Posts Tagged ‘Grammatik’

Auffälligkeiten und ich und Gott dann so: Die Nebensatzverweigerer

19. 1. 2016

Manche können keine Konjunktionen. „Ich meine, dass das gut ist.“ wird zu „Ich meine das das gut ist.“ So etwas mag ich nicht. Polemik: das ist etwas, was garantiert nicht in der neuen Rechtschreibung steht! Ich finde das häufig in Blogs. Mir verleidet das die Lust am Lesen. Mittlerweile klick ich es dann weg.

Und Gott dann so: „Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen.
„Gott, heißt das, ich versuche dich mit solchen kleinen Aufregern?“
„Ach was. Ich wollte dir nur eine Atempause verschaffen. Damit du zur Besinnung kommst. “
„Wie bitte?“
„Hör mal, Junge, es kommt gar nicht darauf an. Klick die weg, meinetwegen. Und bleib beim Wichtigen.“
„Und was soll das Wichtige sein?“
„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“
„Zitate erdrücken, Chef…“
„Wo drückt dir der Schuh? Wo meinst du, fern von mir zu sein?“

„Ach so, Gott ja, da wäre.. […]“
„Gut, dass wir darüber reden.
Und vergiss nicht: Die Liebe zum Guten Hirten führt zu den anderen Schafen. Um es mal so zu sagen.“

still-schweigen

21. 4. 2015

Sylvia, mal wieder (oder immer noch? 🙂 . Auf Facebook war das.)

Stille oder Schweigen, was ist leiser?

Betrachtung der Verben:
„still sein“ ist ein Zustand, ein Sein, „schweigen“ ist ein eigenes Tun, daher aktiv.

Andere Ideen?

 

Weisheit der Jugend, Oktober 2010

29. 10. 2010

Der Nachwuchs: „Alle außer Tim und ich haben mitgemacht.“
Elternteil: „O, ein Hoch auf deine Grammatik!“
Nachwuchs: „Ja, ich bin ein unbeugsames Nomen.“

Ich habe gut reden…

18. 4. 2009

Ich habe gut reden, denn Schützenvereine sind für mich eine fremde Welt.

Und wie sollte  ich mit Fremden umgehen? Respektvoll, klar. So wäre es politisch und ethisch korrekt.

Nun stieß ich neulich auf das „Familienschießen“ eines Schützenvereins. Spontan durchfuhr es mich, o, da ist es nicht weit zum Amoklaufen. Ehrlich, das schoss mir durch den Kopf. Das ist politisch und ethisch nicht korrekt. Das war der übernächste Gedanke.

Wie ist es denn grammatikalisch korrekt?

Familienschießen ist ein Kompositum aus einem Substantiv und einem substantivierten Verb. Familie + Schießen.

„Schießen“ kann dem vorangehenden Wort nun drei Haupt-Bedeutungen bringen:

  1. Nomen resultativum: Man schießt, um eine Familie zu gründen. (Ähnlich dem Königsschießen.)
  2. Nomen finalium: Man schießt, mit der Familie als Ziel – was hier dann wörtlich zu nehmen ist. (Wie Tontaubenschießen.)
  3. Nomen instrumenti: Familien sind es, die schießen. So ist es gemeint. (Wie Diplomatenjagd.)

So belehrte mich Wikipedia, und wer dort über Nomina stöbert, findet noch einige andere Möglichkeiten, dieses Wort zu deuten.

Nun, ich habe gut reden. Aber du, liebe Leserin, lieber Leser, du hast gut nachdenken.

Ein Buch – ein Tag – ein Stöckchen

24. 1. 2009

Für diesen Sonntag statt der Routine eine Besonderheit: Ein Stöckchen, das bei Wortman herumlag:

1.  Nimm ein Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
2.  Schlage das Buch auf Seite123 auf.
3.  Suche den 5. Satz.
4.  Lies und poste die nächsten drei Sätze.
5. Wirf das Stöckchen weiter.

Welch ein Glück: Neben meinem Schreibtisch steht ein Regal mit fast 30 Büchern. Abzüglich Telefonbüchern, Bibeln und dem Duden bleiben 15. (Aus einer Bibel habe ich nichts genommen, weil ich vermute, dass viele das von mir erwarten.)
Ausgewählt habe ich:

Angela Troni,
Die döfsten Deutschfehler: Sprachliche Stolperfallen und wie man sie umgeht

„Wenn Sie sich das jetzt auf die Schnelle nicht merken können, dann haben wir hiernoch etwas ganz Besonderes für Sie: Genauso furchtbar wie neu  renovierte Wohnungen (aus sprachlicher Sicht) sind (zumindest aus Sicht des künftigen Mieters) alt renovierte Wohnungen. Da haben wir’s doch schon: Sie wollen das eine nicht und die deutsche Grammatik braucht das andere nicht – insofern können Sie sich jeden Zusatz von renoviert sparen.“

Frau Tronis Buch ist eigenwillig. Deshalb lässt sich auch darüber streiten, ob ich jetzt drei, vier oder fünf Sätze zitiert habe. Ich nehme die selbstgebastelte Definition: „Ein Satz ist, was vorne groß beginnt und hinten mit einem Punkt endet.“ Diese Definition hilft vieleicht nicht immer, hier aber auf jeden Fall.

Frau Tronis Buch ist auch in anderen Fragen sehr eigenwillig. So fehlt ein alphabetisches Register nach grammatikalischen Begriffen. Stattdessen muss man sich die launigen Kapitelüberschriften merken, zum Beispiel „abber Arm“, wo es doch um „Adverbien“ geht.

Aber sonst ist dieses Buch ein Muss für alle, die nicht nur Texte „irgendwie“, sondern gut und richtig schreiben wollen, sei es als privat bloggendes Wesen oder als Berufsschreiberling.

Und jetzt: greift zu, hier liegt das Stöckchen!


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