Posts Tagged ‘Traum’

Nach Brüssel gehen

8. 10. 2014

Nach Brüssel gehen – wäre für die einen Strafe, für die anderen Traumerfüllung.

Und bei dir so?

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Besiege das Böse durch das Gute

23. 9. 2014

Lass dich nicht vom Bösen besiegen,
sondern besiege das Böse durch das Gute!
Bibel, Brief des Paulus an die Römerbrief, Kapitel 12, Vers 21

Das ist leicht gesagt und schwer getan.
Der Verfasser, Paulus, traut es der christlichen Gemeinde in Rom zu. Und wir sollten es uns und anderen Menschen auch zutrauen. Oder zumuten: Dem Bösen widerstehen, indem wir das Gute tun. Wir können das. Wir müssen nicht die Aggression ausleben. Wir müssen nicht nachkarten. Es geht.

Gerade im Kleinen ist es nötig. Die schlechte Laune der Arbeitskollegen, die dumme Bemerkung der Nachbarin, das kann ich freundlich erwidern. Nur: es ist so anstrengend. Es entspricht oft nicht dem ersten Impuls. Das erste Signal ist oft: Ich werde stocksauer. Was mir dann hilft, ist, das böse Gefühl vorüberziehen lassen. Und dann kann ich überlegen, was ich tun kann, damit die Lage gut wird.

Gerade im Kleinen ist es nötig, doch oft helfen mir die großen Beispiele: dass Menschen sich versöhnen, die eigentlich Feinde sein können. Wie Phyllis und Aisha. Beide sind Mütter.
Phyllis Rodriguez hatte einen Sohn. Greg ,35 Jahre. Er hat im World Trade Center gearbeitet, 103. Stockwerk. Am 11. September 2001 ist er dort verbrannt, zusammen mit bald dreitausend anderen Menschen.
Aisha el-Wafi hat auch einen Sohn. Zacarias. Er sitzt im Gefängnis. Er hatte sich für die Attentate vorbereitet, aber war ein paar Tage vorher entdeckt und festgenommen worden. Seine Mutter hatte davon keine Ahnung gehabt.
Sie schämte sich für ihren Sohn.
Sie wollte die Angehörigen von Menschen kennen lernen, die durch die Attentate gestorben sind. Und ihr Mitgefühl ausdrücken. So fand sie Phyllis. Die beiden lernen sich kennen, erzählen einander von ihren Söhnen. Weinen miteinander. Werden im Laufe der Zeit zu Freundinnen.

Und dann der Gerichtsprozess gegen Zacarias. Der Staatsanwalt plädiert auf Todesstrafe. Aber 35 Angehörige von Opfern wurden zu Fürsprechern für ihn. Er war ja nicht beteiligt . Er war ja schon im Gefängnis, als die Attentate passierten.
Außerdem: „Unsere Angehörigen werden dadurch nicht wieder lebendig, dass er stirbt.“ Vergeltung hilft niemand. Was wir brauchen ist Versöhnung.
Auch Gregs Vater hat ein solches Plädoyer gehalten. Dieser Einsatz hatte Erfolg. Zacarias blieb am Leben. Er hat jetzt eine lebenslange Gefängnisstrafe. Und die Mütter arbeiten miteinander für Versöhnung.

(Siehe http://theforgivenessproject.com/stories/phyllis-rodriguez-aicha-el-wafi-usa/
Informationen auf Deutsch: https://de.lifestyle.yahoo.com/freundschaft–aicha-el-wafi-und-phyllis-rodriguez-162326133.html )

Oder die Angehörigen der ermordeten Jugendlichen in Israel und Palästina: während das für die Mehrheit auf beiden Seiten Anlass war, zu den Waffen zu greifen, haben sich Angehörige der Jugendlichen von beiden Seiten getroffen und sich gegenseitig getröstet. (http://forward.com/articles/201500/families-of-slain-israeli-and-palestinian-teens-tu/

Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute! Wir können es. Wir können es versuchen. Und wir können einander dazu ermutigen.

Eine gute Zeit in diesem Herbst!

Andacht im Gemeindebrief (September bis November 2014)

Traumstraße

12. 6. 2012
promenade en bateaux

promenade en bateaux (Photo credit: Wikipedia)

An einem Ausschlafmorgen wache ich sehr früh auf, lege mich zur Seite und schlafe wieder ein. Wie so  oft folgt ein verworrener Traum. Mitteilen möchte ich meine Lieblingssequenz. (Ich hätte Mühe, mehr davon wiederzugeben; verworren halt.)

In einer großen Stadt soll ich zu einer bestimmten Adresse. Sie lautet Lass dich überraschen Nummer 3.
Ich blättere im Straßenverzeichnis des Stadtplans und denke: „Eine Straße mit Namen ‚Rätselspaß‘ wäre auch nicht schlecht.“

Es ist in diesen Zeiten doch ernsthaft zu überlegen 😉 , ob es nicht Heiterkeitsecken, Humorviertel und ausgewiesene Spaß-Orte geben sollte.

Nachbeben-Nachklapp

4. 4. 2012

Ein verstörender Traum Ende Februar:
Sonnendurchflutetes Frühjahr, die Kircheiber Kirche, jetzt hat sie einen Nebenraum aus den Sechzigern oder Siebzigern, dunkel, ungemütlich – warum bemerke ich ihn erst jetzt, nach 12 Jahren in der Gemeinde? Und vor der Kirche wird gegraben, an vielen Stellen, archäologische Arbeiten – wer hat die Leute bestellt? Nachdenklich nach dem Aufwachen.

Rütteln die kleinen Erschütterungen an den Grundfesten, so dass ich genauer hinschauen sollte, was da so ungemütlich in den Sechzigern und Siebzigern war? Will da etwas Neues werden, was ich noch nicht einmal in Umrissen ahne?

Das Projekt Theomix ist in einer Wegbiegung, und was dahinter kommt, weiß ich nicht. Theomix ist auch immer Kopf und Herz von mir. Auch geistlicher Weg – oder zumindest Rechenschaft darüber.

Erst mal setze ich die Rekreationspause fort, bis Ostern.

Kurz mal aufs Streckbrett

1. 11. 2010

Die Versuchung des Antonius, von Matthias Grünewald anschaulich in Szene gesetzt.

War das nicht meine Lage? Jede Nacht brachte eine Unmenge Schlaf mit schweren Träumen. Sie zerrten und zogen an meiner Seele wie die Dämonen an Antonius. Ausgespannt zwischen den beruflichen Herausforderungen der Gegenwart (und konkreter darf es nicht werden), der beruflichen Misere der Vergangenheit: würdelos behandelt zu werden, und anderen Miseren: Ich fing schon an den Urlaub insgeheim „mein Purgatorium“ zu nennen. Es nahm mich nicht Wunder, dass zuguterletzt mein Darm verrückt spielte und mir ein FastFasten auferlegte. Immerhin war ich dann auch erleichtert. Und leicht ist es auch dem Auferstandenen.

Wird die Anfechtung nicht bewusst ausgetragen, dann kommt sie über den Tunnel der Träume ins Körperliche geschlichen.

Dreimal Buchhandlung, 3. Teil

21. 8. 2009

Dreißig Jahre nach dem Abitur taucht die Buchhandlung mit ihrer Düsternis in meinen Träumen auf. Es ist eine bedrückende Atmosphäre, egal, was sich in meinem Traum ereignet.

Bei einer Fortbildung am Ort nutze ich eine Mittagspause zu einer ‚Konfrontationstherapie‘: Ich will die alten Räume aufsuchen. Aber so einfach ist das nicht: Das Gebäude steht da, auch gibt es immer noch eine Apotheke nebenan. Aber statt der Buchhandlung finde ich ein Bistro. Der Blick hinein zeigt Helligkeit statt Finsternis. Ich habe kein Interesse es zu betreten. Die Buchhandlung ist umgezogen. An der befahrenen Hauptstraße liegt sie, und ihr Raum ist hell.

Ich schaue mich um, und  aus einem hinteren Raum kommt eine Frau, ich beginne ein Gespräch. Erzähle, dass ich bis vor 25 Jahren hier gewohnt habe. Warum denn dieser Umzug? Die Besitzerin ist es, mit der ich mich unterhalte, und sie gibt als Grund an, der Pächter habe gekündigt. Lange sei das her, über 20 Jahre…

Ich gehe, ohne ein Buch zu kaufen, aber um einige Informationen reicher. Und seither ausgeblieben sind bedrückende Träume von einer Buchhandlung mit dunklen Räumen. Die kleine Therapie hat gewirkt.


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