Posts Tagged ‘Mystik’

Stichwort Schweigen

5. 10. 2012

Mit Schweigen hört man

Das Wort schallt mehr in dir als in des andern Munde;
So du ihm schweigen kannst, so hörst du es zur Stunde.

Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann, I 299

Drei Weisen Gott zu sehen

26. 6. 2012

Neben mündigem und regressivem Verhältnis zu Gott gibt es noch ein drittes: Gott wird vorgestellt als Richter und Herrscher, dem man sich unterordnen müsse. In grandioser Weitsicht versucht Angelus Silesius sie zu vereinen.

Die Knechte fürchten Gott, die Freunde lieben ihn,
die Kinder geben ihm ihr Herz und allen Sinn.

Rätsel ohne Antwort

14. 5. 2012

Ivy Quainoo war eine Überraschung bei der Casting-Show „The Voice of Germany“. Schon ihre erste Single „Do you like what you see“ war sehr gut.

Ihre zweite Single finde ich überragend: „You got me„.

Vom Geliebten nicht los kommen, obwohl er offenkundig Schlechtes tut. Liebe lässt sich letztlich nicht begründen oder definieren.

Bei der Liebe zum Leben sehe ich es auch so: Es kann einen enttäuschen, aber irgendwie hängt der Mensch daran, liebt es „from the sweet hello to the bitter good bye“.

Und mit mystischen Schwung wird auch Gott zum enttäuschenden Liebhaber. „Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren, da war ich ein Narr und wusste nichts; ich war wie ein Tier vor dir. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.“ (Psalm 73, Verse 21 bis 24)

Dennoch bleibe ich stets bei dir – Liebe, die sich mit dem Kopf nicht begründen lässt. Deswegen das Stichwort „Mystik“: Keine Argumentation, sondern ein Liebeslied.  Ein Rätsel und keine Antwort. Unter Menschen auch oft genug. Daher ist es ja genommen.

Himmel (Mystische Ecke 5)

29. 1. 2011

Halt an, wo läufst du hin? Der himmel ist in dir.
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.

Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann, I 82

Entdeckung

24. 8. 2009

In einem Kommentar hatte Hausfrau Hanna  auf die Seite von Lorenz Marti verwiesen. Ich habe gelesen, es war ein Genuss. Ein paar Tage habe ich mich besonnen und dann seine beiden Bücher bestellt.

Lorenz Marti ist Journalist und beschäftigt sich privat und beruflich mt „religiösen“ Fragen. Seine beiden Bücher sind

Wie schnürt ein Mystiker seine Schuhe?
Die großen Fragen und der tägliche Kleinkram

und

Wer hat dir den Weg gezeigt? Ein Hund!
Mystik an der Leine des Alltäglichen
.

Er gibt Anregungen zur Alltagsspiritualität: ob bei der Fahrt mit dem Bus oder auf dem Weg durch den Bahnhof, immer wieder findet sich ein Anlass zu spirituellen Gedanken.

Für ihn ist Spiritualität „eine Liebeserklärung an das ganz Gewöhnliche“, wie es auf der Rückseite von „Wie schnürt ein Mystiker…“ heißt, und in der Einstimmung sagt er dort (S. 12): „Spiritualität ist für mich nur dann von Bedeutung, wenn sie etwas mit dem ganz konkreten Leben zu tun hat.“

Bei seinen Betrachtungen zitiert er aus einem Fundus  von Meister Eckhart über die indischen Weisen und die ägyptischen Wüstenväter hin zu Zen-Koans. Ein weiter Horizont.

Wer schnuppern möchte, hier gibt es einige Texte.  Für mich geht der Genuss weiter. Seite um Seite. Und wenn ich auch eine Spurbreit stärker in christlichen Texten zu Hause bin: Mir ist, als wäre Lorenz Marti der Hausautor des Theomix-Verlags. 😉

Ohne warum (Mystische Ecke 4)

31. 7. 2009

Die ros ist ohn warum; sie blühet, weil sie blühet,
sie acht nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann, I 289

Dorothee Sölle hat  diesen Vers gerne zitiert, um deutlich zu machen: Mystik ist zweckfrei.


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