Posts Tagged ‘Käßmann’

Meinungen ringsum

2. 6. 2010

Kirchentag 3: Heilige Margot?

22. 5. 2010

Margot Käßmann war ein Star auf dem Ökumenischen Kirchentag – und schon die Frankfurter Rundschau hat sie als Heilige betitelt.

Nachdem der eine Sohn sie auf dem roten Sofa bewunderte (siehe das Video auf meinem letzten Kirchentags-Beitrag), hat der andere ein persönlich signiertes Buch vorzeigen können. Und auch ich wollte etwas von ihr mitkriegen. So habe ich mich aufgemacht, um ihren Vortrag am Samstag Vormittag zu erleben, „Hoffnungszeichen Kirche„.

Die Halle war fast voll, als ich kam. Ich bekam keinen Papphocker mehr und setzte mich am Rand auf den Boden. Zuweilen stellte ich mich hin, aber ich war sehr weit weg. Der Vortrag war sehr theologisch. Und das Meiste war mir nicht neu. Interessant waren die beiden „Hoffnungsfiguren, die sie angeführt hat: Helmut James Graf von Moltke, einen Beteiligten am Widerstand gegen Hitler, und den anglikanischen Bischof George Bell, der sich im zweiten Weltkrieg gegen die Bombardements auf Deutschland eingesetzt hat.

Nach dem Vortrag gab es lang anhaltenden Applaus, so lange, dass sie zwei Mal  aufstand und sich vor den Zuhörern verneigte.

Ich finde Margot Käßmann gut. Aber ich wäre nicht Theomix,  wenn ich nicht vom Hinterkopf aus einen ironischen Blick auf den Rummel wärfe. Ein signiertes Buch als „protestantische Reliquie“. Eine Frau, Ex-Bischöfin, die Zulauf hat wie ein Star.

Eine neue Heilige? Vielleicht. Heilig, weil zugleich konsequent und deutlich unperfekt.  Damit solidarisch zu „uns kleinen Leuten“, die wir noch viel unperfekter und viel weniger konsequent sind.

Auch die FR sieht sie als „als mustergültiges Vorbild im Umgang mit eigenem Fehlverhalten“, als positives „Gegenstück zu Mixa“. Vielleicht ist es dieses Verhalten, das sie im Vergleich zum zähen Hinhalten von Herrn M. und Anderen so wohltuend erscheinen lässt.

Alle Achtung

25. 2. 2010

Margot Käßmann ist zurückgetreten. Ich finde das schade, weil sie eine sehr gute Visitenkarte Vertreterin der evangelischen Kirchen in Deutschland ist/ wahr. Sie hat etwas zu sagen, und sie ist/ war sehr überzeugend.

Wenn sie bliebe, haben ihr manche vorgeworfen, wäre sie inkonsequent. Nun bitte, diese Stimmen dürfen nun schweigen. Die Konsequenz, die sie auszeichnet, hat sie sich bewahrt. Bei allem Bedauern – dadurch gewinnt sie für mich an Achtung. Und erlangt – wieder – Vorbildfunktion…

… zum Beispiel auch für die Schwesterkirche, die so heftig über ihre eigenen Füße stolpert. Aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden kann.

Nachdenklich

24. 2. 2010

Mir fehlte die Muße, einen Beitrag für heute vorzubereiten. Die Diskussion um Glück und Gnade ist mir auch zu interessant, um sie nur mit Nano-Gedankensplittern zu ergänzen. Da will ich doch lieber mit mehr Ruhe schreiben.

Was die Runde macht, ist der Promillegehalt des Blutes einer Bischöfin. Den ersten Blogbeitrag, den ich dazu gefunden habe, stammt von Rolf Kröger. Ich finde ihn gut.

Deutlich kritisiert

4. 1. 2010

Die Neujahrspredigt von Bischöfin Margot Käßmann ist in die Kritik geraten. Sie spricht Afghanistan an und vermisst zivile Perspektiven. Die Politik reagiert zumeist gereizt. Als lutherische Bischöfin weiß sie sehr wohl Luthers Haltung, dass sich die Welt mit der Bergpredigt nicht regieren lässt. Und wir sind auch nicht wie vor 27 Jahren vor der Alternative „Ganz oder Gar nicht“.

Ein guter Blog-Kommentar findet sich hier. Der hat mir einiges an argumentativer Arbeit abgenommen. (Danke dafür.)
[Link funktioniert nicht mehr. Schade.]


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