Posts Tagged ‘Pferd’

Das Leben hält…

27. 10. 2015

Das Leben hält mich auf Trab. Obwohl Galopp eher stimmt.

Werbeanzeigen

Erfahrungen mit Pferden

19. 9. 2011

Gastbeitrag

Ilona hat mir eine Erfahrung mit ihren Pferden mitgeteilt. Mich hat das sehr berührt und ich darf es hier veröffentlichen.

Mein Pferd Clever habe ich fünf Jahre mit Cortison und sonstigen Mittelchen über Wasser halten können, aber letzten Sommer schlug auch das Cortison nicht mehr an.

Clever musste morgens und abends Tabletten schlucken, die Dosierung musste ich dann immer variabel dem Allergiedruck anpassen.
Anfangs brauchte er das nur im Sommer, später das ganze Jahr durch.

Leider wollte er nicht richtig inhalieren, da hat er sich immer so verkrampft beim Atmen, dass er einen Spasmus bekommen hat. Inhalator hab ich auch probiert, aber anscheinend sind Pferde anatomisch nicht so günstig gebaut, um den Wirkstoff auch bis in die Lunge zu bekommen. Zwischendurch musste ich dann immer viel mit Schleimlöser arbeiten, weil sich die Lunge immer massiv zugesetzt hat.

War schon ein armes Männlein, letztes Jahr wurde es über den Sommer so schlimm, dass ich ihn im September habe einschläfern lassen:  Cortison in völliger Überdosierung half nicht mehr und ich hatte riesige Angst, dass er irgendwann elend ersticken muss, weil ich ihm nicht mehr helfen konnte.

Das war ein schlimmer Tag gewesen. Meinen Hund hatte ich ja vorm Pferdestall einschläfern lassen, im Sonnenschein, seine Pferdekumpels gemütlich beim Frühstück, ganz friedlich. Den Pferden hat dieser Akt nichts ausgemacht. aber als Clever „dran“ war, hab ich nicht damit gerechnet, dass der alte Mann total ausklinkte. Clever musste in der Einfahrt sterben, weil der Abdecker ihn ja aufladen musste. Krümel ist völlig ausgerastet, hat geschrien und auf dem Paddock getobt wie verrückt. Als ich danach zu ihm rüber bin, liefen ihm Tränen aus den Augen… Ich wusste nicht, dass Pferde weinen können. 😦

Er hat fürchterlich getrauert und war nur noch ein Schatten seiner selbst. Ich hab mich total beeilt, einen neuen Kumpel zu finden. Nach 14 Tagen hatte ich dann Jonathan gefunden. Zuerst war er fürchterlich aggressiv, zur Sicherheit musste der Kleine in die Nachbarbox, weil der Große immer nach ihm getreten hat. Am nächsten Tag hab ich sie dann über’n Zaun Kontakt schließen lassen – und plötzlich blühte der alte Mann wieder auf. Ein kleines, hilfloses Pferdekind hatte sein Herz erreicht, und seither sind sie dicke Freunde.

Letzte Weihnachten, als Krümel sich schon verabschieden wollte, hat Jonathan es geschafft, den alten Mann wieder auf die Beine zu bekommen. Krümel hatte einen Infekt mit hohem Fieber und hatte sich schon zum Sterben hingelegt. Ich bekam ihn alleine nicht mehr auf die Beine und brüllte ihn an. Der Kleine hat sich so erschrocken, dass er auf den Großen draufgesprungen ist. Der rappelte sich dann wieder hoch, und ich bin dann mit ihm stundenlang bei -20 Grad auf der Wiese auf- und abgelaufen, bisendlich der Tierarzt kam. Immer, wenn der Alte stehenblieb und nicht weiter wollte, hat Jonathan ihn in den Po gezwickt und der Alte trottete weiter. Ohne Jonathan hätte ich es nicht alleine geschafft.

Jonathan hat einfach instinktiv das Richtige getan. Pferde sind sowieso ausgesprochen soziale Wesen, sie achten aufeinander und helfen sich gegenseitig. Aber so ein Verhalten von einem Pferdekind – einfach genial.


%d Bloggern gefällt das: