Posts Tagged ‘Macht’

Macht und Weisheit

9. 1. 2012

Weh denen, die  sich verlassen auf Rosse und hoffen auf Wagen, weil ihrer viel sind, und fragen nichts nach dem HERRN!
Jesaja 31,1

Schon immer war die militärische Gewalt das Hilfsmittel, um politische Ziele durchzusetzen. Statt „Rosse und Wagen“ müsste es heute heißen „Panzer und Raketen“. Mittel und Wege haben sich verfeinert. Und leicht ist die Versuchung, nur auf die Machtmittel zu setzen und Gott bestenfalls für eine Nebensache zu halten. Manche Fünfjahrespläne sind von Kerzen und Gebeten beendet worden. Was dann kam, war aber nicht immer göttlich. Fragen nach Gott?

Euer Glaube bestehe nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.
1. Korinther 2,5

Fragen nach Gott ist der erste Schritt zum Glauben. Menschenweisheit, so wichtig sie ist,  reicht nicht aus. Zum Glauben braucht es mehr. Mehr auch als Herz und Kopf zusammen.
Gott gibt ihm den Anstoß. Daran liegt alles, nicht am eigenen Entscheiden. Und die Menschenweisheit in Form von Wissenschaft, also Theologie etwa, führt allein nicht zum Glauben. Aber Gottes Kraft verbindet Kopf und Herz, Forschen oder Zweifeln und Freude oder  Liebe – und macht daraus Glauben. Gut so!

Eine Frau ohne oder mit Gott meldet sich zu Wort

23. 2. 2011

Gastbeitrag von OneBBO

Ich trage kein Schild vor mir her „Ich bin nicht in der Kirche! Ich glaube nicht an Gott! Ich bin Atheistin!“. Das hat mehrere Gründe. Erst einmal ist mir das egal, das habe ich entdeckt, als ich so Mitte 20 war. Für mich und meine Person ist mir, die Christen mögen mir das verzeihen, Gott einfach egal. Das war dann auch der Grund, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin. Ich empfand mich dort als Störfaktor, denn es geht natürlich niemand (regelmäßig) in die Kirche, dem Gott egal ist.

Ich glaube nicht an Gott? Ach, so würde ich das auch nicht sagen. Auch hier kommt die Wurschtigkeit. Gibt es ihn? Na, dann wird er sicher mit mir zurecht kommen. Da ich, aus einer christlichen Kultur, einer christlichen Familie stammend, auch christliche Werte, wie sie z. B. aus den Zehn Geboten oder der Bergpredigt kommen, zu schätzen weiß, wird er mich schon nicht ins Fegefeuer schmeißen. Und wenn er es tut, kann ich auch nichts dran ändern. Wo keine Gefühle sind, kann ich sie nicht hinzwingen. Glaubt Gott an mich? Glaube ich an Gott? Wer weiß die Antwort schon. Vermutlich bin ich Gott noch stärker egal als er mir 😉

Bin ich Atheistin? Ganz sicher nicht. Weder bestreite ich die Existenz Gottes, noch bejahe ich seine Existenz. Ich weiß es nicht. Atheisten sind gegen Gott. Das bin ich nicht. Und es gibt noch andere Gründe, warum ich mich genauso wenig Atheistin nennen möchte wie Veganerin.

Was die beiden miteinander zu tun haben? Es ist ihre aggressive Art mit der Umwelt, den anderen Menschen umzugehen. Von meiner Lebensführung her bin ich fast Veganerin und fast Atheistin. Aber beides aus anderen Gründen als diese. Fleisch esse ich nicht, weil ich es als ungesunde Ernährung erkannt habe und weil ich die ganze Massentierhaltung nicht unterstützen kann. Das ist eine praktische Einstellung, keine Ideologie. Veganismus ist, so wie er mir begegnet ist, stark ideologisch. Genauso wie der Atheismus.

Auf meinem Blog habe ich mit drei Gastbeiträgen eine Atheismus-Theismus-Debatte laufen lassen. Ich saß außen vor – als Blogbetreiberin kommentiere ich Gastbeiträge nicht – und schaute mir das an. Ich empfand die Atheisten und ihre Argumente extrem intolerant, nicht nur in den (meisten) Blogbeiträgen, auch in privater Korrespondenz. Ihr Auftreten ist auch in der Überzahl sehr aggressiv. Die paar Kommentatoren von der „christlichen“ Seite traten sachlicher, ruhiger, ausgeglichener auf. Wer schreit, hat Unrecht. Wer aggressiv ist, hat Angst und ist unsicher. Besonders unangenehm finde ich immer so Sätze wie „Wer intelligent ist, wer nur die geringste Schulausbildung hat, KANN doch so einen Blödsinn nicht glauben.“ Meine Güte, das ist verbohrt, egozentrisch und maßlos arrogant. Wer sagte noch: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“? Gilt das für Religion etwa nicht?

Ich persönlich, so habe ich oben gesagt, bin nicht antikirchlich, auch wenn ich ausgetreten bin. Natürlich weiß ich – die Atheisten führen es ja nur zu gerne immer wieder an – von den Gräueltaten, die auch im Namen der Kirche geführt wurden. Aber die Zeiten sind vorbei, zumindest in der Kirche, die für mich und meinen Kulturkreis maßgeblich ist.

Ich sehe durchaus auch die Vorteile der Kirche: Da ist zum Beispiel die soziale Arbeit, die sie leistet. Wer kümmert sich sonst im Gespräch um runde hohe Geburtstage, traurige Verwandte eines Verstorbenen, einsame Kranke in Krankenhäuser? Wer betreibt private Kindergärten in großer Zahl? Kirchliche Krankenhäuser werden auch heute noch mit mehr als nur dem Blick aufs Geld geführt. Wer kämpft für den arbeitsfreien Sonntag? Es gibt sicher noch mehr Dinge, die mir gerade nicht einfallen wollen.

Dann gibt es da für mich noch einen wichtigen Faktor: Das ist die Macht. Es ist wichtig, dass die Kirche Macht hat – solange sie diese nicht missbraucht. Denn Macht kann durchaus positiv sein, gut angewandt kann sie etwas für uns tun. Und in einer Zeit, in der uns dauernd mit Verrohung auf allen Ebenen gedroht wird, tut es gut zu wissen, dass eine Macht sich (hoffentlich) noch dagegen wendet.

Noch ein praktisches Beispiel: Egal, wie ich zur Abtreibung stehe: Ich finde es schon wichtig, dass sie nicht auf die Höhe einer Zahnbehandlung gesetzt wird, denn das ist sehr frauenfeindlich. Ich kenne einige Frauen, die abgetrieben haben, und sie haben alle, egal wie sie das vorher sahen, ihre Probleme damit gehabt. Da finde ich es hilfreich, dass „die Kirche“ mahnend ihren Finger hebt, Alternativen anbietet und Verantwortung aufzeigt – aber natürlich Frauen, die sich dafür entscheiden, auch nicht mit dem Fegefeuer droht.

Zusammenfassend nervt mich an „den Atheisten“, dass viele fanatischer sind als die Nicht-Atheisten und überhaupt keine andere Meinung dulden. „Die Christen“ beanspruchen ihren Glauben für sich und für sonst niemanden. So ist dies meine private Erfahrung. Ob das für die ganze Welt gilt, maße ich mir als Urteil nicht an 🙂

Über die Trinität (Wunscherfüllungsversuch 2)

1. 11. 2008

Annäherung

Ich müsste orthodox sein, um das mit Kopf und Herz gut erklären zu können.

Die Kirchengeschichte zeigt, Trinität ist oft Herrschaftstheologie gewesen, und das macht sie verdächtig. Wo ist die Kraft von unten, wo ist das Befreiende?

Kurt Marti nennt die Dreieinigkeit „die gesellige Gottheit“. Gott ist aus sich heraus an Kommunikation interessiert. Er ist nicht „eintönig“.

Das „Wer ist wer?“ Gottes

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