Posts Tagged ‘Militarismus’

Macht und Weisheit

9. 1. 2012

Weh denen, die  sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viel sind, und fragen nichts nach dem HERRN!
Jesaja 31,1

Schon immer war die militärische Gewalt das Hilfsmittel, um politische Ziele durchzusetzen. Statt „Rosse und Wagen“ müsste es heute heißen „Panzer und Raketen“. Mittel und Wege haben sich verfeinert. Und leicht ist die Versuchung, nur auf die Machtmittel zu setzen und Gott bestenfalls für eine Nebensache zu halten. Manche Fünfjahrespläne sind von Kerzen und Gebeten beendet worden. Was dann kam, war aber nicht immer göttlich. Fragen nach Gott?

Euer Glaube bestehe nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.
1. Korinther 2,5

Fragen nach Gott ist der erste Schritt zum Glauben. Menschenweisheit, so wichtig sie ist,  reicht nicht aus. Zum Glauben braucht es mehr. Mehr auch als Herz und Kopf zusammen.
Gott gibt ihm den Anstoß. Daran liegt alles, nicht am eigenen Entscheiden. Und die Menschenweisheit in Form von Wissenschaft, also Theologie etwa, führt allein nicht zum Glauben. Aber Gottes Kraft verbindet Kopf und Herz, Forschen oder Zweifeln und Freude oder  Liebe – und macht daraus Glauben. Gut so!

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Alt und aktuell

30. 12. 2009

Chritsian Morgenstern schrieb 1904:

„Lehrer-Komödie. Die Armut der Lehrer, während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, dass sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen.“

(Stufen, Teddington [Großbritannien] 2006, Seite 84)

Die Geldangaben stimmen nicht mehr. Man muss sie nur im Verhältnis umrechnen. Und Lehrer gelten nicht unbedingt mehr als arm. Aber auch die Kriege sind unverhältnismäßig teurer geworden.

Morgenstern ironisch

13. 5. 2009

Christian Morgenstern war allem Militarismus und kleinbürgerlichem Mief abhold. Tief ironisch ist er da geworden, in den angeblich nachgelassenen Gedichten des Horaz.

V, 19 (Aus dem Nachlass des Horaz)

Mein Neffe schrieb mir jüngst:
„Ich bin ganz stolz, ich war
beim letzten Fest der Punkt
vom i, was sagst du nun?

Das eigentliche i,
das war Hans, Hinz und Kunz, –
ich aber war der Punkt;
denn unser Rektor hat

uns so gestellt, du weißt,
die ganze Klasse, so
an fünfzig Jungens, dass
das Wort herauskam: Heil!

Mir aber als dem Punkt,
ward das besondre Glück:
es fragte mich ein – Prinz:
Wie heißt du Kleiner? – doch

da hob der Rektor schon
die beiden Arm‘ und: Heil!
so schrien wir allesamt.
Und dann gabs Bier vom Fass.“


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