Posts Tagged ‘Trauer’

Neu auf der Liste

20. 2. 2014

Da sitzt er vor mir, ein Häufchen Elend, ich könnte mit ihm heulen. Hampelt an Geschichten herum, die Jahre her sind. Hat vieles erlebt und wenig erreicht. Hat Wunden und Striemen an der Seele.

Die Tränen: Trauer, Wut, Enttäuschung. Kein Frieden. Eine um die andere Baustelle tut sich auf. Wo kriegt er Hilfe? Läuft er in einen dunklen Trichter? Liegt der Trichter nicht im Dunkeln, weil Licht Schatten wirft? Er kann das Licht nicht sehen.

O Gott. Alle Hebel möchte ich in Bewegung setzen, und ich weiß, meine Kraft reicht nur für wenige kleine. Du am längeren Hebel, nimm ihn in deine Hut. Er ist eine Kaktusbeere. Er sieht nur seine Stacheln und spürt die süße Frucht nicht. Wer kann ihm die Dornen nehmen, die nach innen gewachsen sind? Du? Bitte schnell.

Vase face. Painted by Emil 2005. {{GFDL}}

Wenn Bibelleser sterben

29. 1. 2013

Am 29. Dezember kam er auf Intensiv. Erst sah es gut aus. Dann ging es ganz plötzlich bergab mit allem und so ist der alte Herr aus der Welt gegangen.

Abends, beim Gespräch im Haus des Verstorbenen:

„Wissen Sie, was wir unter anderen Papieren auf seinem Schreibtisch gefunden haben?“

Ich bekam einen Andachtskalender zu sehen.
Obenauf das Kalenderblatt vom 28. Dezember.
Oben stand:

Simeon sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast.
Lk 2, 29

Es traf, dieses Wort.

Pfffft – Luft raus

26. 11. 2012

Heute kam die Nachricht: Mit 52 Jahren gestorben. Aus dem näheren Umfeld.

Ich unterbreche das normale Programm für ein paar Tage. Wir lesen uns!

Fast eine Elegie IV

8. 5. 2010

zwiespalt

ich habe dich nicht geliebt
distanz strahlst du aus
nie gehörte ich zu dir
ich habe es versucht
aber da war keine liebe

Eine zeitlang waren wir verbunden
lange her
nun  geht es gegen dich
und die dich noch lieben
die sind mir lieb

und es greift mir ans herz
wie sie dich schützen wollen
und weilte ich unter euch
ich wäre nicht auf eurer seite
nie und nimmer

aber was tiefer liegt
das ist der liebe wert
und macht mich traurig
die ewig verpassten chancen

Fast eine Elegie III

7. 5. 2010

lösung ohne wahre helden

I

die lösung
hieß flucht

entronnen

und dennoch
das herz schwer

II

die lösung
war keine
kurz kehrtest du zurück

die erinnerung
wie ein flussdämon
im weg

„ich lasse dich nicht
du segnest mich denn“

III

der da der sonne entgegengeht
nach durchkämpfter nacht
als sieger präsentiert
auf immer
an der hüfte geschlagen
innendrin kein held

II und III spielen an auf 1. Moses/ Genesis 32, 23 – 33

Fast eine Elegie II

6. 5. 2010

anfechtung

kritische fragen
ein leichtes

spott
haut nicht um

kleinkariertes denken
verletzt die seele

maulende schafe lenken
der mut des hirten erlahmt

Fast eine Elegie I

5. 5. 2010

nachrichten von dort
wo wir nicht mehr sind

ich dachte
mehr rücken zur wand
wie damals in der zeit
als wir den ausweg suchten
geht nicht

ich habe mich geirrt

aber retten
von hier aus
geht auch nicht

Wochenplan

3. 5. 2010

Morgen kommt die Kühlschrankweisheit.

Dann  folgt eine kleine Reihe poetischer Texte: „Fast eine Elegie“. Sie greift Geschehnisse auf, die lange zurückliegen. Das Unerfreuliche liegt lange zurück und schien bewältigt. Durch eine Begegnung vor etlichen Wochen, durch Telefonate und einen kurzen Mailwechsel trat das Unbewältigte wieder vors seelische Auge.

Wer meine Geschichte weiß, ahnt, worum es geht. Wer sie nicht kennt, soll wissen: Diese Klage ist rückwärtsgewandt. Sie hat mit der aktuellen Arbeit und den gegenwärtigen Freundschaften nichts zu tun. Meine Perspektiven, meine Hoffnungen bauen sich vom jetzigen Lebensmittelpunkt auf.

Ich kündige auch sonst nicht so etwas an. Aber diese Woche wird der Blog etwas ernster als gewohnt. Dafür ist er aktuell…

EIGENTLICH 2 wird davon nicht im Kern berührt.

Fast ein Beitrag

11. 4. 2009

Vor einigen Jahren musste ich ein Mordopfer beisetzen. Ich wollte daraus einen längeren Beitrag machen.

Auch mit vielen Jahren Abstand: Ich kann nicht wie sonst schreiben.  Ich habe das Gefühl, ich würde einen „interessanten Fall“ beschreiben, statt den Angehörigen Ruhe zu gönnen. (Auch wenn ich es anonymisiere.)

Ich belasse es bei dieser Andeutung und wünsche einen besinnlichen Tag – mit stiller Lebensfreude und guten Gedanken. Auch ein paar Sekunden Gedenken für die Opfer von Gewalt und Verbrechen.

Abgesang

10. 4. 2009

Als ich dieses Video das erste Mal sah, bin ich mächtig erschrocken. Ich war nie Johnny-Cash-Fan, aber diese Bilder waren niederschmetternd: Ein verfallener alter Mann. Ein trauriger Anblick. An seinem Todestag hat die Nachrichtensendung „heute“ dieses Video ausgestrahlt. Passend.

Und nicht nur wegen der Kreuzigungsszene setze ich diesen Beitrag auf den heutigen Tag, Karfreitag. In diesem Video-Clip ist einiges zu sehen, was Leben und Leiden ausmacht: die Erinnerung, das Leben im Rückblick, Zorn, Schmerz, Liebe.

Und was wird aus uns, wenn wir aus der letzten Kurve in die Zielgerade kommen. Und wer weiß schon, ob das Stück gerade eben das letzte war oder nicht?

Geschützt: Ins Herz geschnitten

6. 3. 2009

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