Posts Tagged ‘Essen’

Kulinarische Offenbarung 

12. 10. 2016

Teewurst enthält ja gar keinen Tee!

Das  macht mich schwach, ich brauche dringend einen Teller Kaffeebohneneintopf.

Bericht aus Bonn, Januar 2011

14. 1. 2011
Bonn Minster

Image via Wikipedia

Am 4. Advent hatten wir nach Bonn gewollt, ein bisschen bummeln, vielleicht auch ein bisschen Weihnachtsmarkt.  Der Schnee hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für länger.

Aber letzten Samstag war es soweit, Es ging nach Bonn im Westerwald waren es 10°.

In Bonn war es zuletzt fast 15°, auch die Sonne bog ab und zu um die Ecke und lachte uns an. Nach dem Pflicht-Shopping – jeder brauchte so dies und das, was es auf dem Land nicht gibt –  gingen wir ins Bonner Münster. Besonders schön ist dort der Kreuzgang, der alles Treiben ringsum in  weite Ferne rückt.

Wieder in der Kirche, sprach uns ein netter Herr an, er werde später eine kostenlose Führung machen. Wir ließen uns locken und waren dabei. Eine halbe Stunde geballte Information, hochinteressant, zur Geschichte der ganzen Kirche, was in und um sie geschah. Das hat sich gelohnt.

Aber bis zur Führung hatten wir noch fast eine Stunde Zeit. Die Pause nutzen wir zu einem kleinen Mittagessen im Ludwigs* am Sterntor. Entspannende Atmosphäre, mit Musik vom Klavier. Live gespielt.

Nach der Besichtigung brauchten alle einen Kaffee. Mittlerweile gibt es am Münsterplatz auch eine Filiale eines international verbreiteten Anbieters. Danach ging es noch in die Mammutbuchhandlung**, die zum Duftkonzern gehört. Und die einzige noch existierende Konkurrenz schräg gegenüber bietet Bücher von Zweitausendeins.*** Auch bei den Büchern schlugen wir, je nach Bedarf, zu.

Das war ein Ausflug, fast wie Urlaub.

Nachtrag 2016:
* Jetzt Restaurant Bottler.
** Geschlossen, jetzt woanders.
*** Aber die Buchhandlung lebt!

Bergisch für Anfänger, Lockerungsübung

13. 12. 2010

Neulich hatte Herr Schockemöhle (Name geändert) achtzigsten Geburtstag. Ich besuchte ihn, ich wusste, er war in der Welt (vor allem Deutschland) herumgekommen. „So, in Wuppertal sind Sie aufgewachsen. Ja, da war ich auch öfter. Da habe ich etwas erlebt, in diesem Restaurant habe ich mal gegessen, wie hieß das noch?“ Er sah mich an. Nun, Wuppertal hat über 300.000 Einwohner, da gibt es mehr als fünf Gaststätten. Ich gab mein Nichtwissen kund.

„Na, macht nichts. Jedenfalls hatten die eine Speisekarte mit bergischen Spezialitäten. Und da habe ich Erpelschlot bestellt. Ich habe gedacht, es wäre etwas mit Ente, aber ich bekam…“ Ich musste lachen. Wirklich heiter.

Aber was bekam denn Herr Schockemöhle nun serviert?

Wer bergischer Herkunft ist, ist natürlich ausgeschlossen…

Nicht nur Klingeltöne

17. 9. 2010

Neulich im Supermarkt:

Ich laufe beim Obst auf eine Apfelsorte zu, die ich noch nicht kenne.
Aber der Name: Da klingelt etwas, sozusagen.

Ein Klingelton für die Augen?

Dabei ist die Apfelsorte älter als die Pseudomusik.

Mahlzeit – normal oder nicht?

9. 4. 2009

Heute ist Gründonnerstag. Erinnerung an das erste Abendmahl und an die letzte gemeinsame Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern.

Das gemeinsame Essen hat ja für Jesus eine besondere Bedeutung. Nicht umsonst wird er von seinen Gegnern „Fresser und Weinsäufer“ geschimpft. (Matthäus 11,19). Auch viele Gleichnisse drehen sich um Mahlzeiten.

Aus sich heraus hat das Kommunikative einer Mahlzeit schon eine besondere Qualität: Zusammensitzen, reden und dabei essen und trinken – das kann den Tag aufwerten.

In der Zeit im Saarland habe ich viel über die scheinbar säkulare Bedeutung des gemeinsamen Essens gelernt. „Haaptsach gut gess“ sagt man dort. Aber lassen wir die Saarländer selbst zu Wort kommen:

Und Gründonnerstag? Der Tag liegt quer im Magen, quer zur bisherigen Intention. Jesus sitzt ein letztes Mal im Freundeskreis, vor Gefangennahme, Verurteilung und Tod. Aber auch in Trauer und Angst tut gemeinsames Essen gut. Der Austausch tröstet. Und wenn Jesus wie spielerisch Elemente der Mahlzeit zu Symbolen macht und mit seiner Zukunft verbindet – das ist sehr kreativ.

Nicht so lustig wie am saarländischen Schwenker zu stehen, aber es beflügelt.

Trotz der ernsten Stimmung: Ich mag den Gründonnerstag-Gottesdienst:  Im Gemeindehaus sitzen wir in einer Runde an Tischen und teilen Brot und Wein. Eine symbolische Mahlzeit. Und stärker als sonst: Zeichen für eine zufällige Gemeinschaft.

Und ein bisschen ist es so, als ob Jesus selbst am Tisch sitzt. Aber das hält nicht lange, es gibt ja sonst nichts zu essen.


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