Posts Tagged ‘Erinnerung’

masurisch

10. 12. 2014

dunkel der wald
der see bei lyck
melancholisch
wie ganz masuren
da steht er
so alt wie ich jetzt
und schaut hin

und auf einem andern bild noch
der alte fährmann
damals eine lebende legende
heute weder das erste
noch das zweite

ich war noch nie dort
doch die bilder und geschichten
stimmen melancholisch

masuren im herzen

Nebelraum

14. 5. 2014

Da saß ich dann, draußen war es neblig oder nieselte. Wenn ich zum Lesen zu müde war, drehte ich an der Sendersuche.
Kaum eine Handweit sehen können, aber auf UKW Klänge empfangen, die mehr als 100 Meilen gewandert waren: Radio Regenbogen machte es möglich. Nicht der Sender der ersten Wahl. Aber welche andere hatte ich?

By Ilias81 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Dieser Klassiker darf nicht fehlen

1. 4. 2014

Christian Morgenstern:
Der Lattenzaun

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.

Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da -

und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.

Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum,

Ein Anblick grässlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri- od- Ameriko.

Wie hat mein Blog das so lange ohne dieses zentrale Gedicht ausgehalten?

Der will nur wortspielen

16. 1. 2014

Christian Morgenstern:
Der Werwolf

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: “Bitte, beuge mich!”

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

“Der Werwolf”, sprach der gute Mann,
“des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie mans nennt,
den Wenwolf, – damit hats ein End.”

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
“Indessen”, bat er, “füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!”

Der Dorfschulmeister aber musste
gestehn, dass er von ihr nichts wusste.
Zwar Wölfe gäbs in großer Schar,
doch “Wer” gäbs nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

Hier besonders an >N< gedacht, mit Dank für die Erinnerung an dieses wertvolle Gedicht, indem sie eine Kopie zur Erweiterung der Kulturbildung für sich, die nachwachsende Generation und eventuell bedürftige Gäste an die Toiletteninnentür geheftet hat. (Und sowieso Dank auch für den Austausch. Ist eigentlich klar, nur nicht allen Leserinnen und Lesern. ;) )

Aufräumen: Digitale Fotos – eine Anregung

4. 1. 2014

Neulich bekam ich zugemailt:

“Alle alten Digitalfotos, die ich auf CD gerettet hab – weg damit. Ich schaue sie sowieso nicht mehr an. Entweder sind es schöne Erinnerungen, dann habe ich die auch so. Oder sie sind wehmütig, dann brauche ich sie nicht ;-)

Mir ging es so mit den Dias, vor Jahren. Das digitale Gedächtnis harrt noch ähnlicher Aktionen wie oben. Das Konzept hat viel für sich.

Dazu kommt: Wer will sich in dreißig Jahren noch mit unseren alten Festplatten und Silberscheiben abgeben?

Wie seht ihr das?

Tag der Verbrecherbande

30. 1. 2013

Heute vor 80 Jahren ernannte der damalige deutsche Reichspräsident einen neuen Reichskanzler. Auf ihm ruhten die Hoffnungen von Millionen. Nur wenige durchschauten ihn. Wer sich durch sein Grundlagenwerk gequält hatte, ahnte: Der bringt Terror und Krieg. Nach dem 30. Januar 1933 wurde immer mühsamer ein Schein des Rechts gewahrt. Und schließlich kam es, wie befürchtet.

“Mein Vater hat die Nazis immer nur ‘die Verbrecher’ genannt”, erzählte eines Abends mein Vater*. Der mit vielen, wenn auch nicht allen Wassern gewaschen war: Klares Taufwasser zur Konfirmation und zugleich braune Brühe in der politischen Erziehung.

Ich, Nachgeborener, wusste, es war leicht, Eltern zu denunzieren – und geschah auch. “Und du hast ihn nicht verpfiffen?” “Nein.”

Auf die Frage, warum, konnte er nichts sagen. So sieht Familien-Solidarität aus..

* Am Stichtag 12 Jahre alt.

Freiluftzimmer mit Aussicht oder: Asbach21

16. 1. 2013

Nicht nur, weil ich es dem symbadischen Blog- und Berufskollegen versprochen habe: Der kaputte Kindergarten in Asbach, als die Renovierungsarbeiten ihrem Namen äußerlich keinen Ehre machten:

Kindergarten mit Aussicht

Sondern auch, weil heute offiziell die Wiedereröffnung gefeiert wird. (Ab 15:00 Uhr.) Das freut: Die Provisorien sind herum, die Belastungsprobe fürs Gemeindehaus hat ihr Ende gefunden. Aufatmen… :)

XY

23. 10. 2012

So alt, aus schwarz-weißen Zeiten, aber immer noch gut.

Ich habe “Aktenzeichen” bestimmt seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Vorher oft genug. Die Sendung war ein steter Begleiter der Kinder- und Jugendzeit. Danach nicht mehr.

Woche der Rückblenden

15. 9. 2012

Erst dieser eine Tod. Er erinnerte an weit Vergangenes.

Dann fast zwei Stunden Gespräch  mit Freunden aus der letzten Heimat.

Auch das weckte Erinnerungen. Da wie dort Schweres. Die Träume blieben leicht.

Das macht frei, sich den Menschen der Gegenwart zuzuwenden.

Sesam, öffne dich!

29. 5. 2012

Es war wohl in der neunten oder zehnten Klasse, da gab uns die Englischlehrerin einen Fernsehtipp: Um gutes, einfaches Englisch zu lernen sollten wir doch mal nachmittags  ins dritte Programm gehen, da liefen die Originalfolgen der Sesame Street.

Knallbunt und peppig waren die Animationen, die Figuren waren wirklich sehr witzig. (Ich glaube, damals hat sie noch niemand “Muppets” genannt.) Und die Rahmenhandlung jeder Sendung spielte in einem Hinterhof einer Hochhaussiedlung.

Und immer begann es damit:

Für deutsche Kinder gab es zunächst synchronisierte Fassungen. Das hakte irgendwie . Und war wohl manchen auch nicht brav genug.  Rotzfreche Figuren und Kinder passten nicht für brave deutsche Familien – und ins deutsche Studio kam das deutsche Mittelstandshaus. Wenn ihr wissen wollt, wie sich die deutschen Fernsehverantwortlichen Ende der Siebziger vorstellen, wie Kinder sein sollten, dann seht euch die ersten deutschen Folgen.

Mein Herz hängt weiterhin an dem Original der ersten Jahre.

Auch das waren die Neunziger

29. 9. 2011

Ja, auch das waren die Neunziger… Von den dunklen Seiten des Lebens. Ob so ein Song heute die Chance hätte, so weit oben in den Hitlisten zu laufen? 1992 kam es auf Platz 5 in der Bundesrepublik. Heute kommt mir das Meiste stromlinienförmiger vor. Oder?

Und Ofrah Haza singt mit. Die gab es ja auch mal… (Demnächst mehr.)

Susan L. aus Brasilien hatte mich an diesen Song erinnert.  Danke!

Das Gedächtnis der Johannisbeeren

24. 6. 2011
aalbessen / red currants / rote johannisbeeren

Image by tdietmut via Flickr

Die Kälte war vorüber. Man konnte draußen sitzen. Und der Biergarten sah verlockend aus. So ließen wir dort den Tag ausklingen.

Mir war noch nach einem Dessert. Erdbeer-Tiramisu klang verlockend. Es schmeckte traumhaft. Am besten gefiel mir der Kontrast, der durch den Verzehr der beiden Zweiglein rote Johannisbeeren entstand. Sommer! Sommer um Sommer, es war ein weiter Weg… Was für seltsame Gedanken am Ende eines erfüllten Tages.

Wie kam noch das Gespräch  darauf? “Weißt du noch,” fragte meine Schwester, “im Garten der Großeltern gab es schwarze, rote und weiße Johannisbeeren.” Blasse Fetzen der Erinnerung: Rhabarber (lecker): ja, Stachelbeeren (mochte ich noch nie): ja. Johannisbeeren – ich zögerte, doch, stimmt. Weiße? Wie lang habe ich die nicht mehr gesehen. Der Geschmack war wieder auf der Zunge.

Mein Kreis wechselt sich fast immer mit der Gruppe ab, heute tagen wir parallel.  Die Teilnehmer sind da wie dort gegangen,  es bleibt Zeit für einen Schwatz mit der Leiterin und ihrem Mann. Auf dem Tisch liegen zwei Beutel, der eine voll mit roten Johannisbeeren, der andere mit weißen.

Oh, ich frage, ob ich mal probieren darf. Frau S. prompt: “Nehmen Sie die doch mit. Wäre mir recht. Wir haben im Garten so viel.” Ich bedanke mich herzlich. Und aus beiden Säckchen probier ich einen Zweig. Ja, das ist der Geschmack. Damals natürlich viel süßer. So ist das mit über 45 Jahren Abstand.

Ich komme nach Hause mit zwei Portionen Kindheitserinnerungen. Süß-sauer. Und alles ist wieder da, die Wiese, die Sträucher, vorm Haus links das Ziegelmäuerchen. Das Haus abgerissen für den Autobahnzubringer, Bäume, Sträucher, alles weg.
Dank den Johannisbeeren für ihr langes Gedächtnis,
sonst wär auch die Erinnerung in Trümmern.

Zwei Seelen und drei Herzen

22. 6. 2011

… so hat Hao das Bild betitelt.

Und dann lobt er mich tüchtig. Lest selbst. So wunderbar und freundlich formuliert. Ich versuche es erst gar nicht umzukehren. Ich freue mich einfach und sage “Danke!”.

Hier nur, was ich im Kommentar vergaß: Alles Gute für die Wurzeln, die im Kiefer! Auf dass du im analogen Leben den Biss wiederbekommst!

Notwendige Erinnerungen

27. 1. 2011

Nicht nur zum Gedenktag

Zu Weihnachten habe ich mir und der gesamten Familie ein  hochinteressantes Buch geschenkt, das ich auf WDR 5 vorgestellt hörte:

Katharina Bader,
Jureks Erben: Vom Weiterleben nach dem Überleben

Die Autorin, Jahrgang 1979, arbeitet nach dem Abitur als Freiwillige ein Jahr lang in Auschwitz. Sie lernt den ehemaligen KZ-Häftling Jerzy Hronowski, genannt Jurek, kennen. Es entwickelt sich eine  Freundschaft, die ihr weiteres Leben prägt: Sie lernt Polnisch und studiert in Polen. Im Jahr 2006 stirbt Jurek, sie reist zur Beerdigung an, erfährt von mysteriösen Todesumständen, lernt Jureks Sohn und seine Familie kennen. Sie wird neugierig, forscht über dieses Leben, das sie von Anfang an fasziniert hat. Sie begegnet früheren Weggefährten und entdeckt viele – bis dahin unbekannte – Facetten an Jurek. Je mehr sie forscht, desto mehr Fragen tauchen auf: Wie war das Verhältnis zum Sohn, der mit 16 von zu Hause weglief? Welche Rolle spielte Jurek in der kommunistischen zeit? Was trieb ihn an, sich für die deutsch-polnische Verständigung einzusetzen?

Katharina Bader hat einen guten Schreibstil, man kann ihr gut folgen, und sie hat eine spannende Geschichte mit vielen Hintergründen zu erzählen. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Hier gibt es auf mephisto 97.6, dem Leipziger Universitätsradio, ein Interview mit Katharina Bader.

Nachtrag: Mehr zum Gedenktag und seinem Thema

16.10.2008: Das Grausen in der Kiste

19.10.2008: Das andere Grausen

27.01.2009: Gedenktag und Tageslosung – theologische Gedanken

27.01.2010: 65 Jahre danach – eine Reflexion des Zeitgeists

Der Rollator

8. 10. 2010

Was gab es nicht vor 20 Jahren? – 7 –
Eigentlich älter, aber…

Erfunden wurden Rollatoren vor mehr als 20 Jahren. Doch vor zehn oder zwölf Jahren sah ich sie zum ersten Mal im Straßenbild.

 

mijn rollator

Image via Wikipedia

 

Eine geniale und segensreiche Erfindung: Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, muss nicht mehr an Krücken kriechen und am Stock gehen. Der Rollator ist Gehilfe und  Stehstütze zugleich. Und auch noch Sitz und Einkaufswägelchen. Multifunktional, zum Wohl der Menschen, die ihn benutzen. Ich habe schon öfters alte Menschen erlebt, die mit genügend Energie einen Rollator führten und Jüngeren das Leben schwer gemacht haben, weil sie denen davonliefen…

Ein besonderes Verhältnis zu Kafka

3. 4. 2010

Kafka hat mir mal ein schönes Deja-Vu-Erlebnis beschert, denn ich muss mir die Strafkolonie* im ersten Lesealter angetan haben. Die Erinnerung verdrängte ich (was soll ein Siebenjährger sonst auch damit machen?), und als Student las ich die Geschichte vermeintlich zum ersten Mal.

Die Gänsehautschauer, die ich erfuhr, bleibt mir unvergessen. Währenddessen tauchte ein Erinnerungsbild auf: Wie ich auf dem Sofa liege, Buchstabe um Buchstabe lese, sich die Geschichte Wort um Wort bildet – und ich verstehe und es nicht fasse. Das Bild, das die Geschichte auf den ersten Seiten malt, blieb stehen, die Erinnerung kapselte es ein wie die Haut einen Fremdkörper.

Da trat es nun heraus. Und ich billige seitdem Franz Kafka Sprachgewalt zu, mit besonderer Kompetenz in Düsternis.

Wie war ich damals an Kafka geraten? Ich muss es mir vom Nachttisch meines Vaters ausgeliehen haben; der liebte science fiction, und vermutlich hatte eine Anthologie die Kafka-Geschichte ausgewählt, um die Seiten zu füllen.

*: “In der Srafkolonie

65 Jahre danach

27. 1. 2010

Damals:
Niemand hat was gewusst.
Niemand hat was gesehen.
Selbst wenn: Richtig deuten konnte es niemand.
Und wir taten nur unsere Pflicht.

Heute:
Wir können alles wissen.
Wir können alles sehen.
Ja doch: Wir sind zugehagelt mit Wissen und Bildern.
Und wir wollen nur unseren Spaß.

“Wie schade!!”

7. 1. 2010

Das mailte mir eine Freundin zum Tod von Lhasa de Sela. Mit 37 Jahren an Brustkrebs gestorben.

Bevor mich dank WDR 5 Miss Platnum mit ihrer Lebenslust angesteckt hat, bin ich durch diesen Sender auf Lhasa gestupst worden. Lhasa: Meist melancholisch, aber mit kraftvoller Stimme, auf Englisch, Französisch oder Spanisch. Vielfältig, weil sie aus einer Zirkusfamlie kam.

Ihre Biografie fand ich so reizvoll, habe nach wenigen Hörproben die CD “The Living Road” bestellt und fand die Musik – exzentrisch und betörend. Kein Mainstream. Drei CDs hat sie insgesamt produziert.

Wie schade, dass keine weitere folgen wird.

Hier das Stück “My Name” mit dem Plattencover von “The Living Road”.

Die CD wird eröffnet von dem Stück “Con toda palabra” – hier ein Video mit Lhasa selbst…

Von der Großmutter

11. 11. 2009

Jetzt muss doch elisabeth einen Beitrag* über Samhain bringen, und das am Reformationstag. Och nein, da auch noch Halloween-Gedöns?

elisabeth schreibt kein Gedöns. Ich atme tief durch. Nach Abzug meiner Bedenken lese ich ihren Beitrag durch – und schaue auf den Schleier.

Wer Schleier zu durchschauen versteht, wird sehen. Ich muss ja nicht Kontakt aufnehmen.

Kontakt zu den Toten? Niemals! Meine Großmutter, die ihre Bibel kannte, hätte die Hände überm Kopf zusammengeschlagen. Sie hätte mir wohl von der Hexe von Endor erzählt und was dem Saul geschah. Obwohl, hat sie nicht in früher Jugend damit geliebäugelt?

Winkt sie mir zu? Winkt sie mich weiter?

Mir ist nicht klar,
ob sie das Mädchen auf der Kaimauer ist,
die da winkt,
oder die alte Frau mit dem kleinen Enkel an der Hand.

Dem Mädchen auf der Mauer ist die Mutter früh verstorben. Noch darf  sie in Antwerpen bleiben:  Der ostfriesische Vater ist Schiffsoffizier, hat die  See im Blut und kümmert sich nicht um sie. Seine Mutter zieht sie groß , kann aber schon lange nicht mehr die Zügel straff halten. Das Mädchen kann oft auf der Kaimauer sitzen, in die Sonne blinzeln und träumen –  und die Angst vor Omas Tod verdrängen.
Sie ahnt nichts vom strengen Waisenhaus. Kein Hauch großbürgerlichen Lebens wird mehr wehen,  nach der Schule geht  es zackzack als Hausmädchen über Land. Im Westfälischen wird sie die Herzen ihrer Dienstherrschaft gewinnen. Deren Vetter ist oft zu Besuch. Auch sein Herz soll sie erobern. Und darum wird er immer häufiger kommen…

Der alten Frau ist nicht viel geblieben:
Den ersten Sohn, Kleinkind noch, verlor sie durch Fieber.
Der Krieg nahm den zweiten, wie auch den Mann.
Der Sohn starb in Russland, mit 22 Jahren.
Der Mann, Eisenbahner, starb, als Bomben auf den kleinen Bahnhof fielen, sechs Wochen vor Ende des Krieges…

Ihr bleibt die Tochter,  als einziges Kind – und  ihre Familie.
Ihr bleibt der Glaube, der sie getragen hat bis zuletzt.

Wer winkt da?

Es ist nicht klar,
ob es das Mädchen auf der Kaimauer in Antwerpen ist,
die ihr Leben träumt,
oder die alte Frau,
die ihrem Enkel durch die Haare streicht.

„Geh weiter, sieh nicht auf mich“, ist ihre Botschaft.

Ich gehe weiter,
ich, der so gerne die Seele baumeln lässt, als ob ich auf einer Kaimauer säße,
und den der Segen getragen hat bis heute.

* Den Blog gibt es nicht mehr. Der Beitrag hieß “Anderwelt”.

9. November und das Erinnern

9. 11. 2009

Im Grunde finde ich es wichtig. Nur, heute habe ich nicht den richtigen Elan.

Ich habe vor vier Jahren eine Frauenhilfe zu diesem Datum gemacht. Es ist so etwas wie der deutsche Schicksalstag geworden. Und es sind  ernste Themen.

Aber hier und heute, auf meinem Blog, darf ich in aller Bescheidenheit an das reformierte Erbe erinnern: Besondere Festtage sind etwas von Menschen Gemachtes.

Das Grausen in der Kiste vor einem Jahr war nicht an den 9. November gebunden.
Und mein persönlicher Mauerdurchbruch war 1997, als ich zum ersten Mal gen Osten fuhr, mit der Bahn nach Görlitz. Es war nur zu  erahnen, wo früher die Grenzanlagen standen. Und gefalllen ist die Mauer für mich beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, als ich kreuz und quer durch die Stadt bin und Erinnerungen hochkamen aus den 70ern: Am Brandenburger Tor und am Reichstag war irgendwie alles anders gewesen.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es nach 71 Jahren immer noch erschreckend, wie stumm die meisten geblieben sind, als die Juden entrechtet wurden. Gerade in den Kirchen. Bei allen positiven Beispielen, die es  auch gab.

Und ich fand es letztes Jahr geschmacklos, dass Karnevalsvereine ihre Eröffnungs-Sitzungen auf den Abend dieses Tages verlegten. Es war ein Samstagabend. Den muss man ja zum Feiern nutzen… Nein, egal ist  mir das nicht.

Nachsehen möge man mir, dass ich mich am 9. November 1989 und am 3. Oktober 1990 nicht so richtig gefreut habe. Ich war eher besorgt. Ein Gutteil verantwortlich dafür war auch das Ende gewohnter politischer Strukturen. Das hat sich irgendwann gelegt, ich habe es relativieren können. Aber das ist ein weites Feld…

Festtage sind von Menschen gemacht. Erinnerung ist wichtig. Und manchmal sind es nur noch solche Tage, die zum Erinnern helfen.

Ich habe nur nicht jedes Jahr den gleichen Elan dazu.


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