Posts Tagged ‘Evangelisch’

Die Presse hält der evangelischen Kirche den Spiegel vor

2. 9. 2016

Was ist das für ein Rauschen im Blätterwald? Seit einem Vierteljahr, beobachte ich, dass profane, säkulare Zeitungen kirchliche Arbeit grundsätzlich bejahen oder die evangelischen Kirchen sogar an die eigentlichen Aufgaben erinnern.

Warum das gerade jetzt passiert? Ich habe Vermutungen, aber keine Gewissheit. Ich beobachte eine Schieflage, die allmählich gekommen ist: die Selbstvergessenheit nimmt wohl zu. Oder?

 

Fastenzeit 2015

3. 3. 2015

Sieben Wochen ohne…

Verzicht,

heißt es für mich dieses Jahr.

Das war auch schon mal anders. Und ich freue mich, dass es das Bewusstsein dafür gibt und es die Aktion „Sieben Wochen ohne“ gibt. Doch die alte evangelische Freiheit, mitmachen zu dürfen und nicht zu sollen oder zu müssen, ist immer noch ein bewahrenswertes Kulturgut.

Ich stelle mich als Gegenüber zur Verfügung

12. 11. 2014

Manches liest sich mit Abstand anders. Dieser Beitrag blieb lange liegen, nun bringe ich ihn heraus.

Zu Friederike Gräff, Ist Gott noch Mitglied der evangelischen Kirche?, Christ und Welt 09/2014

http://www.christundwelt.de/themen/detail/artikel/ist-gott-noch-mitglied-der-evangelischen-kirche/

Der Artikel endet mit den Sätzen: „“Ich wünschte mir, ich hätte in meiner Kirche ein Gegenüber. Eines, das sich nicht wegduckt, eines, das man respektieren kann.“

Ich stelle mich als Gegenüber zur Verfügung. Ich ducke mich nicht weg – und verdiene Respekt.

Da es als evangelische Tugend gilt, sich gleich für jeden Schaden an der eigenen Sache zu entschuldigen, wage ich polemisch das Gegenteil und setze Pluspunkte:

Ich finde die leise evangelische Kirche gut.

  • Wir sind die Kirche, in der man beim Gottesdienst hinten sitzen darf. Bei uns darf der Glaube lau sein, denn Gott liebt alle.
  • Wir sind die Kirche, der Diakonie wichtig ist. Die Hauptamtlichen unsere Kirche fallen nicht über Harz-IV-Empfänger und Asylsuchende her, sondern versuchen ihnen Respekt und Würde zu geben.
  • Wir überfallen die Menschen nicht mit missionarischen Bedürfnissen. (Blinde Flecken einkalkuliert.)

Noch ein paar wichtige Ergänzungen:

  • Ja, viele Pfarrerinnen und Pfarrer haben ein Frömmigkeitsdefizit.  Ich bete heute mehr als noch vor Jahren. Ich schäme mich nicht dafür, aber auch nicht für meine Geschichte
  • Ich nehme wahr, wie die Grenzen zwischen „den Politischen“ und „den Frommen“ flüssig geworden sind. Aus einer frommen Jugendarbeit kam ich ins Studium, es entließ mich mit politischem Schwergewicht. Mittlerweile sehe ich an viele Stellen die Verbindung zwischen beiden.
  • Ich gebe zu: Manchmal könnte die evangelische Kirche lauter treten. Mehr beten, mehr direkt von Gott und seiner Gnade reden. Ich nehme zugleich wahr, wie experimentierfreudig viele Gemeinden sind, wie offen für Anregungen und Engagement.
  • Ich entdecke viel guten Geist, Gottes Geist. Und ich schäme mich nicht, das so zu sagen.
  • Und ich spreche gern über meine Haltung.

Anderes zum Thema:

https://theomix.wordpress.com/2008/10/14/chancen/

https://theomix.wordpress.com/2013/05/24/die-spiritualitat-der-markthalle/

https://theomix.wordpress.com/2013/12/12/wort-mit-unterlage/

 

 

 

Das Wesen des evangelischen Pfarrhauses

29. 10. 2013

Das Wesen des evangelischen Pfarrhauses: „Die Sprache wird zur Seele der Dinge.“ Schön.

Aus der WDR5-Sendung „Das evangelische Pfarrhaus im 21. Jahrhundert: Vorzeigbar Protestantisch“, von Michael Hollenbach*.

Es beantwortet ein bisschen die Frage vom hausundhirschblog über die Rolle der Pfarrfrau.
Die klassische Pfarrfrau gehört wohl auf die „Rote Liste„, sie gibt es kaum noch. Teilende Ehepaare seien die Fortführung dieses Modells mit anderen Mittel, meinte der Theologe Reinhardt Schmidt-Rost vor über zehn Jahren. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Ein teilendes Paar ist so gut erreichbar wie es ein Einzelner gar nicht sein kann. Und Pfarrfrauen bzw. -mänenr sind heutzutage auch berufstätig. Daher.

Leider, lieber dm, muss diese angedeutete Antwort genügen. Die andere Frage liegt ja auch noch herum…

*: Bis 26.10.2014 im Internet verfügbar. ich habe es mir heruntergeladen.

Protestantische Sicht auf einen katholischen Feiertag

1. 11. 2012

Fragt die katholische Gemeindereferentin:
„Was macht ihr Evangelischen so an Allerheiligen?“

Antwortet der evangelische Pfarrer:
„Ausschlafen.“

Ein seriöser Beitrag legt offen: Der Antwortende kommt nicht aus der lutherischen Tradition. 😉

Gerümpel: Katholisch zieht gleichauf

23. 7. 2012

Reisen bildet. Ich sehe ein, es ist kein protestantisches Alleinstellungsmerkmal. Aber immerhin waren in der Votivkirche in Wien Bauarbeiten und dieses Gerümpel plus Fahrrad stand hinter einem Verschlag.

Äußere Merkmale

22. 6. 2012

Woran erkennt man eine katholische Kirche?

Am Tabernakel mit dem Licht davor.

Woran erkennt man eine evangelische Kirche?

Am Gerümpel in den verborgenen Ecken.

Evangelische Spiritualität

24. 3. 2010

Auf den ersten Blick ist sie spröde,
die evangelische Spiritualität.
Aber ich liebe sie,
weil heutzutage so vieles berauschen will
und den Kopf einnebeln möchte.

Nüchtern kommt das Paul-Gerhardt-Lied daher,
spröde ist die Losung,
Auge und Ohr sind oft die einzig angesprochenen Sinne.
Aber ich kann, darf mich hineinbewegen
und muss es nicht.

Und oftmals springt es vom Kopf zum Herz.

Ach Mensch, ein Fragment, aus Zeitnot aus der Kiste gekramt. „Irgendwie“ doch ganz gut. Echt und original  Theomix.

Und mit Abstand gelesen: So nüchtern kommen Paul Gerhardts Lieder nun  doch nicht daher. Aber es bleibt jetzt so da stehen.

Sünde – erklärt

26. 2. 2009

Das ist eine nette Reihe: Theologische Sachverhalte für junge Leute (und Junggebliebene?)

Unter der Überschrift „E – wie Evangelisch“ gibt es einzelne Filmchen.  Die Texte dieser Reihe finde ich besser.

Den ersten Film fand ich ja noch toll. Aber dann zeigte es sich, die sind alle nach derselben Masche: Erläuterungen in lockerer Sprache, Straßeninterviews und Äußerungen einer protestantischen Persönlichkeit. Stets sind die Personen übermalt. Schade, immer dasselbe.

Aber der dieser hat einen guten Text. Ich empfehle: Hört ihn an, lasst den Film laufen und schaut derweil auf etwas anderes.  Das genügt.

Wer sich den Film anguckt und ihn trotz der Machart gut findet, möge das bitte den Filmemachern mitteilen. Mir genügt der „Radiobeitrag“.

Digitale Demenz und tolle Links: Der Link

25. 10. 2008

Bei der Arbeit an der gemeindeeigenen Homepage erinnerte mich jemand aus der Arbeitsgruppe an diesen „tollen Link mit den guten Texten“. Hatte ich natürlich ganz vergessen, hektisches Leben rund um die Herbstferien und den Urlaub. Und der Link ist ja in den Lesezeichen meines Firefox. Hundertfache Auswahl. Geholfen hat mir der gespeicherte Enwturf einer Mail.

Hier ist der tolle Link mit den guten Texten: „e-wie-evangelisch„. Ein gemeinsames Projekt der lutherischen Kirchen Hannovers und Bayerns. Wie jedes Projekt mit vielen Autoren: nicht alles ist gleicherweise gut, aber unterm Strich lohnt sich die Lektüre. 4,5 Sterne.


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