Posts Tagged ‘Konsequenz’

Soldat spielen geht nicht

14. 11. 2012

Ich stieß neulich auf den Bericht über Scott Ostrom: Er zog als Elite-Soldat in den Irak und kam als seelisches Wrack zurück. Der Weg zurück ins Leben ist mühsam.

Eine kürzere Fassung des Berichts findet sich im Rundbrief der Aktion „Ohne Rüstung leben“, Seite 5 bis 7.

Zu den ungehaltenen Predigtteilen

7. 12. 2011

Beim Öffnen der Tür riecht es schon nach Zigarettenrauch. Auf dem Tisch zwei gut gefüllte Aschenbecher. Angehörige erzählen mir, was wichtig ist.  Der Verstorbene hatte Lungenkrebs.

Haben die nichts aus dieser Krankheit gelernt?  Ich habe das bei der Trauerpredigt nicht angesprochen. Das war wohl die richtige Intuition: Wie mir ein ehemaliger Raucher sagte, ist mein Denken „typisch Nichtraucher“. Wer rauchen will, wird die Verbindung nicht herstellen, ob bewusst oder unbewusst.

Nachdenklich macht es mich dennoch. Immer ist es die eigene Verantwortung. Auch beim Konsequenzen ziehen. Ob das jemand von außen so sagen kann, dass es Kopf und Herz erreicht?

An die Konsequenzen denken

28. 5. 2010

Die Sprüchegattung „Letzte Worte“ hilft mir auf heiter-makabere Weise,  dass ich an die Konsequenzen meiner  Worte und Taten denke.

Nun gut. Man kann sie aber auch unernst durchlesen. Hier eine schöne Sammlung.

Suchen – ersetzen: Gehorsam – ?

25. 3. 2010

Am Sonntag habe ich über den vorgeschlagenen Predigttext gesprochen, aus Hebräer 5.

Über Vers 8 bin ich nicht hinweggekommen:
„So hat er [Christus], obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“


Er hat an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Wie bitte? Leiden führt zum Gehorsam? Gefragt ist hier nicht, ob Leid liebevoll macht oder einen Gott näher bringt. Und klar ist auch, welche Art von Leiden gemeint ist: ein schmerzvoller Foltertod am Kreuz.

Gehorsam – meiner Meinung nach ist dieses Wort seit 1945 endgültig verdorben.

Gehorsam ist die Antwort auf den Befehl. Und auf den wurde damals alles abgeschoben: „Ich habe nur auf Befehl gehandelt.“ Die Verantwortung schiebe ich ab auf eine höhere Instanz.

Es gibt höhere Instanzen, es gibt hierarchische Strukturen. Wenn die Lehrerin eine Anweisung gibt, muss der Schüler sie befolgen. Das klingt logisch. Würde ich sagen, sie befiehlt, damit der Schüler Gehorsam leistet, man würde mich geistig nach Preußen schicken.

Das Milgram-Experiment bewies, dass es nicht an einem „deutschen Gen“ liegt, wenn Menschen Menschen auf Befehl Leid zufügen, sondern dass so etwas überall passieren kann. Damals war die Autorität, der Wissenschaftlicher im weißen Kittel, heute kann es auch die Show mit ihrem Moderator sein.

Gehorchen und befehlen gehört weiterhin zum militärischen Bereich. Doch selbst bei der Bundeswehr wurde der „Staatsbürger in Uniform“ das neue Grundmodell des Soldaten, und eine Verweigerung bei unsinnigen oder perversen Befehlen ist per Gesetz toleriert und unterstützt. Nur beim Glauben soll es weiter funktionieren? Sollte Gott ein Kommandeur sein?

Nein, ich halte das Wort „Gehorsam“ in Glaubensdingen für unakzeptabel.


Was stattdessen? Im deutschen Wort steckt das „hören“, wie auch beim Griechischen „hyp-akoué“ (siehe „Akustik“). Wer eine Anweisung hört, folgt ihr.

Die Vorsilbe „hypo“ bedeutet auch „unten, tief“. Dann kann der Begriff bedeuten: „Ein tieferes Hören“. So kann ich ihn annehmen: Ich höre das Wort, das mich zu einem Tun anleitet, und wenn ich ihm folge, dann höre ich tiefer hin, nicht nur mit dem Ohr, sondern mit der ganzen Existenz.

Und umgekehrt. Höre ich tiefer hin, höre ich auf Stimmen aus der Tiefe, etwa von Menschen, die im Leid sind, und ich setze mich diesem Leid aus.

„Jesus hat an dem, was er litt, Tieferhören gelernt.“ Das ist die umgekehrte Richtung. Und sie ist an den meisten anderen Stellen im neuen Testament anders: Jesu hat den Willen Gottes gehört, hat sich den Mächtigen widersetzt – und musste folglich leiden und sterben.

Nein, hier steht der Hebräerbrief den anderen Schriftstellen entgegen.


Und eins noch: Weiß jemand ein schöneres Wort als „Tieferhören“?

Jesus in Reli verboten

19. 1. 2009

In der Grundschule, die Gruppe der Erst- und Zweitklässler; wir  betrachten das Nolde-Bild „Jesus und die Kinder“.

Von links nach rechts. Natürlich fragt ein Erstklässler: „Wo ist links?“ Das klären wir.

Also, was ist ganz links zu sehen?

Kind 1:
Jesus!

Ich:
Schaut euch bitte das Bild an und sagt, was ihr seht. Danach können wir es deuten.

Kind 2:
Ein schwarzer Umhang!

Ich:
Oder Mantel. Und rechts daneben?

Kind 3:
Jesus!!

Ich:
Nein, beschreibt bitte, was ihr seht! Was ist rechts neben dem schwarzen Mantel. Guckt mal, welche Farbe hat das Gewand rechts neben dem schwarzen?

Kind 4:
Ja, so lila?

Ich:
Ja, oder violett. Und darüber?

Kind 5:
Das ist der Kopf von Jesus!

Ich:
So! Jetzt will ich in den nächsten zehn Minuten kein „Jesus“ mehr hören!

Als wir dann bei Jesus angelangt sind, redet ein ganz Schlauer nur von „dem Typ“ – und grinst mich an. Ich grinse zurück. Konsequenz ist schön und macht gute Laune.

Anmerkung 1: Beim Link auf das Bild setze ich voraus, dass der Seitenbetreiber die Urheberrechte geklärt hat. Sollte das nicht der Fall sein, bitte ich um Mitteilung.

 
Anmerkung 2: Vorsicht! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
Je länger desto mehr hat es mit dem Beitrag nicht mehr ganz so viel zu tun. Die Kommentare enden bei Nummer 201.
Für weitere Kommentier-Bedürfnisse gibt es jetzt
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