Posts Tagged ‘Kultur’

Blick auf eine Stadt

29. 3. 2016

Bonn kenne ich seit 35 Jahren, ich habe dort studiert, gewohnt und die ersten Jahre im Beruf verbracht. Mittlerweile bin ich nur zu kulturellen Anlässen dort (wozu ich jetzt auch Einkäufe zähle).

Es hat sich viel verändert in der Innenstadt. Damals gab es sechs Buchhandlungen, jetzt sind es noch zwei.

In den letzten zwei Jahren ist es massiv: In der Nähe der Uni haben zwei nette Cafés schließen müssen und was stattdessen kommt, ist noch nicht abzusehen. Und neulich entdeckte ich einen Aushang am angestammten Hutgeschäft: nach 80 Jahren habe der Vermieter gekündigt. Ein neuer Ort werde noch gesucht, hieß es damals. (Mittlerweile gibt es eine neue Bleibe.)

Was soll das werden?, frage ich mich.

Fastenzeit 2015

3. 3. 2015

Sieben Wochen ohne…

Verzicht,

heißt es für mich dieses Jahr.

Das war auch schon mal anders. Und ich freue mich, dass es das Bewusstsein dafür gibt und es die Aktion „Sieben Wochen ohne“ gibt. Doch die alte evangelische Freiheit, mitmachen zu dürfen und nicht zu sollen oder zu müssen, ist immer noch ein bewahrenswertes Kulturgut.

Eine Mitte, kein Rand und vielfache Sehnsucht 5

9. 12. 2014

Die theoretischen Einheiten waren dicht: Als erstes Kulturtheorie der letzten 60, 70 Jahre in einer Stunde mit anschließender Diskussion. Die meisten in unserer Gruppe gaben sich geprägt von der Frankfurter Schule oder der konservativen Sicht – die in diesem Fall fast identisch sind: Populäres sei schlecht, weil es nur das Niedere anspreche. Nur die Hochkultur zählt, denn die greift auf tragende Worte zurück. Also Bachkantate statt Jazz, Symphonieorchester statt Volksmusik. Und wie kommen wir dahin, die vielen zu verstehen, die bei der populären Kultur sind?

© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“ http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kamelle-1.jpg

Nun, heute sehen viele Kulturtheoretiker die populäre Kultur positiver: sie beschäftigt sich mit Lebensfragen und antwortet umfassender als die Rationalität es tut. Also, bitte hinschauen – auch wenn es schwerfällt…

Wir machen uns bewusst,
dass Verstehen und Achtsamkeit die Quelle der Liebe sind.
Wir machen uns bewusst,
dass Vertrauen uns hilft, uns zu verändern
und Achtung uns hilft, zu wachsen.
Wir machen uns bewusst,
dass wir niemals, zu keiner Zeit, ohne Gott sind.

Gemeinsame Verabredung im Zwischenzeiten-Gebet
(Christina Brudereck, Zeit des Meisters, Seite 5)

Eine Mitte, kein Rand und vielfache Sehnsucht 3

28. 11. 2014

Wo ist die Religion in der Pop(ulären)kultur? Welche Symbole finden wir vor? Wir hörten uns ein in musikalische Beispiele, schauten in Zeitschriften aller Art und nahmen literarische Beispiel zur Kenntnis. Nebenher schauten wir auch Filme („Die Tribute von Panem“ für was auch immer und „Eat Pray Love“ fürs Herz).

Dann auch ein theoretischer Part: Populärkultur in der Kulturtheorie – da schwirrte der Kopf.

Stabiles Element in all diesen Tagen: eine Mitte mit „religiösem Trash“. Ein vielgestaltiger Blickfang.

2014-11-21 10.58.42
Diese Erfahrung wünsche ich uns:
Dass wir sagen, was wir sehen.
Dass wir mehr glauben, als wir sehen.
Dass wir tun, was wir sagen.
Selig die Heimweh haben, sie sollen nach Hause finden. Amen.

Christina Brudereck, Zeit des Meisters, Seite 32

Eine Mitte, kein Rand und vielfache Sehnsucht 2

25. 11. 2014

Drei Mal am Tag innehalten, wie ein Tagzeitengebet im Kloster, morgens, mittags, abends. Natürlich kannte ich so etwas.

Und dann kam es ganz neu:  Beginn und Ende mit einem Klangschalenton, dann die Bitte, sich voreinander zu verneigen. Eingängige Gesänge.  Dazwischen eine Atemübung,  auch wieder ein- und ausgeläutet von der Klangschale. Und Texte, die zu Herzen gingen und auch den Kopf ansprachen:  Bibeltexte, Gebete, Impulse, ein Segen.

Das war der Herzton, den ich brauchte: Gesammelt im Zentrum des christlichen Glaubens, beim Meister, achtsam zu sich selbst und  offen für vieles ringsherum, gleichzeitig mit ihm verbunden.

Beim ersten Morgengebet etwa hörten wir diesen

Impuls

Ein Schüler fragte seinen Meister:
„Kann ich irgendwas tun,
um die Erleuchtung zu erlangen?“
Und der Meister antwortete:
„So wenig, wie du dazu tun kannst,
dass am Morgen die Sonne aufgeht.“
Da fragte der Schüler weiter:
„Was für einen Zweck
haben die spirituellen Übungen, die du lehrst?“
Und der Meister sagte:
„Du übst, damit du nicht schläfst, wenn die Sonne aufgeht.“

(Christina Brudereck, „Zeit des Meisters,: Innehalten, um durchzuhalten“ im 2-Flügel-Verlag. Hinweise im Netz hier, Seite 17)

 Danke für die Erlaubnis, die Texte zu veröffentlichen!

Eine Mitte, kein Rand und vielfache Sehnsucht 1

22. 11. 2014

Frisch zurück von einer Fortbildung: Evangelisation und Popkultur. An fünf Tagen in die religiöse Populärkultur eingetaucht, sich selbst und die Welt erforscht. Impulse. Täglich in offener Spiritualität und fürs Weitere im Reisegepäck des Herzens. Die Autorinnen des Teams von „Kirche aufmachen“ (Christina Brudereck und Claudia Währsich-Oblau) mit 15 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Rheinland und aus Westfalen.

Kirche aufmachen – geht hier: http://kirche-aufmachen.de/ [Seite existiert nicht mehr.]


Mehr demnächst.

Hier noch etwas zum  Stichwort „Evangelisation“ (Anklicken macht groß und lesbar):

Feiertäglichen Glanz…

3. 10. 2014

…bietet der 3. Oktober nur begrenzt für mich. Immerhin, wenn er nicht auf den Sonntag fällt, habe ich richtig frei.

Der Blick soll sich auf einen Moment in 14 Tagen richten. Am Abend des 17. Oktober soll sich feiertäglicher Glanz ausbreiten. Es ist wieder einmal so weit und ich (oder wir) lade(n) ein:

EIGENTLICH-14-10a

Schätze besichtigen – lohnt sich

17. 1. 2013

Neulich war ich in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn zur Ausstellung
Schätze der Weltkulturen Die Großen Sammlungen: The British Museum„.

Sie läuft noch bis 7. April. Ich empfehle sie sehr.

Der Eintritt beträgt 10 €. Im Preis inbegriffen ist ein kleiner, grauer Katalog, der jedes Objekt erläutert. Er ist notwendig, da jedem Objekt eine Nummer zugeordnet und sonst kein weitere Text vorhanden ist.
Ein Audioguide (empfehlenswert) kostet 4 €.

Die vorhandene Gastronomie bietet zum Beispiel Cappuccino für 2,40 € an.

Hier ein kleiner, stiller Rundgang vorab:

 

 

Einblicke ins Ortsleben…

28. 6. 2011

… brachte die Sendung  aus der Reihe „Hierzuland“ im SWR vom 9. März.

Kurze Auf- und Einblicke zum oder  ins Gemeindezentrum ab 4:48. Nur kurz zu sehen, aber unschwer zu erkennen ist der Saal, in dem „Eigentlich“ stattfand.

Das war kurz weg und musste mal wieder in die Welt.

Kurztrip nach Rom…

9. 4. 2010

…  in die Sixtinische Kapelle.

Den Link habe ich von Richard Becks Blog „Experimental Theology„. Er war auch noch nicht da…

Zeit für Hochkultur

7. 4. 2010

In unserem Urlaub waren wir in Bonn. Wichtigstes Reiseziel dort: Die Bundeskunsthalle, „Byzanz: Pracht und Alltag„.

Neben dem Eintritt ist es gut, in einen Audioguide zu investieren, die vier Euro bringen einem vieles näher. Wir haben über zwei Stunden dort verbracht, es gibt viel Interessantes zu sehen. Besonders beachtlich fand ich die computeranimierten Rekonstruktionen von Konstantinopel und Ephesus. Aber auch viele Exponate sind bewundernswert.

Ein Film über die Ausstellung, in menschenleeren Sälen, ohne Audioguide, ist hier.

Wer auch hin will: bis 13. Juni 2010 ist Gelegenheit.

Nicht noch einmal Kolumba

25. 6. 2009

Neulich besichtigt: Das Diözesanmuseum in Köln, Kolumba. Wie es mir erging:
Du kriegst ein kleines Heft als Begleiter. Es weist dir den Weg und erklärt spärlich, was es mit ein paar ausgewählten Kunstwerken auf sich hat, erwähnt aber alle.

Im Erdgeschoss ist es noch nett  über  Grundmauern von Ausgrabungen zu laufen und hinab in die Antike zu schauen. Aber die beiden Obergeschosse: x Räume, fast alle in nacktem glatten Beton, an den Wänden oder in Vitrinen Altertümchen – die sind meist ganz nett – neben meist unerklärten neuen Dingen, Gemälde, Installationen. Alles wirkt unfertig. Überladene Wände sind ein Graus, darunter leiden manche Museen. Aber hier hast du überall das Gefühl, es fehlt etwas.

Die Schwellen der Räume zu den Fluren sind stets auf anderem Niveau, ohne Warnung (außer an der Kasse: „Achten Sie bitte auf die Unebenheiten!“). Im letzten Raum ein Ölgemälde, eine riesige rotbraune Fläche (Phil Sims: The Cologne Painting [Pietà Cycle]). Der Text kommentiert, es wäre von Tizian inspiriert. So. Hier entzündeten sich Gespräche: eine distinguierte Dame verlor ihre Fassung und sagte, das ganze Museum sei ein einziger Beschiss und sie schäme sich für ihre Vaterstadt. Meine Frau kam ins Gespräch mit zwei Männern, die auch entsetzt waren. Der eine wusste, dass die Angebote jährlich wechseln, letztes Jahr sei es beeindruckend gewesen, aber jetzt…

Kurz, sage einem eingefleischten Calvin-Anhänger, er solle die katholische Sakralkunst, kombiniert mit der modernen, in ein Museum bringen, dann kommt Kolumba dabei heraus. Wo bleibt die rheinisch-katholische Sinnenfreude? Kein Café oder Bistro, noch nicht einmal ein anonymer Getränkeautomat. Zurück bleibt Kopfschütteln: Das Erzbistum Köln schließt Kindergärten, und hier hat es Unmengen Beton in den Sand gesetzt.

Wer also nach Köln will, sollte nicht unbedingt in dieses Museum.


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