Posts Tagged ‘Paul Gerhardt’

…von einem Jahr zum andern

31. 12. 2013

Wir gehn dahin und wandern
von einem Jahr zum andern,
wir leben und gedeihen
vom alten zu dem neuen

durch so viel Angst und Plagen,
durch Zittern und durch Zagen,
durch Krieg und große Schrecken,
die alle Welt bedecken.

Denn wie von treuen Müttern
in schweren Ungewittern
die Kindlein hier auf Erden
mit Fleiß bewahret werden,

also auch und nicht minder
lässt Gott sich seine Kinder,
wenn Not und Trübsal blitzen,
in seinem Schoße sitzen.

(Paul Gerhardt, Nun lasst uns gehn und treten, Strophen 2 bis 5)

Einen erfreulichen Jahreswechsel wünsche ich euch!

Mut

24. 10. 2012

(Nicht nur für Hao)

Unverzagt und ohne Grauen
soll ein Christ,
wo er ist,
stets sich lassen schauen.
Wollt ihn auch der Tod aufreiben,
soll der Mut
dennoch gut
und fein stille bleiben.

Paul Gerhardt

Mut steht als christliche Tugend nicht an oberster Stelle (in der heutigen Zeit in Mitteleuropa). Aber nötig haben wir sie, Nichtchristen auch.

Warum soll der Mut, „fein stille bleiben“? Weil er Lautstärke nicht verträgt? Ich habe wohl auch früher gefordert, „die Kirche“ (wer ist das?) müsse „lautstark“ gegen irgendetwas protestieren – und das sei dann mutig. Kann sein. In den Achtzigern und Neunzigern haben das viele gefordert.

Mut hat auch mit Seelsorge zu tun – das ziehe ich aus Paul Gerhardts Liedstrophe. „Fein stille“: „freundlich und entscheiden“ sage ich gerne, wenn ich mir überlege, wie eine Forderung vorgebracht werden soll.

Und wer ist „die Kirche“? Alle, die dazugehören. Dann man los…
(Und denen, die nicht, kann Mut auch nicht schaden.)

Ein Tässchen im Bett?

7. 1. 2012

Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so sinne ich über dich.
Psalm 63,7

Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er sie lange warten lassen?
Lukas 18,7

Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen
und ermuntert mein Gemüt,
dass ich alle liebe Morgen
schaue neue Lieb und Güt.
Wäre mein Gott nicht gewesen,
hätte mich sein Angesicht
nicht geleitet, war ich nicht
aus so mancher Angst genesen.
Alles Ding währt seine Zeit,
Gottes Lieb in Ewigkeit.
Paul Gerhardt

Mein spiritueller Espresso im Bett. Wie in Abrahams Schoß: Ich richte meine Gedanken auf Gott, Gott ist nah -und wohlig wird es und warm und Gedanken gehen spazieren und ich bin im Traum.
Ich erwache, was mich erwartet, nehme ich vorweg, hinter der nächsten Sorgenecke steht Gott schon bereit, ich muss ihm gerade sagen: „Du warst es, der auf  mich aufgepasst hat?“ Und er antwortet: „Pass auf! Vergiss den echten Espresso nicht!“


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