Posts Tagged ‘Gnade’

So soll ich sein? Niemals

31. 5. 2016

Es liegt nicht an der Melodie. Auch nicht an der ersten Strophe; die halte ich für richtig, das glaube ich auch.

Aber widerborstig wurde mir, als ich las „Und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst“. „TROTZDEM liebst…“
Was ist das? Es ist kein Lobgesang der Erlösten, sondern, verzeiht mir die Ironie, ein Schmachtlied der Depressiven.

Gott kennt mich und liebt mich. Punkt. DASS er es tut, ist Gnade. Dass das Leben oft ein Wursteln ist, auch nachdem Christus es erlöst hat: ganz klar. Aber unumstößlich ist: Gott liebt mich. Dich. Alle. Ich darf mich an der Sonne freuen, ohne vorher erst dunkle zehn Minuten im Keller zu verbringen.

Sich als klein gegenüber Gott zu fühlen oder ähnliches kann das nicht verringern. Und letztlich ist die Gnade auch nicht von meinen Gefühlen abhängig. Sonst wären Depressionen mächtiger als Gott.

Espresso – zum Glück mit Gnade

22. 2. 2010

Der HERR wurde mir zur Stütze.
2. Samuel 22, 19 (Übersetzung von Schlachter)

Auf den festen Halt kommt es an, und das führt zum Lehrtext, dem „zweiten Schluck“ – der mir heute wichtiger ist.

Es ist gut, dass das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht.
Hebräer 13,9 (Übersetzung von Schlachter)

Nach Luther: „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch die Gnade.“

Die Gnade festigt und stärkt das Herz. Ein guter, hilfreicher Gedanke. Aber von  Samstag her frage ich weiter: Lässt sich Gnade durch Glück ersetzen? „Es ist gut, dass das Herz fest werde, was durch Glück geschieht.“

Nein, das bekäme einen anderen Charakter. Dem Glück fehlt die Festigkeit. Gnade scheint mit dem Segen verwandt, sie gibt Boden unter die Füße, sie braucht eine gewisse Konstanz. Glück kommt von oben, aus dem Füllhorn. Und wie ein wohltuender Regen ergießt es sich – und kann plötzlich aufhören.

Oder?


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