Posts Tagged ‘Poesie’

Stichwort „freiwilliger Humor“

11. 8. 2011

Liebe Freundinnen und Freunde des freiwilligen Humors,

ein neuer Abend unter der Überschrift „EIGENTLICH“ steht an.

EIGENTLICH FRISCH AUFGEBRÜHT

Starke Texte

Süße Melodien

Heiße Rhythmen

Schwarzer Humor

– alles flüssig vorgetragen

Mit Thomas Kagermann (Musik)

und Jörg Wilkesmann (Wort)

Keine Fragen, oder: Gemichte Zeilen

3. 8. 2011

Für Philipp B., und er ahnt auch, warum.

Fragt mich nicht,
ach, fragt mich nicht:
„Was bedeutet dies gedicht?“
Ich bin nicht auf sinn erpicht.

Der reim ist dicht,
der inhalt schlicht,
d’rum nenne ich es auch gedicht.
So weit besteht noch klare sicht.

Und seh ich licht,
kriegt das gewicht –
so, wie ein brummbass lauthals spricht:
Hoch lebe jeder sinnverzicht!

Doch zerrt mich nicht
vor ein gericht.
Das wäre eine läst’ge pflicht,
mit schreiben wär endgültig schicht.

Unübertroffen

2. 5. 2011

Gert Fröbe rezitiert „Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst“ von Christian Morgenstern:

Nachlesen lässt es sich auch.

EIGENTLICH ÜBERFÄLLIG

29. 3. 2011

Ein Frühlingsabend, fast noch im März

Mit Thomas Kagermann (Musik) und Jörg Wilkesmann (Wort)

Seriöser Ulk und humordurchdrungene Ernsthaftigkeit sollen sich wieder einmal ein Stelldichein geben.

Wenn Sie das da jetzt nicht verstehen: Es soll einfach ganz lustig werden am Freitag Abend, es kann aber auch manchmal ein bisschen ernsthaft sein.

Kommen Sie und lassen Sie sich überraschen!

Und wenn es nicht anders geht, kommen Sie zu spät!
Das ist auch ganz überraschend.

Freitag, 1. April, 19.30 Uhr
evangelisches Gemeindezentrum
Hauptstraße 52 b / Ecke Schulstraße
53567 Asbach

Werners Gastbeitrag

20. 1. 2011

Die Schnecke

Im Schneckenhaus brennt niemals Licht –
Ein solches Leben liegt mir nicht;
Mir liegt viel mehr das Helle!

Des Schneckentiers Geschwindigkeit
Ist mir zu lahm, sie kommt nicht weit;
Mir liegt viel mehr das Schnelle!

Als Schnecke wär mir gar nicht wohl:
Hier ein Salat – und dort ein Kohl –
Dazwischen: lange Strecke.

Wenn ich es einmal eilig hab,
dann nehm ich meinen Wanderstab,
Und biege um die Ecke.

(nicht von C.M. sondern von W.B.)

Schwarz-grau-stumm

19. 1. 2011

Christian Morgenstern:

Der Rabe Ralf

Der Rabe Ralf
will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still
huhu

Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt’s nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
’s ist nicht so schlimm
will will still still
huhu

Doch als ein Jahr
will will hu hu
vergangen war
still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot
will will still still
du du

Aufhellende Interpretationen senden Sie bitte an den Deutschlehrer Ihres Vertrauens (respektive Deutschlehrerin Ihres Vertrauens).

Winterbegegnung

10. 12. 2010

Haiku

der schneehaufen wächst
und begegnet mir bald schon
auf augenhöhe

 

EIGENTLICH vorbei und keine Zeit

23. 8. 2010

Es war wieder ein schöner Abend. Dieses Mal, wie schon in Kommentaren angedroht, gibt es keine you-tube-Verfilmungen.

Ein handverlesenes Publikum folgte unserem spontanen Programm und gab auch Rückmeldungen. So macht das Laune!

Ein Drittel weinendes Auge ob all derer, die mich im Vorfeld zu einem Termin am Freitag Abend ermutigt haben: Sie glänzten durch Abwesenheit. Ich will ja nicht grundsätzlich reden wie ein Pfarrer meiner  Heimatgemeinde, der auf die Absage: „Ich habe keine Zeit“ antwortete „Fehlende Zeit ist fehlendes Interesse“. Nein, so will ich das nicht sagen. Aber anregen darüber nachzudenken, das mach ich hier. Auch mal ganz grundsätzlich, nicht nur „eigentlich“.

Joseph – gerne wieder

31. 5. 2010

(M)eine Novelle

Die Bibel erzählt im 1. Mosebuch in den Kapiteln  37 bis 50 die Josephsgeschichte. Eine meiner Lieblingsgeschichten. wie eine kleine Novelle. Der Erzählfaden ist gut durchkomponiert, sie wirkt fast modern – denn von Gott ist kaum die Rede. In den Träumen spricht er. Und er führt geheimnisvoll das Geschick des Helden Joseph. Aber das blickt erst am Schluss durch.

Manchmal fatal gut erzählt: Wie Joseph als rechte Hand des Pharao seine Brüder als Bittsteller empfängt, sie ihn nicht erkennen und er sich zur Seite wendet, weil er weinen muss. Das rührt mich schon.

Und als alle fröhlich vereint in Ägypten leben und die Brüder nach dem Tod des Vaters die Angst haben nun könne sich Joseph bitter rächen für das Ungemach, das sie ihm bereitet haben: Da kommt durch seinen Mund die theologische Deutung. „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ (1. Mose 50, 20) Nicht viel mehr. „Er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.“ (Vers 21)

Ich erzähle diese Geschichte leidenschaftlich gern in der 1./2. Klasse. Denn der Schluss ist wie ein Teil meiner eigenen Geschichte.

wie joseph geführt
von gott gar keine rede
und trotzdem ganz nah

Fast eine Elegie IV

8. 5. 2010

zwiespalt

ich habe dich nicht geliebt
distanz strahlst du aus
nie gehörte ich zu dir
ich habe es versucht
aber da war keine liebe

Eine zeitlang waren wir verbunden
lange her
nun  geht es gegen dich
und die dich noch lieben
die sind mir lieb

und es greift mir ans herz
wie sie dich schützen wollen
und weilte ich unter euch
ich wäre nicht auf eurer seite
nie und nimmer

aber was tiefer liegt
das ist der liebe wert
und macht mich traurig
die ewig verpassten chancen

Fast eine Elegie III

7. 5. 2010

lösung ohne wahre helden

I

die lösung
hieß flucht

entronnen

und dennoch
das herz schwer

II

die lösung
war keine
kurz kehrtest du zurück

die erinnerung
wie ein flussdämon
im weg

„ich lasse dich nicht
du segnest mich denn“

III

der da der sonne entgegengeht
nach durchkämpfter nacht
als sieger präsentiert
auf immer
an der hüfte geschlagen
innendrin kein held

II und III spielen an auf 1. Moses/ Genesis 32, 23 – 33

Fast eine Elegie II

6. 5. 2010

anfechtung

kritische fragen
ein leichtes

spott
haut nicht um

kleinkariertes denken
verletzt die seele

maulende schafe lenken
der mut des hirten erlahmt

Fast eine Elegie I

5. 5. 2010

nachrichten von dort
wo wir nicht mehr sind

ich dachte
mehr rücken zur wand
wie damals in der zeit
als wir den ausweg suchten
geht nicht

ich habe mich geirrt

aber retten
von hier aus
geht auch nicht

EIGENTLICH 2

24. 4. 2010

Ein Abend mit Wort und Musik

Mit Thomas Kagermann,
Robert Haas
und Jörg Wilkesmann

sowie mit Überraschungsgästen

Wort und Musik:
selbstgemacht –
unplugged
und mit Überraschungszitaten

Donnerstag, 6. Mai 2010, 19.30 Uhr
evangelisches Gemeindehaus
Mehrbachtalstraße
57635 Mehren

Der Eintritt ist frei! Um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

Bei Stromausfall findet der Abend mit Kerzenschein statt.

fast schon frühling

16. 3. 2010

thomas kagermann
mit blühender phantasie
und anderen überraschungsgästen

kircheiber kirche
kirchstraße kircheib
samstag, 20. märz
19.30 uhr

eine veranstaltung der
Ev. Kirchengemeinde Asbach-Kircheib

Thomas Kagermann, der Mitspieler bei „Eigentlich„, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Ich werde jedoch dabei sein und, denke mal, auch ab und an moderieren.

Muse mit A vorne

15. 3. 2010

Die muse vorne mit dem A
will heute keiner kennen.
Doch jüngst bei mir, da war sie da,
ich will sie jetzt hier nennen.

Amuse hat mich inspiriert,
nur negativ zu dichten.
Ob es euch wärmt oder gefriert,
das müsst ihr selbst nun richten.

Was immer euer urteil ist,
eins lässt sich leicht kapieren:
Amuses ziel bei allen ist
fürwahr das amüsieren.

Nullskulptur

13. 3. 2010

Die Nullskulptur sieht seltsam aus.
Sie steht vor Rademachers Haus
und hat schon manchen hier entsetzt.
Vom Künstler wird sie hochgeschätzt,

doch niemand bleibt andächtig stehen.
Denn keiner hat sie je gesehen.
Vielleicht gab’s sie vor fünfzig Lenzen.
Doch schnell tat sie den Standort schwänzen.

Es gab fortan Lob der Kritiken,
vom Publikum ein stummes Nicken.
Sie glänzt seither wie Kaisers neue Kleider.
Nicht mehr als Null gibt es von ihr hier, leider.

Unmusik

12. 3. 2010

Die unmusik klingt ach so grässlich,
doch ist sie darin zuverlässlich.
Verzichtet ganz auf harmonie,
besitzt auch leider kein genie.
Drum wird sie immer, immer leiser.
Und wenn sie singt, dann krächzend heiser.
Würd sie nicht heulen wie hyänen,
sie kriegte heiße mitleidstränen.
Jetzt sägt sie wieder durch den äther –
du unmusik, du klangverräter !

Nichtgedicht

11. 3. 2010
Ein nichtgedicht?
Das gibt’s doch nicht.
Das kann nicht sein,
ein kranz aus nein,
no, nej, ouk, non?
Wär reiner hohn,
das nichtgedicht.
Und reimt sich nicht,
wär viel zu schlicht
oder pompös,
wär einfach bös.
Ich lass es sein
und dichte nein.

Immer lustig…

6. 3. 2010

Einen heiteren Blick auf die Endlichkeit bietet Carl Michael Bellman. Hier in einer Vertonung von Hannes Wader des Ballhaus Quartetts.


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