Posts Tagged ‘Theologie’

Heute ist Reformationstag

31. 10. 2009

Ein kurzes, einprägsames Video über die Anfänge der Reformation.

Drei Fische aus dem Netz gefischt

26. 9. 2009

1. Neu seit gestern: die Seite evangelisch.de

Hier gibt es leicht verständliche Ausführungen zu vielen Fragen des Lebens aus evangelischer Sicht. Da es DIE evangelische Sicht aber nicht gibt, ist vieles vorsichtig formuliert.
Mir ist es ein bisschen zu bunt auf der Startseite. Aber sonst: ein guter Querschnitt.

2. Das „Steini-Girl“ macht Furore.

Wer hat denn diese Ironisierung des Obama Girls, Crush for Obama, in Gang gesetzt?

Die Süddeustche hat etwas darüber geschrieben.

3.  „Experimental Theology“ – eine Traumseite

Wer gut Englisch kann und mal etwas originell Theologisches lesen mag:

http://experimentaltheology.blogspot.com/

Der Autor ist von Haus aus Psychologe und hat im Nachklapp eine theologische Ausbildung gemacht.

Die Theologie der Peanuts (also Charlie Brown & Co) wird hier entschlüsselt, und auch Calvin und Hobbes werden bedacht. Und noch manches mehr. Wirklich theomix-tauglich!

Mit ganzem Herzen halb anonym?

18. 9. 2009

Auf Dauer, merke ich, kann es nicht so bleiben: Die ganze Welt soll meinen Blog lesen, nur nicht das „gallische Dorf“, in dem ich wohne?

Auf Dauer kann ich nicht, wie ich im „About“ geschrieben habe, den Theologen vom Pfarrer trennen. Es stimmt zwar, ein Pfarrer macht Urlaub und geht irgendwann in Pesnion. Trotzdem müssen Pfarrersleut alles, was sie in der Öffentlichkeit tun oder nach außen geben, verantworten.

Zur Zeit ist der Theomix-Blog meine Spielwiese für den Theologen in mir. Da spielt dann der Pfarrer manchmal mit hinein. Nun merke ich: Irgendwann werde ich dies beenden. Welche Konsequenzen das hat, weiß ich noch nicht.

Möglichkeiten:

  • Völlig aufhören und  nur noch kommentieren.
    Dafür macht es mir aber zu viel Spaß.
  • Anonymität beenden und ansonsten weiterwursteln wie bisher.
    Aber da wird ganz schnell die Schere im Kopf Zensur ausüben.
  • Zwei getrennte Blogs.
    Aber das ist noch mehr Aufwand, es wäre mir einfach zu viel.
  • Den Pfarrer draußen lassen, wo es vertraulich zugeht.
    Was dann hieße, die (meisten) Pfarrers- Tagebuch-Einträge kommen raus. Und würde ich das eh schon verstreuselte Geburtstagsbild herausnehmen? Das sieht mir im Moment aber als die beste Lösung aus.

Ein bisschen Arbeit deutet sich am Horizont an…

[9.06 Uhr: Im Sinne des letzten Punktes habe ich schon etwas gewirkt…]

Entdeckung

24. 8. 2009

In einem Kommentar hatte Hausfrau Hanna  auf die Seite von Lorenz Marti verwiesen. Ich habe gelesen, es war ein Genuss. Ein paar Tage habe ich mich besonnen und dann seine beiden Bücher bestellt.

Lorenz Marti ist Journalist und beschäftigt sich privat und beruflich mt „religiösen“ Fragen. Seine beiden Bücher sind

Wie schnürt ein Mystiker seine Schuhe?
Die großen Fragen und der tägliche Kleinkram

und

Wer hat dir den Weg gezeigt? Ein Hund!
Mystik an der Leine des Alltäglichen
.

Er gibt Anregungen zur Alltagsspiritualität: ob bei der Fahrt mit dem Bus oder auf dem Weg durch den Bahnhof, immer wieder findet sich ein Anlass zu spirituellen Gedanken.

Für ihn ist Spiritualität „eine Liebeserklärung an das ganz Gewöhnliche“, wie es auf der Rückseite von „Wie schnürt ein Mystiker…“ heißt, und in der Einstimmung sagt er dort (S. 12): „Spiritualität ist für mich nur dann von Bedeutung, wenn sie etwas mit dem ganz konkreten Leben zu tun hat.“

Bei seinen Betrachtungen zitiert er aus einem Fundus  von Meister Eckhart über die indischen Weisen und die ägyptischen Wüstenväter hin zu Zen-Koans. Ein weiter Horizont.

Wer schnuppern möchte, hier gibt es einige Texte.  Für mich geht der Genuss weiter. Seite um Seite. Und wenn ich auch eine Spurbreit stärker in christlichen Texten zu Hause bin: Mir ist, als wäre Lorenz Marti der Hausautor des Theomix-Verlags. 😉

Noch so ein Jahr: Calvin – 2

30. 7. 2009

Es klang so nett beschrieben, da habe ich es mir bestellt, das Buch über Calvin. Und es war für mich ein echter Knaller, um es mal populärdeutsch zu sagen.

Klaas Huizing
Calvin
… und was vom Reformator übrig bleibt.

Der Autor ist ein mir bis dahin unbekannter Theologe, lehrt an der Uni Würzburg und schreibt gern Krimis.

Das prägt. Ich habe lange nicht mehr so ein unkonventionelles theologisches Buch gelesen.

Das erste Kapitel steigt ein mit den Comicfiguren Calvin und Hobbes. Und dem Wikipedia-Wissen über Johannes Calvin, zusammen mit Erinnerungen aus seiner eigenen Geschichte. Das zweite wagt einen Vergleich mit Luther anhand von Porträts der beiden Reformatoren. Gelungen.

Und Seite um Seite macht er Calvins Anliegen deutlich – die bejaht er. Er beleuchtet seine Biographie, ohne zu beschönigen.

Calvinist bin ich übere die Lektüre nicht geworden. Aber einiges an Calvin hat mich fasziniert. Etwa seine nüchterne Art die Bibel auszulegen. Oder die deutliche Abkunft vom Humanismus.

Witzig, spritzig. Ach, so kann Theologie auch sein? Gott sei Dank.

Noch so ein Jahr: Calvin – 1

29. 7. 2009

Irgendwann konnte ich sie nicht mehr ab, diese „Jubeljahre“, ausgerufen um verstaubten Akten Leben einzuhauchen. Und 2009 eben Calvin. „Um den kommst du nicht herum,“ sagte ich mir, „so zentral wie er im evangelischen Bereich ist.“

Bei Calvin  hatte ich es insgesamt ja ganz gut geschafft. Auf allen Bildern so eine finstere Erscheinung, nein, bei aller Neigung zur reformierten Variante des Protestantismus, Calvin war mir suspekt. Pflichtgemäß habe ich mir mal seine Institutio gekauft, kurz angelesen und in den Schrank gestellt.

Nun also: 2009 – vor 500 Jahren geboren. Auf gut Glück habe ich mir ein recht aktuelles Buch bestellt, vielleicht schließt es mir Calvin ein wenig auf.

Fortsetzung morgen.

Noch ein Jubiläum – fast vergessen

7. 5. 2009

Meine unnachahmliche Lieblingszeitschrift hat einen Artikel über Simone Weil herausgebracht: „Zeugin des Absoluten“. Sehr interessant.

Auch der Lieblingssender hat eine Sendung über Simone Weil ausgestrahlt, deren Manuskript gibt es als PDF hier.

Anlass ist der hundertste Geburtstag.

Radikal und höchst unkonventionell. Sie versteht sich als Christin, lässt sich aber nicht taufen. („Die sozialen Gefühle sind heute so übermächtig, dass ich es für gut erachte, wenn einige Schafe außerhalb des Stalles bleiben, um zu bezeugen, dass die Liebe zu Christus wesentlich etwas ganz anderes ist.“)

Schade, dass ich so wenig Zeit habe, solchen interessanten Hinweisen nachzugehen.

„Den zornigen Vater gab es nicht“

17. 4. 2009

Unter diesem Titel lief  am Karfreitag auf WDR 5 in der Reihe „Lebenszeichen“ eine hochtheologische Sendung von Eike-Christian Hirsch. Auf der Seite kann man sich den Beitrag anhören oder ein pdf-Dokument herunterladen.

Seine Grundthese: Karfreitag wird in der Bibel vielstimmig gedeutet. Jede Theologin, jeder Theologe hat hier die Aufgabe eines Regisseurs, aus den Fragmenten ein zusammenhängendes Stück zu entwerfen.

Ich empfehle allen am Thema Interessierten die Lektüre. Zum Anhören war es mir zu schwer, das Lesen ist auch nicht immer leicht. Es ist aber wie jede gute Theologie anregend.

Hier geht es zur Seite „Den zornigen Vater gab es nicht: Warum Jesus dennoch am Kreuz starb“.

Treffen sich…

30. 3. 2009

Dieser Witz hat  vor einigen Jahren in unserer Gegend die Runde gemacht. Aber ich erinnere gern an ihn. Und wer ihn noch nicht kennt, nehme ihn mit und erzähle ihn weiter.

Treffen sich drei Pfarrer, sagt der eine: „Bei uns haben wir riesige Probleme mit den Fledermäusen. Habt ihr da Erfahrungen, was man machen kann?“ „Wir,“ sagt der zweite, „schicken den Küster mit dem Gewehr in den Kirchturm. Der knallt eine ab, die anderen sind verscheucht.“ „Und wie lange wirkt es?“ „So vier Wochen. Aber was macht ihr denn?“ „Wir räuchern aus.“ „Und?“ „Ja, so ein halbes Jahr haben wir Ruhe.“ „Und du?“ wenden sich beide an den dritten. Der sagt achselzuckend: „Wir haben das Problem gelöst.“ „Wie das?“ „Ja, wir haben die eingesammelt, ich hab die getauft, dann konfirmiert – da sind sie weggeflogen und wir haben nie wieder eine gesehen.“

„Gott braucht keine Sühneopfer“

25. 3. 2009

Das sagt Präses Nikolaus Schneider, der „Bischof“ der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Ich versuche auch ein Herz für die zu haben, die am Sühnopfer-Gedanken hängen. Sie hat über Jahrhunderte geprägt.

Aber es spricht mir aus der Seele, also dem tiefen Herzen, wenn ein führender Kopf einer evangelischen Kirche das sagt. Gott braucht keine Menschenopfer! Das haben die Juden schon seit frühester Zeit kritisiert…

Hier die Pressenotiz der Rheinischen Kirche.

Und hier der ausführliche Artikel in chrismon.

Bonhoeffer, hin und her: Was bleibt?

6. 2. 2009

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“: ein wunderbares, sehnsuchtsvolles Lied. Ich habe ein Mal eine Interpretation gehört, es sei ein Versuch, religionslos den Glauben zu beschreiben. Dadurch findet Bonhoeffer eine Sprache, die heute noch spricht.

Was bleibt vom „religionslosen Ansatz“? Für uns heute wohl nicht so viel, wie Bonhoeffer erwartet hat. Die Religion ist mit dem Missbrauch des Religiösen durch die Nazis nicht zu Ende gegangen. Im Gegenteil, sie ist seit einigen Jahren wieder im Kommen. Die Kirchen sind Anbieter auf dem „religiösen Markt“ wie andere auch. Und viele in den Kirchen wollen dann auch gut mitziehen, um sich behaupten zu können.

Aber andere Stichwörter sind wichtig geworden. „Die mündig gewordene Welt“: Die Welt kommt ohne Gott aus, sie ist selbstbewusst. Und so können wir auch nicht mehr so tun, als bestünde Christsein im regressiven Verhalten. Das mündige Christsein ist gefragt.

Eine autoritär gestrickte Theologie ist im Mainstream auch nicht mehr populär zu machen. Auch da kann Bonhoeffer nicht punkten? Mein Herz blutet bei dem Gedanken, ihn nur den „Glaubensstrengen“ zu überlassen.

Beide Ansätze, den religionslosen mit dem autoritären sind schwer nur unter einen Hut zu kriegen, und beide Brennpunkte sind nicht mehrhrheitsfähig.

Was bleibt? Sein Lebenszeugnis, sein Verantwortungsbewusstsein, sich auch außerhalb kirchlicher Mauern im christlichen Sinne zu engagieren.

Und seine Bücher sind nach wie vor auf dem Markt. Es kann nicht schaden sie zu lesen – auch wenn man sich an ihm und seinem Denken reibt. Reibung erzeugt Wärme – oder Funkenflug, je nachdem 🙂

Und die Mündigkeit, die kann ich nicht oft genug betonen.

Bonhoeffer, hin und her: Meine Geschichte

5. 2. 2009

Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger kam man an Bonhoeffer nicht vorbei. Wenigstens nicht im Theologiestudium. ich weiß nicht, wie das heute ist.

„Widerstand und Ergebung“ habe ich als erstes gelesen, noch vor oder zu Beginn des Studiums. Ganz begriffen habe ich es wohl nicht. Es hinterließ noch keine Wirkung

Die „Nachfolge“ faszinierte mich dann aber. Abraham als Leitfigur, die Auslegung der Bergpredigt, das war gut geschrieben, nachvollziehbar. Vieles verlockend.  Ein gewisser Widerstand meldete sich im Laufe der Zeit, als Nachwirkung. Schon recht autoritär, das da…

Ist er damit ein Kind seiner Zeit? Lange habe ich mich mit der „Ethik“ beschäftigt. Er versucht sie christologisch zu begründen – und kriegt es nicht über Fragmente hinaus.

Und dann noch einmal „Widerstand und Ergebung“. Jetzt verstehe ich schon mehr. Verstehe, wie sehr  die Vision der Kirche nach dem Krieg weitab zur tatsächlichen Entwicklung lag. Merke, wie die Idee des „religionslosen Glaubens“ einen berühren kann. Bin fasziniert vom Begriff „Mündigkeit“

Zu guter Letzt bekomme ich mit einem Buch über einen Vergleich von Camus und Bonhoeffer einen interessanten Ansatz, der zur Moderne herüberreicht.

Ich kann nur sagen, er hat was. Es lohnt sich mit ihm zu beschäftigen. seine Lebensgeschichte ist spannend. Ob man sich die dicke Biographie von Bethge antut, oder seine rowohlt-Monographie. Oder als Jugendbuch von Renate Wind: Spannend zu lesen, wie er sein Leben gestaltet und wie es dann wirklich abläuft, was ihn bewegt und was er denkt und glaubt…

Bonhoeffer, hin und her: Zur Person

4. 2. 2009

Mit Dietrich Bonhoeffer ist es eigenartig. „Von guten Mächten wunderbar geborgen““ ist einer der bekanntesten religiösen Texte (und ein sehr guter). Dass er ein „religionsloses Christentum“ entworfen hat, gerät allmählich in Vergessenheit.

Er wandelt sich vom kirchendistanzierten Großbürgerssohn über den kirchlichen Querdenker zum  Oppositionellen. Als Außenseiter der Bekennenden Kirche bekommt er Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli. Schon vor dem Attentat kommt er in Haft. Von dort kann er Briefe und Nachrichten herausschmuggeln. Als er ins Gestapo-Gefängnis kommt, bricht der Kontakt ab, es gibt nur noch wenige Dokumente, als letztes das genannte Gedicht. Mittlerweile mehrfach vertont.

Die gesammelten Briefe kommen in den 50-ern heraus, „Widerstand und Ergebung“. Es zeigt sein Ringen mit überkommenen Vorstellungen von Gott, immer mehr trennt sich der christliche Glaube von einer missbrauchten Religion. Das hat er von Karl Barth, aber er durchdenkt und durchlebt Konsequenzen.

Auch die Ethik, eher drei fragmentale Ansätze, aus den Jahren 1941 bis 43, ist bedenkenswert. In frömmeren Kreisen blieben seinen Bücher „Nachfolge“ und „Gemeinsames Leben“ im Gedächtnis, beide Bücher aus der Zeit als Leiter des Predigerseminars Finkenwalde.

Mit 39 Jahren wurde er von den Nazis kurz vor Kriegsende getötet. Heute vor 93 Jahren wurde er geboren.  Er hinterlässt kein abgeschlossenes Werk. Das hat viele ermutigt, seine Gedanken und Visionen fortzusetzen.

Urlaub und Theologie

7. 1. 2009

Nach dem 1. Januar begann der Urlaub, gestern hörte er auf.  Heute ist der erste Arbeitstag, die vom Schreibtsich gefegten Papierstapel müssen erneut gesichtet werden. Und was sonst noch so anfällt.

Konsequenzen fürs theologische Bloggen? Vielleicht wird es wieder theologischer… 😉

Welchen Einfluss hat Urlaub auf das theologische Arbeiten? Ich nehme anders wahr, habe mehr Zeit für Kultur. Für Begegnungen. So habe ich Museumsbesuche in Bonn sehr genossen. Und der Besuch über Neujahr war auch anregend.

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Zwischen-Reflexion

26. 11. 2008

Was mache ich da? Lauter Sprach-Glossen. Und wo bleibt die Theologie zwischen Kopf und Herz?

Theologie ist Sprachgeschehen. Daher billige ich mir sensiblen Umgang mit sprachlichen Phänomenen zu. Und erlaube mir eine Zeitlang darüber zu schreiben.

Anmerkungen zur Spiritualität geraten zwischen Mitte November und 24. Dezember eh etwas dünn. Es wäre eine weitere Betrachtung wert: Warum ist die Adventszeit sogar für manche Verantwortliche in der Kirche so hektisch?

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