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Bibel zitieren ohne Stress

27. 6. 2012

Das leidige Urheberrecht macht auch vor der Bibel nicht halt: Manche Bibelübersetzungen dürfen theoretisch nicht kopiert werden. Man sehe hier und schaue unten unter Nutzungsbedingungen. (Einzelne Verse oder Passagen können über Twitter oder Facebook versendet werden; bei den Tageslosungen ist das Zitieren des Bibeltextes erlaubt.)

Es gibt aber „freie“ Übersetzungen, zum Beispiel  auf http://www.bibel-online.net/. Der Luthertext von 1912 ist heute jedoch nicht mehr so gut zu verstehen. Da helfen andere Übersetzungen. Die vorletzte Elberfelder (immerhin 1905, aber leichter als „Luther 12“) oder Schlachter 1951. Die Neue evangelistische Übersetzung ist so ähnlich wie die Basisbibel. Leider schreibt sie im hebräischen Teil konsequent den Gottesnamen aus.

Das Gute der anderen Angebote: Die Übersetzungen lassen sich online nachlesen – und die Originale auch.

Siehe auch: „Welche Bibel darf es sein?“

Bibel im Netz

8. 5. 2009

Im November schrieb ich über verschiedene Bibelübersetzungen. Vor ein paar Wochen habe ich das „Bibelportal“ der Deutschen Bibelgesellschaft entdeckt.

Es vereint den Zugang zu acht verschiedenen deutschen Übersetzungen.
Das ist nicht nur etwas für Spezialisten, sondern für alle am PC, die mal schnell einen Bibeltext nachschlagen wollen.

Für den wissenschaftlichen Gebrauch eignet sich bibelwissenschaft.de, mit Biblia Hebraica, Septuaginta, Vulgata und dem griechischen Neuen Testament.

Welche Bibel darf es sein?

13. 11. 2008

Tipps, wenn jemand eine gute Bibelübersetzung sucht.

Ich interessiere mich schon lange für Bibelübersetzungen, schon vor dem Studium. Im Studium lernte ich, wie man die Texte übersetzt. Dass andere schon viel mehr und besser gearbeitet haben, gibt ein gutes Gefühl.

Der Klassiker im evangelischen Raum: Die Lutherbibel (Revison 1984, überarbeitet 1999)

Nicht schlecht, sprachlich anspruchsvoll. Das heißt positiv, sie hat einen guten Stil. Negativ: Der Wortschatz wird nicht immer verstanden.

Ein Schlüsselerlebnis Anfang der 90er: Im Konfirmandenunterricht ließ ich das Gleichnis von Lazarus lesen. Lazarus kommt in den Himmel, dann stirbt der reiche Mann . Zwischen beiden ist eine tiefe Kluft. Eine Konfirmandin verstand das wort nicht. Sie kannte auch nicht die andere Bedeutung.

Wer die nimmt, macht nichts verkehrt.

Auch online zu lesen.

Die halb-ökumenische: Die Einheitsübersetzung

Gemeinsam evangelisch-katholisch sind Neues Testament und Psalmen. Auch in den anderen Teilen sehr gut lesbar und verständlich. Aber nicht unbedingt immer der schönste Stil. Aber fast immer auf dem Weg dorthin.

Wermutstropfen: Die neue Überarbeitung wird ohne evangelische Beteiligung kommen.

Deshalb noch schnell nachlesen, auch online!

Die ganz ökumenische: Gute Nachricht Bibel

Seit Ende der 60er wird daran herumgewerkelt, im Deutschen das Konzept der „dynamischen Gleichwertigkeit“ umzusetzen. Das heißt, zentrale Begriffe, deren Bedeutung sich gewandelt haben, werden umschrieben. Schwierige Sätze werden aufgelöst. Damit entfernte sich die GNB manchmal von der Textgrundlage, so dass dieselbe Stelle beim Vergleichen von Luther und GNB völlig verschieden klingen kann.

Was mich stört: Zahllose Füllsel blähen die Sprache auf. Sie stehen nicht im Urtext und sind unnötig, überflüssig. Zum Glück hat die GNB von 1997 das Meiste wieder herausgeschmissen. Aber um Druckkosten und Papier zu sparen, könnte man noch mal den Streich-Stift ansetzen. 😉

Der Klassiker der anderen Reformation: Die Zürcher Bibel

2007 erschien sie vollständig überarbeitet. Diese Übersetzung versucht den besten Kompromiss zwischen Textnähe und Verständnis. Sie lenkt den Blick weg von manchen gewohnten Formulierungen der Lutherübersetzung.

Hier kann man sie lesen.

Die umstrittene: Die Bibel in gerechter Sprache

Manche haben ihr Urteil schon fertig gehabt, ohne sie einmal in die Hand zu nehmen. Ein Fehler. Ich teile das Anliegen: Frauen- und Judenfeindlichkeit aufzudecken, die sozial Benachteiligten nicht zu verstecken. Das Ergebnis der langen Arbeit: eine Werkstattübersetzung, deshalb nicht aus einem Guss. Die Evangelien und der Römerbrief zum Beispiel sind gelungen, die Psalmen kaum zu ertragen. Sehr schön: verschieden Übersetzungen beim Gottesnamen: Er ist jeweils grau unterlegt, wenn das hebräische Tetragramm oder der griechische  κυριος („kyrios“) dahinter steckt.

Lesen: hier klicken!

Die krasse: Die Volxbibel

Wer’s mag: Die Bibel (bislang nur das Neue Testament) im Jugendslang. Das ernst gemeinte Anliegen verkommt oft genug zur Karikatur. Wer meint, Luther 84 wäre die „Seniorenbibel“, darf V daneben legen. Das gibt ein Kontrastprogramm.

Im Internet als Wiki.

Die schlichte: Die Basisbibel

Diesen Versuch finde ich gelungen: Die  Deutsche Bibelstiftung übersetzt gründlich neu. Bisher sind die vier Evangelien fertig. Zielgruppe ist die „Generation Internet“: neben einer Textausgabe gibt es eine DVD und über das Internet eine Community und diverse andere Angebote. Fremde Worte werden per Pop-Ups erklärt.

Die Sprache ist schlicht, mir manchmal zu spröde, aber gut verständlich.

Hier zur Übersetzung im Internet.

Die wörtliche: Die Elberfelder Bibel

Mein persönlicher Liebling. Ziemlich wörtlich, doch noch flüssig zu lesen. Zahllose Anmerkungen geben Hilfe, dem Wörtlichen noch näher zu kommen. Für mich hat diese Übersetzung etwas Unmittelbares, was die anderen nicht so haben. Man mag ihr vorwerfen, sie sei etwas für Insider. Und ich werde nicht widersprechen.

Aber lies selbst!


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