Posts Tagged ‘Frömmigkeit’

Was ein Streit lehrt

29. 1. 2016

Der Streit im evangelikalen Lager weckt Erinnerungen an die eigenen „frommen“  Zeiten. Aggressive Vorgehensweisen waren mir seit eh und je suspekt. Sie finde ich in manchem wieder, was idea seit langem und Parzany seit kürzerem herausbrachten.

Nun ist der neulich zitierte Christoph in seiner Kritik auch recht deftig.  Das merke ich nun im Abstand. Selbstkritik ist immer gut; sie von anderen zu erwarten problematisch
Ich fasse mich an die eigene Nase und merke: ich bin fromm und zugleich offen. Wenn Gott das bei mir so hinbekommt, dann hoffe ich, dass ich nicht allein bleibe.

Im Blog von K. Dahl, pastorenstueckchen, eine weitere Auseinandersetzung, sehr persönlich und dadurch angemessen.

Eine Mitte, kein Rand und vielfache Sehnsucht 2

25. 11. 2014

Drei Mal am Tag innehalten, wie ein Tagzeitengebet im Kloster, morgens, mittags, abends. Natürlich kannte ich so etwas.

Und dann kam es ganz neu:  Beginn und Ende mit einem Klangschalenton, dann die Bitte, sich voreinander zu verneigen. Eingängige Gesänge.  Dazwischen eine Atemübung,  auch wieder ein- und ausgeläutet von der Klangschale. Und Texte, die zu Herzen gingen und auch den Kopf ansprachen:  Bibeltexte, Gebete, Impulse, ein Segen.

Das war der Herzton, den ich brauchte: Gesammelt im Zentrum des christlichen Glaubens, beim Meister, achtsam zu sich selbst und  offen für vieles ringsherum, gleichzeitig mit ihm verbunden.

Beim ersten Morgengebet etwa hörten wir diesen

Impuls

Ein Schüler fragte seinen Meister:
„Kann ich irgendwas tun,
um die Erleuchtung zu erlangen?“
Und der Meister antwortete:
„So wenig, wie du dazu tun kannst,
dass am Morgen die Sonne aufgeht.“
Da fragte der Schüler weiter:
„Was für einen Zweck
haben die spirituellen Übungen, die du lehrst?“
Und der Meister sagte:
„Du übst, damit du nicht schläfst, wenn die Sonne aufgeht.“

(Christina Brudereck, „Zeit des Meisters,: Innehalten, um durchzuhalten“ im 2-Flügel-Verlag. Hinweise im Netz hier, Seite 17)

 Danke für die Erlaubnis, die Texte zu veröffentlichen!

Geistlich

19. 4. 2013

Was macht ein Tun oder Denken, einen Text oder eine Veranstaltung „geistlich“?
Ein Bezug zur Bibel oder zwingend ein direktes Zitat aus ihr?
Ein gesprochenes Gebet?
Ein gedachtes Gebet oder eine Meditation?

Wie viele Menschen braucht es, damit etwas „geistlich“ wird?
Einen, den einsamen Autor oder mindestens zwei – und dann auch noch in Seinem Namen?

Ich finde diese Frage wichtig für das kirchliche Leben und für die eigene Spiritualität/ Frömmigkeit.
Aber wurde schon erfolgreich eine Antwort gegeben?

Zwei Seelen und drei Herzen

22. 6. 2011

… so hat Hao das Bild betitelt.

Und dann lobt er mich tüchtig. Lest selbst. So wunderbar und freundlich formuliert. Ich versuche es erst gar nicht umzukehren. Ich freue mich einfach und sage „Danke!“.

Hier nur, was ich im Kommentar vergaß: Alles Gute für die Wurzeln, die im Kiefer! Auf dass du im analogen Leben den Biss wiederbekommst!

Evangelische Spiritualität

24. 3. 2010

Auf den ersten Blick ist sie spröde,
die evangelische Spiritualität.
Aber ich liebe sie,
weil heutzutage so vieles berauschen will
und den Kopf einnebeln möchte.

Nüchtern kommt das Paul-Gerhardt-Lied daher,
spröde ist die Losung,
Auge und Ohr sind oft die einzig angesprochenen Sinne.
Aber ich kann, darf mich hineinbewegen
und muss es nicht.

Und oftmals springt es vom Kopf zum Herz.

Ach Mensch, ein Fragment, aus Zeitnot aus der Kiste gekramt. „Irgendwie“ doch ganz gut. Echt und original  Theomix.

Und mit Abstand gelesen: So nüchtern kommen Paul Gerhardts Lieder nun  doch nicht daher. Aber es bleibt jetzt so da stehen.

Virtuell geblättert

27. 2. 2010

Heute war wieder die neue Publik-Forum im Briefkasten. Im Netz kann man den Hauptartikel zu Hartz IV lesen: „Dekadent: Politiker bekämpfen die Armen„.Nicht schlecht. Wer mag, kann ihn  sich ja mal anschauen.
Und bitte bald, denn in vierzehn Tagen rückt das Heft ins Archiv, und dann kostet das ein bissschen was.

Ganz was anderes: Seit einiger Zeit lese ich die Beiträge von netzwertig.com. die Leute dieser Agentur scheinen ja zur Hälfte im Netz zu hängen. das wäre mir ein bisschen viel. Aber sie geben nützliche Tipps über Bewährtes und Neues im Web.

Und wer noch etwas Muße hat, kann diese Radioandacht von einem sehr geschätzten Kollegen lesen.

Das Jahr der Stille

9. 1. 2010

Eine gute Initiative.

Jahr der Stille

Dort herumsurfen lohnt sich.

Außerdem zeigte die Seite: Evangelikale werden falsch dargestellt, wenn sie nur als blindwütige Missionare gesehen werden. Bin ich selbst einer? Eher nicht. Einige der Partner dieser Initiative sind mir recht sympathisch. Außerdem, solche Einteilungen sagen heute viel weniger als vor 15 oder 20 Jahren.

Wie das Herz dazukam

25. 11. 2009
Im vorletzten Jahr war mein Deputat an Fortbildungen noch nicht ausgeschöpft. Was nehmen? Ach, mal was Exotisches.“Heilungsgebet und Gebetsheilung“. Schaden kann es ja nicht. Man hört viel davon, wird sicher ganz nett.Die Referentin war lange Jahre in China gewesen und hat heilende Gemeinden kennen gelernt. Sie hat sich mit pfingstlerischen Kirchen beschäftigt, dort vielfach angefreundet. Und dann waren Vertreter von Migrantenkirchen dabei, eher pfingstlerisch angehaucht. Aber so was von klar im Kopf. Und das ist mir ja ein wichtiges Kriterium, dass der Kopf nicht berauscht wird. Das hat einen Kanal geöffnet, der verschüttet war.

Pfingstlerisch: Von den Pfingstkirchen beeinflusst. Deren Gottesdienste  zeichnen sich aus durch Ekstase, Dämonenaustreibungen und Heilungen.

Meinem Kopf, einem halben Agnostiker, musste ich gut zureden. Das Herz ist seither „freigelegt“: einfach mal vertrauen, glauben, predigen, die Hand auflegen, auch wenn der Kopf fragt und mäkelt. Das geht. Ein bisschen schizoid, mag sein, aber mir geht es gut damit.

Seither kann ich in entsprechender Stimmung über Gott und die Welt herumwitzeln –  und quasi im nächsten Moment weggehen, um  zum „lieben Vater im Himmel“ zu beten, als gäbe es keine Theodizee-Frage, keinen Nihilismus oder andere Infragestellungen. Also, das Leben ist seither sehr bunt und farbig geworden.

Ich bin weiterhin Kopfmensch. Wenn man nicht Fragen stellen darf, dann ist es nichts für mich.

Aber das Herz kommt zum Zuge: das,was in der Bibel steht, so für mich übernehmen, dann und wann. Das geht jetzt auch. (Siehe mein spiritueller Espresso.)

Kopf und Herz vertragen sich. Besser als ich erhofft hatte.

Selbstachtung

19. 3. 2009

Der aufrechte Gang ist gelebte Selbstachtung.

Zuerst auf Elisabeth Ornauers Blog kommnetiert,  2. 3. 2009

„Menschen ohne Rückgrat hab’n wir schon so viel“, sang Bettina Wegner Ende der Siebziger.

In den Neunzigern fand ich es gut, dass bei uns in der Kirche nicht gekniet wird. Allmählich wächst bei mir das Verständnis für Demut, und ich bin darüber nicht mehr stolz. Aber ich bejahe es und ziehe eine aufrechte Haltung der gebückten vor.

Aufrecht gehen und leben ist Ausdruck der Selbstachtung. „Ich will mir weiterhin (vor dem Spiegel) ins Gesicht gucken können“, sagen Menschen, die eine Gewissensentscheidung getroffen haben und sich nicht (mehr) verbiegen wollen. Aufrecht müssen wir vor dem Spiegel stehen, wenn wir uns ansehen wollen. (Ich denke bei diesem Bild nicht an den Handspiegel!)

Der aufrechte Gang ist für mich auch Ausdruck der Mündigkeit. Im Glauben vor allem. Auch wenn das  Bedürfnis nach Regression zuweilen ausgelebt wird. Und werden darf.

Gehversuche vom Herz zum Kopf

25. 9. 2008

So leicht gehe ich diesen Weg nicht, es sind eher Gehversuche.

Persönliche Perspektiven: Ich mag es nicht, wenn man meinen Kopf einnebeln will. Dann schnürt sich auch mein Herz zu.

Von innen her ergreift mich ein orthodoxer Gottesdienst. Es ergreift mich einfach, aus dem Herzen heraus. Kleiner und großer Umzug, die Gesänge, der Weihrauch. Vom Kopf her weiß ich, das ist nicht mein Zuhause, Weihrauch und Gewänder, Umhergeziehe und der ganze Ablauf. Trotzdem trägt es innerlich.

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Wer verbindet Kopf mit Herz?

20. 9. 2008

Als erstes fällt mir dazu Fulbert Steffensky ein.  Er reflektiert die traditionelle Frömmigkeit, mit der er groß geworden ist, und ist zu-gleich „demütiger Freigeist“.

Ich finde seine Bücher lesens- und nachdenkenswert. Die Lektüre hat mich dazu gebracht, alte Formen zu achten. Zugleich ist seine Kritik liebevoll, und man spürt sein „brennendes Herz“.

Zum Schnuppern gibt es eine Aufsatzreihe im bayerischen „Sonntagsblatt“ .

Ein preiswerter Einstieg: Der alltägliche Charme des Glaubens, 9,90 €.


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