterhin mit. Und es wird verlinkt zu „Spirituality and Practice“. Hier ist zur Zeit ein Bild der Ölpest, und die Frage, was diese Umweltkatastrophe für die Spiritualität bedeutet. Noch lange nicht ausgelotet.

Und oft genug übersehen: Während die Sinne der Verbraucher geschärft werden, jedes Fitzelchen Müll exakt zu trennen, ist es still geworden um die Industrie. Was tut die eigentlich zum Schutz der Schöpfung? Hier waren es ja auch keine Sportangler, die aus Versehen eine Pipeline angeritzt haben.

*: Die jüdische Zeitrechnung. Da es um einen Text aus der Urgeschichte geht, habe ich diese Zahl genommen. Sie hat für mich symbolischen Charakter. Nach meinem Verständnis liefert die Urgeschichte (1. Mose 1 – 12) keine historischen Berichte.

Tagesweisheiten

30. 4. 2010
  • Hunderttausende Liter Öl ergießen sich täglich in den Golf von Mexiko. Und man kann nicht eben mal drei, vier Stopfen in die Lecks stecken. Das dauert. Wochen… Die Nachricht ereilt mich beim Frühstück bereiten kurz nach sechs, wo das Hirn noch eingesulzt ist. Die ersten erwachenden Gedanken gelten dem Zauberlehrling von Goethe. „Die ich rief, die Geister…“ Nur, hier gibt es keinen alten Meister. Pech, Karibik. Sehr traurig.
  • Mittwoch und Donnerstag muss jeweils einer der Knaben zum Musikunterricht gefahren werden. Den von heute traktiere ich bei der Rückfahrt mit einem Kalauer der übelsten Sorte. Da er das Lachen verweigert, muss ich ihn veröffentlichen. Er steht nun hier, als Warnung für alle, die beim Autofahren noch kreativ sein wollen: So etwas kommt dabei heraus.
  • Rasenmähen macht nicht glücklich, aber es strengt an.
  • Ein Nebengedanke:
    Meine Fehler gehören zu mir.
    Gegen eine gute Summe würde ich sie auch abgeben.

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