Posts Tagged ‘Ökumene’

„Wir danken Gott für Fondue, Alphörner und Kuhglocken“

9. 3. 2016

Erfrischend: Der Ökumenische Rat der Kirchen ist bunt wie die Summe der Mitgliedskirchen. Und dabei arbeitet er seit fast 70 Jahren an der weltweiten Einheit der Kirchen.

Ausdruck dafür ist der Fürbittkalender, der von Woche zu Woche das Licht der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Region der Welt richtet. Diese Woche Andorra, Österreich, Liechtenstein, Monaco, San Marino und die Schweiz. Sozusagen die westeuropäischen Bergländer. Und alles, wofür gedankt wird (unter anderem siehe oben…) und was erbeten  wird, hat mindestens Nachdenken verdient. Mehr noch Mitbeten…

Heiliger Rock

8. 5. 2012

Kontroverse um ein Stück Stoff?

Soll(t)en die Evangelischen bei der Wallfahrt nach Trier mitmachen oder nicht?

Reformiert-info.de hat einen guten Link. Bildet euch selbst ein Urteil.

Kirchentag 3: Heilige Margot?

22. 5. 2010

Margot Käßmann war ein Star auf dem Ökumenischen Kirchentag – und schon die Frankfurter Rundschau hat sie als Heilige betitelt.

Nachdem der eine Sohn sie auf dem roten Sofa bewunderte (siehe das Video auf meinem letzten Kirchentags-Beitrag), hat der andere ein persönlich signiertes Buch vorzeigen können. Und auch ich wollte etwas von ihr mitkriegen. So habe ich mich aufgemacht, um ihren Vortrag am Samstag Vormittag zu erleben, „Hoffnungszeichen Kirche„.

Die Halle war fast voll, als ich kam. Ich bekam keinen Papphocker mehr und setzte mich am Rand auf den Boden. Zuweilen stellte ich mich hin, aber ich war sehr weit weg. Der Vortrag war sehr theologisch. Und das Meiste war mir nicht neu. Interessant waren die beiden „Hoffnungsfiguren, die sie angeführt hat: Helmut James Graf von Moltke, einen Beteiligten am Widerstand gegen Hitler, und den anglikanischen Bischof George Bell, der sich im zweiten Weltkrieg gegen die Bombardements auf Deutschland eingesetzt hat.

Nach dem Vortrag gab es lang anhaltenden Applaus, so lange, dass sie zwei Mal  aufstand und sich vor den Zuhörern verneigte.

Ich finde Margot Käßmann gut. Aber ich wäre nicht Theomix,  wenn ich nicht vom Hinterkopf aus einen ironischen Blick auf den Rummel wärfe. Ein signiertes Buch als „protestantische Reliquie“. Eine Frau, Ex-Bischöfin, die Zulauf hat wie ein Star.

Eine neue Heilige? Vielleicht. Heilig, weil zugleich konsequent und deutlich unperfekt.  Damit solidarisch zu „uns kleinen Leuten“, die wir noch viel unperfekter und viel weniger konsequent sind.

Auch die FR sieht sie als „als mustergültiges Vorbild im Umgang mit eigenem Fehlverhalten“, als positives „Gegenstück zu Mixa“. Vielleicht ist es dieses Verhalten, das sie im Vergleich zum zähen Hinhalten von Herrn M. und Anderen so wohltuend erscheinen lässt.

Kirchentag 2: Abendmahl

20. 5. 2010

Mit dem Thema „ökumenisches Abendmahl“ habe ich mich in München kaum beschäftigt. Da habe ich einfach nichts vom ÖKT erwartet.

Zu wenig? evangelisch.de hat ein schönes Video herausgebracht:

Nichts mehr zu finden (20.01.2018).

Und was hör ich da? Menschenkette für ein gemeinsames Abendmahl? Nichts davon mitbekommen. Aber es fand statt. Hier geht es zum Video.

Die vielgepriesene ökumenische Vesper am Freitag mit dem Teilen von gesegnetem Brot habe ich nicht mitgemacht. Für die, die teilgenommen haben, war es wohl erhebend. Aber ich fand es nur einen Notbehelf, um ein wenig Berliner Luft zu retten.

Der Kirchentag war für mich trotz dieses Themas ein Gewinn und eine Freude. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Öko-was? (Licht ins Dunkel 1)

23. 1. 2009

Oft und gerne werde ich gefragt: „Können wir mit Ihnen auch eine ökonomische Trauung machen?“ Natürlich antworte ich nicht: „Gerne, wir können vorher alles durchrechnen, ich glaube, dass Ihr Haushaltsbudget geschont wird, denn wir verlangen keine Gebühren.“

Nein, ich höre das Gemeinte im Gesagten und antworte lieb und brav: „Klar, welcher katholische Pfarrer macht denn mit?“

Hier werde ich jetzt mal Luft ablassen (Achtung: „Pffffft!“) und  auch etwas zur Volksbildung beitragen.

Die erste Stufe, alles mit öko

Die Silbe „Öko“ stammt von dem griechischen Wort „oikéo“ – wohnen – bzw. „oikos“ – Haus -.

Auch was dann folgt, ist griechischer Herkunft:

Öko-nomie: Die „Regeln im Haus“, was dann zur „Wirtschaft“ führt.

Öku-mene: Partizip Perfekt Passiv = das Bewohnte. Ja, was wird bewohnt? Die Erde, also die ganze Welt

Öko-logie: Die Lehre im oder vom „Haus“.

Die Bedeutungen im Deutschen ergeben sich daher. Übertragen auf mein Arbeitsfeld:

Ökologischer Gottesdienst: Beleuchtung nur mit Wachskerzen, der Blasebalg der Orgel wird von Hand bzw. Fuß bedient.

Ökonomischer Gottesdienst: Ziemlich straffer Ablauf, man will ja keine Zeit verschwenden. Und lohnt sich die Veranstaltung überhaupt? Sollen wir uns bei weniger als 12 Menschen auf 10 Minuten beschränken? Soll der Küster, der Organist, die Pfarrerin überhaupt kommen?

Ökumenischer Gottesdienst: Weltweiter Horizont, mit Menschen aus verschiedenen Ländern. In Deutschland genügen dazu schon zwei Konfessionen, aber das kann auch ein kultureller Unterschied sein.

Die nächste Stufe

Die ökumenische Trauung…

… gibt es in Deustchland streng genommen gar nicht. Das sind dann zwar so aus, mit katholisch und evangelisch da vorne am Altar, aber es gibt  entweder eine evangelische Trauung mit katholischer Beteiligung oder umgekehrt. So umständlich nennt sich das und richtet sich danach, wem die Kirche gehört. Wenn ich richtig informiert bin, liegt die Umständlichkeit eher an der Seite, deren Boss in Rom sitzt. Da braucht man bei einer Trauung  in einer evangelischen Kirche einen Dispens vom Bischof. (Weswegen ich nach 20 Jahren  im Pfarramt solche Trauungen an einer Hand abzählen kann. In der katholischen Kirche geht das ja ohne Formalkram, und der geübte evangelische Teil übernimmt ja dann noch die Predigt.)

Für die evangelische Seite ist eine Ehe gültig, auch wenn es keine kirchliche Trauung gibt. Die Ehe ist kein Sakrament, die Trauung ein Angebot für die Eheleute, in einem Gottesdienst gesegnet zu werden und zugleich das  „Ja“  zueinander zu bekräftigen .


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