Posts Tagged ‘Sucht’

Meine Suchtgeschichte

15. 3. 2016

Vermutlich, meinen einige Menschen meiner Umgebung, sei ich smartphonesüchtig. Ich wage nicht zu widersprechen, denn damit würde ich den Verdacht ja nur bestätigen.

Davor war ich übrigens internetsüchtig.

Bevor das Internet ins Haus kam, war ich computersüchtig.

Und das alles habe ich überlebt und mein Hirn auch.

Was war eigentlich vor den PC’s? Ich konnte stundenlang telefonieren. (Das kann ich, glaube ich, immer noch.) Und ich habe einfach nebenher das Radio laufen lassen. Diese Süchte sind mittlerweile schon nicht mehr in der Statistik.

Brettspielsüchtig könnte ich auch gewesen sein, doch ja, phasenweise war ich das, also quasi ein Quartalsspieler. Besser: Quartalsbrettspieler.

Und morgens die Tageszeitung: Manchmal konnte ich mich bis mittags nicht losreißen.

Ich erinnere mich weit zurück: Fernsehsüchtig war ich auch.

Nachdem ich den Comics-Entzug überlebt hatte, habe ich Bücher geradezu verschlungen. Ich war also ein echter Bücherwurm. Nun gut, heute wäre das eine Tugend. (Die Harry-Potter-Lese-Revival-Phase ist ja nun auch 15 Jahre her.)

Zähle ich richtig zusammen? Neun nichtmaterielle Süchte habe ich überlebt. Und nun wird mich die zehnte Sucht, das Smartphone, zur Strecke bringen. Oder braucht es noch eine elfte? Und was wird passieren? Wird mein Kopf implodieren? Werde ich das Sprechen verlernen? Na ja, sagen Experten, mit unvollstä Sätz sol es anfang. LAchhaf…

Auch er, ja auch er…

15. 4. 2013

Natürlich, die Nachrufe priesen ihn in den höchsten Tönen. Auch zu seinen Lebzeiten hätten ihm Lobhudeleien keinen Cent gebracht. Aber vielleicht der Seele in dem zum Schluss zerschundenen Körper gutgetan.

Das Leben kann so verlogen sein. Erst recht, wenn die Akteure mitlügen. Suchtstrukturen von vorn bis hinten. Aber wer durchschaut das schnell genug? Natürlich hat er sich selbst ruiniert. Deshalb ist er auch selbst gestorben. Gerade mal über Fünfzig.

Die Ruhmesreden helfen über das schlechte Gewissen hinwegzukommen. Dieses Leben war verpfuscht. Unrettbar. Und plötzlich Schluss. Das hatte ungeheurer Wucht. Ein Schlag in die Magengrube: Nie wieder kannst du ihn erreichen. Auf „Zurückspulen“ drücken wäre schön gewesen. Wer einmal so überraschend Abschied nehmen musste, kennt das Verlangen – und weiß, wie schwer Kopf und Herz begreifen…

 

Ein saures Aufstoßen zum Wochenbeginn. Sorry. Ab und zu einen Roten? Ich will das jetzt nicht diskutieren. Und Nachrufe? Bitte nicht warten! Schon jetzt an die bekannten Adressen. Sofort!

Bleibt sauber und kommt ohne Rausch durch die Woche!

Zum Gedenken an den ungenannten Erwähnten und die anderen Opfer des selbstgepanschten Unglücks. Und mal wieder: Nein, nicht aktuell und auch kein Jahrestag. Myriam Bryant hat das angestoßen…


%d Bloggern gefällt das: