Posts Tagged ‘Ironie’

Enthüllung: Ein Toter kann gar nicht mehr schreiben

8. 9. 2016

Es geht um das Buch „Hier ist alles Banane: Erich Honeckers geheime Tagebücher 1994 – 2015“. Ist Honecker gar nicht tot, sondern lebt diskret zurückgezogen weiter und schriebt heimlich Tagebücher? Na, das ist fein ausgedacht.

Aber die Autoren haben nicht mit der grassierenden Ironiefreiheit und Humorabstinenz gerechnet. Dazu mehr hier:

http://www.operation-harakiri.de/index.php/2016/09/05/eine-geschichte-voller-missverstandnisse/

Und jetzt mal auf Deutsch, Herr Eichendorff

26. 12. 2011

Weil es so schön war, nur noch ein Mal…

Markt und Straßen stehn verlassen,
Strahle-Licht in jedem Haus,
ich streif lustig durch die Gassen,
alles sieht voll spacig aus.

An den Fenstern haben Frauen
tolles Spielzeug hingestellt,
tausend Kinder stehn und schauen,
ihre Augen  süß erhellt.

Und ich geh mal weg ins Freie
hinten zwischen Wald und Feld,
geiles Glänzen, Vorfreude aufs Feiern –
irre still ist ’s auf der Welt!

Sterne so weit weg da oben,
der Seele ihre Einsamkeit
singt, so wie die Engel loben:
Megakrasse Weihnachtszeit!

Hier Erklärungen, nicht nur für OneBBO:

Erste Strophe:
differenzierte Gefühlsbeschreibung, kein romantisches Wischi-Waschi.

Zweite Strophe:
Ohne hell glänzende Kinderaugen geht es gar nicht. Wie konnte Eichendorff das nur auslassen?

Dritte Strophe
Hauptsache, es reimt sich hinten. Wenigstens so ein bisschen …

Vierte Strophe:
Den Deutschen ihre Grammatik ist sowieso immer am Fließen.

Ernst kann ich es nicht nehmen…

23. 11. 2011

… aber dann macht es viel Spaß:

Nein, anders als ironisch verstehen geht nicht für mich.

Wenn der Hass den Reim verzerrt

9. 11. 2011

Vorwort

Es gibt hier, wie ich auch an Kommentaren merke, einige neue Leserinnen und Leser. Da möchte ich noch mal an einen der Grundzüge meines Blogs erinnern

Nämlich: ich schreibe gern ironisch. Nur als Vorwarnung für zarte Gemüter. 🙂 (more…)

Morgenstern ironisch

13. 5. 2009

Christian Morgenstern war allem Militarismus und kleinbürgerlichem Mief abhold. Tief ironisch ist er da geworden, in den angeblich nachgelassenen Gedichten des Horaz.

V, 19 (Aus dem Nachlass des Horaz)

Mein Neffe schrieb mir jüngst:
„Ich bin ganz stolz, ich war
beim letzten Fest der Punkt
vom i, was sagst du nun?

Das eigentliche i,
das war Hans, Hinz und Kunz, –
ich aber war der Punkt;
denn unser Rektor hat

uns so gestellt, du weißt,
die ganze Klasse, so
an fünfzig Jungens, dass
das Wort herauskam: Heil!

Mir aber als dem Punkt,
ward das besondre Glück:
es fragte mich ein – Prinz:
Wie heißt du Kleiner? – doch

da hob der Rektor schon
die beiden Arm‘ und: Heil!
so schrien wir allesamt.
Und dann gabs Bier vom Fass.“


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