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Fastenzeit AD 2014

11. 3. 2014

Eine interessante Blogparade möchte ich euch vorstellen – indem ich mitmache. 🙂 Fastenzeit AD 2014. Andrea Juchem hat dazu aufgerufen und einige Leitfragen mitgegeben.

Aufs Bild klicken führt zur Quelle.

Hier die Leitfragen und meine Antworten:

Worauf wollt ihr verzichten, oder wollt ihr im Gegenteil etwas besser oder öfter machen?
Ich will auf Zucker verzichten. Der Stress im letzten halben Jahr hat meine Zuckerkonsum gesteigert. Ich fühle mich zu möppelig. Auch im Blick: Alkohol. Ich trinke nicht so häufig und so viel, dass ich mich von ihm bedroht sähe. Ihn weglassen wird den Kopf etwas freier halten.

Same procedure as every year oder jedes Jahr etwas Neues?
Es wechselt von Jahr zu Jahr. Auch nichtmaterielle Dinge waren oft schon dabei, zum Beispiel weniger Gedudel im Radio hören. Aber dieses Jahr sind es nur die anderthalb Punkte oben.

Was ist eure Motivation zu fasten? Hat es religiöse, gesundheitliche oder ganz andere Gründe?
Ich nehme die Fastenzeit als äußerlichen Aufhänger. Liturgisch geht es eh etwas trauriger zu, und ich finde die Tradition in Ordnung. Die Aktion „7 Wochen ohne“ war anfangs eine große Motivation. Irgendwann, vor 15 oder mehr Jahren, fand ich dann den Kalender nicht mehr so bewegend. Ich habe es vor ein paar Jahren wieder mit einem versucht. Nein, er ist weiterhin nichts für mich.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Fasten gemacht?
Da ich mit evangelischer Freiheit faste (siehe 2 Fragen weiter), waren die Erfahrungen gut. Vor allem: 😉 Es gibt auch hin und wieder Jahre, in denen ich mir nichts vornehme (etwa alle 5 bis 6 Jahre.)

Fällt euch das Fasten schwer oder leicht?
Leicht bis mittel.

Wie geht ihr damit um, wenn euch das Fasten einmal nicht gelingt?
Wie heißt es in Beipackzetteln? „Wenn Sie einmal die Einnahme vergessen haben, setzen Sie die Therapie bitte wie empfohlen fort, ohne selbstständig die folgende Dosis zu erhöhen.“

Was macht ihr am Ende der Fastenzeit?
Aufhören zu fasten;
überlegen, ob es etwas gibt, was ich fortführen kann;
Ostern feiern. (Manchmal hört die Fastenzeit schon mal vor Ostern auf. Ist auch undramatisch.)

Ergänzung:
Zwingli begann die Reformation in Zürich, indem er Zeuge eines Würstchenessens während der Fastenzeit war. Als ich das mitbekam, fand ich das sehr amüsant; die (angeblich vergeistigten) Reformierten erhielten einige Sympathiepunkte. Zu Disputationen aufrufen kann schließlich jeder. Aber aus einem Snack einen Staatsakt machen… ja, gut, es war damals wirklich ein Staatsakt. Die Fastenzeit wurde in Zürich staatlich überwacht.

Warum muss Alfred sterben?

27. 9. 2013

Und wieso hört die Fete auf, wenn es am schönsten ist?

So sind die Konfis: Sind nicht mit den Kirchenliedern vertraut. Während der Eingangsliturgie wird „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ gesungen.

Etwa so:

Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘
und Dank für seine Gnade,
darum dass nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefall’n Gott an uns hat,
Nun ist groß‘ Fried‘ ohn‘ Unterlass,
all‘ Fehd‘ hat nun ein Ende.

Wir sind Fehden nicht mehr gewohnt. In den Neunzigern wunderten sich die KonfirmandInnen, warum die Fête endet, wo doch gerade jetzt die Gnade gefeiert wird. Die Anfrage war ernst gemeint. 😯

Vor einigen Tagen sangen die Konfis – wohl wissend, was es bedeutet! – „Alfred hat nun ein Ende“. Armer Kerl, dieser Alfred, wirklich.

Antwort auf einen Seufzer

23. 8. 2013

Wieder mal ein vorweggenommener Beitrag, freitags für Samstag. Extra. Gratis 😉

Hohesundtiefes hat laut geseufzt: Wo bleiben die normalen Gottesdienste? Unsereiner wird erschlagen mit Arbeitshilfen, Gottesdienstmodellen und Tipps für Fest- und Gedenktage, die unvorhergesehen aus dem Boden sprießen.

Und hier trommelwirbel
ist die Antwort:

Buchtipp, druckfrisch:

Mathilde Hugo-Habicht
Gottesdienste für Normalos: Was vom Tisch der Zielgruppen fällt

Die Dekanin Mathilde Hugo-Habicht hat aus ihren Unterlagen die Liturgien ihres Berufsanfangs ausgegraben und aktualisiert. Die echten, alten Gottesdienste für die normale Gemeinde: Alte plus Konfis plus versprengte Mitglieder der Sandwichgeneration. Wer damals teilnahm, fand sich wieder oder auch nicht. Aber irgendetwas war immer dabei. Solche Gottesdienste werden auch künftig nicht an der Bugwelle des Trends liegen. Aber wer meint, der Heilige Geist könne einfach durch Lieder, Gebet und Predigt wirken, hat in diesem Buch eine schier unendliche Fundgrube. Holen Sie sich liturgische Anregungen für die letzten verbliebenen Sonntage nach Trinitatis!

Was der Kaffee lehrt…

1. 2. 2010

Der Brockenstube verdanke ich den Hinweis auf die „Liturgie des Espresso“. Es ist eher eine Liturgie des Cappuccino. Aber über der Zubereitung dieses Cappucino die Trinität anzubeten – das ist schon genial:

http://orant.blogspot.com/2010/01/liturgy-of-espresso.html

Herzlich und unkorrekt

8. 7. 2009

Im letzten Gottesdienst lief einiges schief.

  • „Komm in unsere stolze Welt“ war das Lied vor der Predigt. Ich hatte der Organistin vergessen zu sagen, dass es nach anderer Melodie gespielt wird. Ich unterbrach den kümmerlichen Gesang, die Organistin spielte wie gewünscht  „Jesus, meine Zuversicht“.
  • Ich hatte Küsterin und Organistin die Lieder nach der Predigt in der falschen Reihenfolge durchgegeben. Also stand ich beim Anspielen der Melodie auf und stellte das klar.
  • Auch die Organistin hatte etwas vergessen. Das ließ sich regeln.
  • Ebenso die Küsterin. Auch das war recht schnell geradegebogen.
  • Auch der Presbyterin unterlief beim Austeilen von Brot und Wein eine klitzekleine Panne.

Der fröhliche Grundton des Gottesdienstes war auch am Schluss noch da. Ein korrekter Vollzug der Liturgie ist schön. Für manche fundamental wichtig. Es tut gut, wenn man nach so vielen Fehlern so vieler Mitwirkender in einer guten Stimmung landet. In unserer Gemeinde zählt das Herz, oft genug.

Die positive Überraschung: Nach dem Gottesdienst, beim Kirchenkaffee, tauchte noch eine Familie aus Berlin auf; der alte Vater war vor Kriegsende hier am Ort evakuiert. Über das angeregte Gespräch kam der Wunsch, mal in den Glockenturm zu steigen. Da die Organistin mit Mann und Kind da war und immer schon mal dorthin wollte, kamen die Drei auch noch mit. Das war eine herzliche Zugabe, die mir auch noch Laune gemacht hat.

Lachen im Gottesdienst

17. 2. 2009

Lachen im Gottesdienst ist wichtig. Ist in meinen Augen nicht nur erlaubt, sondern fast schon verpflichtend.

Fast: Lachen ist spontan, es kann nicht gut organisiert werden. Deswegen habe ich wahrscheinlich auch so ein Misstrauen gegen Karneval. Ich weiß auch nicht, ob es lustig wäre jede Woche ein und denselben Kaberettisten zu hören.

Nach meiner Erfahrungen ergibt sich Heiterkeit bei „liturgischen Unkorrektheiten„: Der Pfarrer/die Pfarrerin vergisst das Glaubensbekenntnis an der richtigen Stelle – und holt es kurz vor dem Segen nach. Das Predigtskript fällt von der Kanzel herab und zerstreut sich auf dem Boden. Solche Momente sind für die Zuschauenden auf alle Fälle lustig – und die/ der Betroffene tut gut daran, sie auch auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn der korrekte Vollzug der Rituale war in magischen Zeiten von lebensrettender Bedeutung, heute rette die Unterbrechung vor tödlicher Langeweile.

Spaß bei der Predigt hat auch seinen Wert. Er ist aber nicht immer zu empfehlen.

Ich rate ab: an Karfreitag, Vokstrauertag, Totensonntag – und bei Beerdigungen. Da wirken sie einfach unpassend. Ich finde es zwar richtig, dem Tod ins Gesicht zu lachen. Aber Angehörige werden das wahrscheinlich nicht verstehen.
Auch an Karfreitag sind viele Menschen im Gottesdienst, die einen gewissen Ernst beim Erinnern an den Tod ihres Heilands voraussetzen. Wer hier gegen den Strom schwimmen mag, darf es gerne versuchen. Es wäre dann  zu überlegen, die Kontaktadresse der nächsthöheren Verwaltungsebene (Dekanat, Kirchenkreis, Propstei) am Ausgang zu verteilen. Denn mit kritischen Nachfragen ist zu rechnen.

Ansonsten Vorhang auf, geflaxt, gereimt, karikiert, die Handpuppe aufs Pult, oder einfach eine gereimte Predigt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Jedenfalls nicht nach oben. Im Landpfarramt ist oft kein Raum für die Kreativität. Von daher ist die Theomix-Predigt oft weniger lustig als die Blog-lese.

Es reichte ja schon, davon habe ich schon geschrieben, den Neger Wumbaba zu Ostern auf die Kanzel zu lassen. Der dritte Band ab 9. März – soll ich es mir entgehen lassen? Ostern 2009?

Als besondere Attraktion geraten mir seit einiger Zeit Trauungen, dazu für das Paar eine DIN-A-3-Zeichnung mit Reißkohle anzufertigen. Ein echtes Pfarrergemälde kriegt man sonst nicht so schnell…


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