Posts Tagged ‘Nachdenken’

Was es braucht

4. 11. 2015

Was es braucht im Pfarrberuf: Reflexion und Seelsorge. Und was heutzutage gefordert ist, sind alle möglichen Aufgaben. Fragen der Verwaltung zum Beispiel. Das kostet Zeit. Die fehlt dann woanders.

Seelsorge ist zeitintensiv und ein sensibler Bereich. Müde und mit dem Kopf voller unfertiger Gedanken lässt sich schlecht ein gutes Gespräch führen. Also lässt man es für den Tag. Oder so ähnlich.
Reflexion, Nachdenken, braucht es auch. Damit eine Andacht oder eine Predigt gute Worte bekommt. Oder damit man überlegt, was wichtig sein könnte. Auch als betendes Nachdenken ist es gut, vielleicht sogar noch besser.

Irgendwie, meine ich, sollten Pfarrerinnen und Pfarrer dafür da sein. Doch „man“ lässt sie nicht. Besser gesagt und ehrlicher:  Man selbst lässt sich nicht. Nirgendwo habe ich gelernt, innere Mauern gegen manche (eigentlich unsinnigen) Aufgaben aufzubauen, die sich da in den Vordergrund schieben, und ihnen nur eine kleine Tür zu geben und begrenzt, zeitweise, Zutritt zu gewähren. Vielleicht kann ich es noch lernen.

Schicksal? Kreislauf?

1. 10. 2014

Der Student ist am Studienort bestens versorgt, was die Infrastruktur betrifft. Doch fast jedes Wochenende fährt er zig Kilometer,  um den Heimatort  zu besuchen. Mit dem eigenen Auto. Das Semesterticket nutzt er nicht. Er muss auch in die Heimat, weil er dort einen Nebenjob hat. Ohne den könnte er sich das Auto nicht leisten. Montags in aller Früh oder sonntags spät fährt er zurück.

Sein Freundeskreis ist auch in der Heimat. Ein wenig leidet er darunter, dass er am Studienort keinen Fuß auf den Boden bekommt. Aber er ist ja gezwungen wochenends zu jobben.

Wer den Widerspruch auflöst, kriegt einen Viertel ökologischen Fußabdruck. 😉

Relevanzcheck per Umkehrschluss 3

25. 9. 2014

was du nicht fügst
dass andern zu
das will auch keinem man dir tu.

liegt fast auf der hand.

Auf dem falschen Dampfer

3. 2. 2012

Wenn dieser Mensch auch nur einmal auf diese Spur gekommen wäre, hätte er sich so viel ersparen können. Aber nein.

[Es gibt keine Videos, die hier dargestellt werden dürfen.]

Mit Video (und meist mit Werbung) hier. Deswegen auch der Dampfer.

Wen ich meine? Wer das sein mag? So jemand ist dir vielleicht bekannt, aus deinem eigenen Umkreis. Es gibt solche Menschen.  Das genügt.

Zustandsbericht

25. 7. 2011

Es sind immer noch Ferien in Rheinland-Pfalz. Der Theomix-Blog darf weiter auf Sparflamme laufen.

Massaker und Bombenanschlag in Oslo: finde ich schrecklich. Meine Reverenz für die Opfer ist, heute keinen normalen Beitrag zu veröffentlichen. Locker mag ich jetzt nicht und gewichtig haben andere besser geschrieben.

Genauso mit Amy Winehouse. Ist traurig. Ihr Leben hatte sie schon vorher weggeschmissen. (Vermute ich mal.)

Es sind immer noch Ferien. Eine Pause zum Nachdenken.

Auch darüber, wie herausgehobene Ereignisse in unseren Alltag eingreifen. Täglich verhungern zigtausende, aber das hat mich noch nie am Blogbeitragschreiben gehindert. Auch nicht 33 Millionen AIDS-Kranke weltweit. Also, was nicht herausgehoben ist, nehmen die meisten Menschen nicht wahr.

Und wer hat was herausgehoben? Da könnte man jetzt über die Medien schimpfen. Aber wir sind ja die Konsumenten, vielleicht brauchen „die“ auch mal unsere Rückmeldung.

Pause zum Nachdenken.

Kreativitäts-Pentade Mai 2010

11. 5. 2010

Morgen beginnt eine weitere Pentade, die der Rekreation und Besinnung dient. Ich werde in diesen fünf Tagen andere Schwerpunkte setzen als Blog und Internet. Ab heute Abend bis Sonntag werden Kommentare vorübergehend in der Warteschleife verschwinden.

In der Zwischenzeit habe ich zwei Empfehlungen: Das eine ist die Wortwarte, ein Seite, die sich um Wortneuschöpfungen kümmert, sie sammelt und auswertet. Interessant.

Persönlich berührt weise ich hin auf einen Menschen, der teilweise auch Kollege ist: Ich meine Rainer Schmidt, den ich am Samstag zum zweiten Mal erlebt habe. Das erste Mal beim Kirchentag in Köln beim „Gottesdienst in Leichter Sprache“ zur Eröffnung. Dann am Samstag beim ersten Männertag des Kirchenkreises, zum Thema „Was Männer stark macht“. ich verweise auf seine Homepage. Wer dort blättert, findet Hinweise und Lesestoff genug. Und auf seinem You-Tube-Kanal kriegt man Eindrücke, wie er mit seiner Beeinträchtigung lebt und wie daraus eine Lebensbotschaft wird… Mit leiseren Tönen noch ein Interview.

P.S.:  Morgen und Freitag  gibt es die beiden letzten Eigentlich-2-Filme.

Der falsche Norbert ist der Richtige

8. 4. 2010

Jeder Besuch zeigt wieder einen Fortschritt der Demenz. Mittlerweile erkennt sie keinen mehr. Irgendwie sind wir vorbereitet. Und traurig ist es trotzdem. Mancher ihrer Sätze wirkt wirr, weil ihr die richtigen Worte fehlen und sie die nächstbesten benützt.

Für einen Plausch mit ihr setzen wir uns in eine gemütliche Ecke, mit Blick nach draußen auf die Bäume und Häuser, die Straße liegt zwei Etagen unter uns.

Ein Maler hat ein paar Schritte entfernt seine Geräte zum Wandanstrich ausgebreitet, rollt seinen Teppich aus und kommt kurz zu uns. Er sei seit einigen Tagen hier, und unsere Mutter wäre immer so freundlich und still, gar nicht so wie andere, die immer herumschreien. Schön, dass wir gekommen seien, es gäbe einige, zu denen käme niemand. „Und da war eine Frau, die meinte, ich wär ihr Sohn, der Norbert hieß. Und da war ich halt der Norbert.“

Oft nütze er auch seine Mittagspause, um den Alten zu helfen. Manchmal auch darüber hinaus, aber für seinen Chef sei es o.k.

Er machte es auch mit Herz und Humor, wir bekamen es etwas später mit, wie er erst den Rollator der Einen zur Seite stellte, damit eine Andere Ort Platz nehmen konnte. Klar, präzise, so kommentierte er sein Tun und so dirigierte er die Stehende an ihren Sitzplatz. Das wirkte irgendwie professionell auf mich.

Ach Gott, könnten nicht mehr Menschen in mehr Altenheimen unterwegs sein, munter und hilfreich – es müssen nicht nur Maler sein.


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