Posts Tagged ‘Ethik’

Gott zum Gruß, KW 6/7

14. 2. 2014
  • Am Freitag das neue Auto vom Händler abgeholt. Wir fühlen uns entlastet!
  • Selbsternannte moralische Instanzen kriegen üble Medienberichte, wenn eine große Inkonsequenz deutlich wird. In dieser Woche Alice Schwarzer.
  • Als Institution bekommt es weiterhin der ADAC ab. Wenn ich mich richtig erinnere, waren die schon vor 30 Jahren ein Großkonzern im Vereinsgewand. Der ADAC ist, wie der Name sagt, zu sehr aufs Auto fixiert. Und wieso solch ein ‚Verein‘ Autorennen finanzieren muss, habe ich auch nie verstanden. Ich bin 1988 aus guten Gründen in den VCD eingetreten. Wie der Name sagt andeutet, will er für alle da sein, die am Straßen-Verkehr teilnehmen.
  • Stichwort Institution: Den Blog „Tausendnull“ gibt es wieder. Jetzt heißt er „Warum nicht?“ Ja, richtig, warum nicht? Wem Nonsens nicht genügt, der findet dort Nonsens im Quadrat.

Das richtige Maß, mit Dank und Bescheidenheit

1. 3. 2011

Herr zu Guttenberg ist zurückgetreten. Endlich!, denke ich, und zum anderen: Doch überraschend. Es gab vorher keine Andeutung.

In seiner Position, in diesem Amt hätte er sich auf Dauer nicht halten können, meine ich. Ich hatte befürchtet, es wäre noch zwei Wochen oder mehr so weitergegangen. Aber er hätte niemandem damit einen Gefallen getan.

Zwei Wochen nach den ersten Gerüchten: das ist für einen Politiker nicht lange – wenn ich mich an die letzten Rücktritte aufgrund von Skandalen erinnere.

Herr zu Guttenberg rettet mit diesem Rücktritt den Rang wissenschaftlicher Arbeiten. Auch die Bundeswehr ist nicht mehr von diesem Minister belastet.

„Danke, Herr Guttenberg!“, sage ich hier.

Und beim Nachdenken und aus Gesprächen ist mir noch eins klar geworden: All die Comedians und ansonsten guten Kaberettisten fördern nicht die Kultur, wenn sie sich über Äußerlichkeiten hermachen. Das Gel des Verteidigungsminsters und die Kleidung der Kanzlerin haben mit der Politik der beiden nichts zu tun. Gar nichts. Wenn ich in mich hineinhorche, ich will so etwas gar nicht mehr hören.

Und was für ein Selbstbewusstsein muss ein Politiker mitbringen? Welchen inneren Selbstschutz muss er aufbauen?  Denn solche Dinge muss man ertragen, und dazu noch andere ätzende Kritik und üble Vorwürfe. Wer von „uns anderen“ könnte das auf Dauer ertragen? Ich will nicht die „Politikerkaste“ ans Herz drücken, aber ich möchte künftig bei direkter Kritik oder anderen Äußerungen über Politikerinnen und Politikern bei der Sache bleiben und maßvoller im Blick auf die Persönlichkeiten sein. Im Sinne der „Goldenen Regel“ etwa.

Nachtrag nach Anhören der Rücktrittserklärung: Er erwartet keinen Respekt, aber er hat ihn verdient. Ich warte, bis seine Worte nachzulesen sind, denn einige Sätze fand ich denk-würdig. Ob das Denken hier zu Worten auf dem Blog führt, weiß ich noch nicht.

Mein Espresso und die Berichte über den Koalitionsvertrag

23. 10. 2009

Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen!

Sacharja 7, 10

Die soziale Botschaft der Propheten variiert ein Thema: Die Armen werden zum Maßstab der Sozialethik. Wie es ihnen geht, sagt etwas über den gesamten Zustand der Gesellschaft.

Das gerät oft aus dem Blick. Überwiegend fasst man die Genannten heute zusammen als Hartz-IV-Empfänger. Und denen geht es schlecht. Schlechter meist als damals, als es noch Sozialhilfe gab.

In den Medien wurde oft in das Missbrauchs-Horn getutet. Auch schon, als die SPD vor fast 30 Jahren regierte. Nun haben wir wieder CDU und FDP in einer Koalition. Ob sich da soziale Wärme ausbreiten wird?

Ich bezweifle es. ich habe auch kein schlaueres Konzept. Aber mit Sacharja wird man ja noch mal erinnern dürfen: Was ist der Maßstab der Politik? Wie steht es um unsere Gesellschaft?

Die zweite Hälfte des Espresso, der Lehrtext, erinnert an die Liebe als Band der Vollkommenheit (Kolosser 3,14). Das bleibt für die, die ob der Gegenwart schier verzweifeln oder traurig resignieren. Die Liebe hat Chancen. Ich verweise auf gute Initiativen in der Blogroll. Gut,wenn es Menschen gibt, die nicht aufgeben, sondern Liebe zur Tat machen.

Noch ein Jubiläum – fast vergessen

7. 5. 2009

Meine unnachahmliche Lieblingszeitschrift hat einen Artikel über Simone Weil herausgebracht: „Zeugin des Absoluten“. Sehr interessant.

Auch der Lieblingssender hat eine Sendung über Simone Weil ausgestrahlt, deren Manuskript gibt es als PDF hier.

Anlass ist der hundertste Geburtstag.

Radikal und höchst unkonventionell. Sie versteht sich als Christin, lässt sich aber nicht taufen. („Die sozialen Gefühle sind heute so übermächtig, dass ich es für gut erachte, wenn einige Schafe außerhalb des Stalles bleiben, um zu bezeugen, dass die Liebe zu Christus wesentlich etwas ganz anderes ist.“)

Schade, dass ich so wenig Zeit habe, solchen interessanten Hinweisen nachzugehen.

Die verrückte Minderheit

27. 10. 2008

Publik Forum erinnert in seiner neuesten Ausgabe an die Quäker.

Stimmt, die gibt es auch noch. Eine kleine, sehr unkonventionelle Kirche. Grundansatz: jeder Mensch hat das innere Licht . So eine Äußerung wurde von den Großkirchen misstrauisch betrachtet. Häresieverdacht kam auf. Aber ethisch lupenrein: Schon im 18. Jahrhundert verweigerten britische Quäker das Tragen von gefärbter Wolle, weil sie mitbekommen hatten, dass die Arbeiter in den Färbereien – in Indien – ausgebeutet wurden. (more…)


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