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Weihnachten bringt aus dem Konzept

24. 12. 2012

Es war hektisch im Advent. Keine Zeit, hübsche fremde Federn zu suchen, um den Blog damit zu schmücken. Nur eigene: Ein paar Gedanken, die ich in unseren Gemeindebrief geschrieben habe,  schicke ich als Gruß an euch, meine Leserinnen und Leser. 

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Geht es euch auch so? Jedes Jahr derselbe Stress: Sind die Geschenke rechtzeitig da, gelingen die Vorbereitungen, geht es  gut mit der Familie? Wir brauchen das feststehende Ritual, das ist das Wohltuende an Weihnachten – und immer wird es unterbrochen.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Schon das Fest selbst: „Geburtstag Jesu“ sagen wir. Es ist jedoch nur die Geburtstagsfeier. Wie bei der englischen Königin: Weil sie im unsteten April Geburtstag hat, wird die Feier in den warmen Sommer verlegt.
Bei Jesus ist es ähnlich: Die Feier seines Geburtstags ist am 24. Dezember; wann er genau geboren wurde, wissen wir nicht. Man hat halt vor 1.700 Jahren ein Fest vorgefunden, das römische Sonnenfest, und hat die Feier auf diesen Tag gelegt. Weil es um das Licht geht, das zunimmt. Für uns ist Weihnachten mitten im Winter. Geographischer Zufall: In Brasilien kann man zur Heiligen Nacht leicht bekleidet an den Strand gehen. Südlich des Äquators ist Sommer, wenn wir Winter haben.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Der Gott der Philosophen ist das höchste Wesen, fern von den Menschen. Was für eine Zumutung, wenn gesagt wird: „Gott ist Mensch geworden“. Lukas erzählt es in der Weihnachtsgeschichte, im 2. Kapitel seines Evangeliums: Der göttliche Retter ist ein winziger Säugling. Und Gottes Gesandte erscheinen nicht den Mächtigen und Machthabern, sondern einigen Hirten, nicht gerade eine gute Referenz.
Wir haben uns an diese Geschichte gewöhnt, doch vor fast zweitausend Jahren passte das für anspruchsvolle Denker nicht ins Konzept.

Bei allen guten Erinnerungen und hohen Erwartungen an Weihnachten jedes Jahr: Ich meine, es ist der Sinn dieser Tage, uns aus dem Konzept zu bringen. Nur ein bisschen, ein feiner Riss in unserer Planung, ein kleiner Spalt in den Erwartungen. Denn Gott sucht sich dort eine Zugang, wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind. Da fängt Gott an.

Weihnachten bringt aus dem Konzept. Denn es ist nicht „unser“ Fest. Es gehört dem Heiland, dem Retter der Welt. Dem großen Gott, der sich klein macht wie ein Säugling.

Ich wünsche ein frohes Fest mit vielen Überraschungen!


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