Posts Tagged ‘Hirte’

Auffälligkeiten und ich und Gott dann so: Die Nebensatzverweigerer

19. 1. 2016

Manche können keine Konjunktionen. „Ich meine, dass das gut ist.“ wird zu „Ich meine das das gut ist.“ So etwas mag ich nicht. Polemik: das ist etwas, was garantiert nicht in der neuen Rechtschreibung steht! Ich finde das häufig in Blogs. Mir verleidet das die Lust am Lesen. Mittlerweile klick ich es dann weg.

Und Gott dann so: „Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen.
„Gott, heißt das, ich versuche dich mit solchen kleinen Aufregern?“
„Ach was. Ich wollte dir nur eine Atempause verschaffen. Damit du zur Besinnung kommst. “
„Wie bitte?“
„Hör mal, Junge, es kommt gar nicht darauf an. Klick die weg, meinetwegen. Und bleib beim Wichtigen.“
„Und was soll das Wichtige sein?“
„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“
„Zitate erdrücken, Chef…“
„Wo drückt dir der Schuh? Wo meinst du, fern von mir zu sein?“

„Ach so, Gott ja, da wäre.. […]“
„Gut, dass wir darüber reden.
Und vergiss nicht: Die Liebe zum Guten Hirten führt zu den anderen Schafen. Um es mal so zu sagen.“

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tagesgedanke 29.07.

29. 7. 2015

Jesus fragte die Jünger: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
Matthäus 16,15

guter hirte, heiland, seelenbarista…

das auf anhieb.

Der gute Hirte und die anderen Schafe

20. 5. 2015

Jesus Christus spricht:
„Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.“
(Johannes 10, 16)

Über die Jahrhunderte haben die Ausleger gerätselt, wer damit gemeint ist, mit den anderen Schafen. Sind es die verlorenen zehn Stämme Israels, die von den Assyrern 700 Jahre vor Christus verschleppt worden sind und von denn wir keine Spuren mehr haben? Sind es Sektengruppen der damaligen Zeit, Gnostiker, die so ähnliche Worte benutzten wie das Johannesevangelium (logos, Tröster und so weiter), aber anders glaubten, ganz eigenartige Vorstellungen mit diesem Christus verbunden haben? Es bleibt rätselhaft.

Und ich meine, das Evangelium redet bewusst so: Die anderen, das sind – die anderen. Das sind zum Beispiel die, die nur selten in einen Gottesdienst kommen. Über die manche sich dann gerne ärgern, wenn sie bei Taufen oder Heiligabend auftauchen und man ihnen deutlich anmerkt, sie sind fremd, und stolpern durch einen Gottesdienst und fallen auf, weil sie sich so gar nicht auskennen.

Für manche sind die Kirchgänger die anderen, die, die immer in die Kirche laufen – und was weiß man nicht alles über die: Die wollen sich bei Gott was verdienen oder ihre neue Kleidung vorzeigen oder beweisen, wie fromm sie sind.

Die anderen, das sind die anderen. Die Laxen, Laschen, die mit einem halben Bein aus der Kirche raus sind. Oder vielleicht sogar schon völlig. Die meinen, man könne ohne eine Gemeinschaft an einen Gott glauben. Auch die liebt der Gute Hirte.

Oder Verblendete, die meinen, mit Gewalt, Bomben und Morden könne man Gott dienen. Sie verraten den Glauben, auch wenn es der islamische ist. Auch sie sind die anderen, auch sie liebt der Gute Hirte. Er gibt sie nicht auf.

Oder die Politiker.
Oder welche Menschengruppen sehen wir schief an?
Oder welche Menschen mögen wir nicht, wer macht uns das Leben schwer?
Das sind die anderen.

Und die Liebe des Guten Hirten ist so groß, dass auch er sie liebt wie uns, und ohne sie gibt es keine Einheit, keine, wie er sie will.

Es ist eine anstrengende Liebe, die uns der Gute Hirte zumutet: Eine Liebe, die Grenzen überwinden will.

Und gerade deswegen, gerade deswegen mag ich den Guten Hirten.

(Aus einer Predigt über Johannes 10, 11-16; 19.04.15, Sonntag vom Guten Hirten)

Unten in der Erinnerungskiste

13. 1. 2015

Unten in der Erinnerungskiste, fast vergraben, liegt ein Stück meines Kinderglaubens. Ich hole es hervor und staune. Ja, das war damals so schön. Der Kopf kriegt gerade mal ein paar Minuten Frischluftpause, während das Herz auflebt…

Weil ich Jesu Schäflein bin,
freu ich mich nur immerhin
über meinen guten Hirten,
der mich wohl weiß zu bewirten,
der mich liebet, der mich kennt
und bei meinem Namen nennt.

Unter seinem sanften Stab
geh ich aus und ein und hab
unaussprechlich süße Weide,
dass ich keinen Mangel leide.
Und sooft ich durstig bin,
führt er mich zum Brunnquell hin

Sollt ich denn nicht fröhlich sein,
ich beglücktes Schäfelein?
Denn nach diesen schönen Tagen
werd ich endlich heimgetragen
in des Hirten Arm und Schoß.
Amen, ja mein Glück ist groß.

Henriette Marie Luise von Hayn (1724 – 1782)

Die Hirtenumkehr

30. 12. 2014

„Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“ (Lukas 2,20)

Und die Hirten kehrten wieder um…

Umkehr klingt sonst so anstrengend: „Kehrt um!“ oder „Tut Buße!“ Im Neuen Testament zuerst ausgesprochen von Johannes dem Täufer. Diesem Asketen, der Menschen einmal ganz untertaucht, damit sie merken, dass ihnen Gott die Luft abschneiden kann, damit sie ins neue Leben finden. Jesu greift die Botschaft auf und wandelt sie um. Er ruft zum Reich Gottes und feiert es vor, in einer Tischgemeinschaft mit zwielichtigen Leuten. Das ist allemal lustiger als unter Wasser keine Luft mehr zu kriegen. Aber in schlechter Gesellschaft lebt es sich gefährlich, wie man am Ende dieses Jesus merken kann.

Umkehr, Buße ist zu etwas Anstrengendem gemacht worden. Es gibt Werke der Buße: Kreuz auf sich nehmen, Fasten, Pflichten erfüllen. Klingt alles nicht nett.

Die Umkehr ist dadurch nicht attraktiv gemacht worden. Wir könnten sie wiederentdecken. Die Stimme Gottes in der Navi-Dame oder dem Navi-Herren. „Kehren Sie, wenn möglich, um.“ Alles andere als bedrohlich. Ein freundlicher Appell. Unsere Möglichkeiten miteingeschlossen, vielleicht können wir es gerade nicht. Das Navi weiß den Weg für uns: Kehren wir nicht bald um, weist es uns auf einen Umweg. Eigenes Risiko. Aber wir vertrauen ihm.*  Schade, dass wir uns das bei Gott abgewöhnt haben.

Die wundersamste Sache ist da für mich die Umkehr der Hirten: nicht weg aus dem Normalen zu etwas anderem, sondern dorthin, ins Normale,  zurück. Die Hirten kehrten wieder um zu ihren Herden. Weg von der Anbetung beim Kind. Aber mit erfülltem Herzen, weswegen sie Gott loben und preisen.

Es ist eine häufige Erfahrung: Wir kehren zurück in den Alltag, aus einem wunderbaren Urlaub, von einer besonderen Fortbildung oder einem Kirchentag.  Was wird aus den Anregungen, aus den schönen Momenten? Das Herz kann traurig werden, weil es ahnt, der graue Alltag frisst das Bunte auf. Bisher habe ich so gedacht. Ich will ab jetzt die Hirtenumkehr lernen: Ja, ich habe etwas Besonderes erhalten und mitbekommen. Ich will Gott loben und preisen. Und kehre um. Gott entgegen. Fast wie vorher. Nur anders.

Predigtgedanken vom Sonntag (28.12.)

* Dieser Gedanke stammt von Peter Wick aus seinem Vortrag „Nur einer kann der Grillmeister sein: Das Evangelium auf einer Postkarte“ auf dem Missionale in Köln 2013.

 

Leitwort, aus dem Herzen – immer noch

12. 12. 2011

Über Jesus heißt es im Matthäus-Evangelium (Kapitel 9, Vers 36): „Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“

Jesus sieht das Volk und „es jammert ihn“. „Er wurde innerlich bewegt“, übersetzt die Elberfelder Bibel. Keine Übersetzung gibt, meine ich, den Urtext richtig wider: ἐσπλαγχνίσθη („esplangchnísthe“) – das Verb „splangchnizomai“ kommt vom Substantiv für „Eingeweide, Herz, Innerstes“.  „Es zerriss ihm seine Eingeweide“ ? – das ist wohl etwas zu stark. „Es ging ihm durchs Eingeweide“, „…durch Mark und Bein“, besser noch „Es ging ihm zu Herzen“ oder „es berührte sein Innerstes“.

Jesus sieht die vielen Kranken, und das ganze Volk. Wer weiß, was sie in ihm sehen. Den Wunderheiler, Magier, den Schönredner. Aber sein Anliegen, seine Botschaft, sein Auftrag? Wohl ganz viele mit ganz wenig Ahnung.

Wie Schafe ohne Hirten. Durcheinander, zerstreut.

So ein Blick auf die Zeitgenossen wäre ab und zu nötig. Ein liebevoller Blick auf all die Neunmalklugen, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben; ein offenes Herz für alle, die die Kirche nur als Kulisse für ihre Familienfeier brauchen. Innerlich berührt von Dummschwätzern und Stammtischquasslern.

Ja, das wäre gut Menschen so zu sehen. Nicht als Heiden, missionswürdige Objekte. Oder als Nervfaktor, der den normalen Betrieb stört. Sondern als liebenswerte, liebesbedürftige Gegenüber. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so ist. Gerade dann.

Zuerst am 11. Dezember 2008 veröffentlicht. Stimmt immer noch.

Und der andere Beitrag ist morgen wieder da.

Schafe, Sünde und Auffangnetz: 1. Das Schaf

17. 10. 2008

In Thomas‘ Kommentar stoße ich auf „Sündenbezichtigung mit instant Auffangvorrichtung für gefallene Schafe“.

„Was sollen wir nun sagen?“ (Römer 7,7) Ist der Mensch denn ein Schaf?

Natürlich nicht, ein  Schaf ist ein Schaf und der Mensch ist ein Mensch. (Und meistens kann man beides unterscheiden 😉 ) Aber wo der „Hirte“ allgemeiner Titel geworden ist (was das Johannes-Evangelium ablehnt!), sind die anderen die Schafe. Das widerspricht dem mündigen Christsein. Der aufrechte Gang ist (more…)


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