Posts Tagged ‘Erfahrung’

Über die Schwächen

13. 2. 2014

Ich habe gegen Schwächen angekämpft und einige besiegt.

Von den verbliebenen Schwächen habe ich einige in Stärken verwandeln können.

Immer noch sind genügend übrig.

Wenn nun eine mich ankratzt und  mich mir selbst madig machen will,
schaue ich sie von der Seite an, nicke ihr zu und sage:
“Da habe ich dich, du Schwachstelle, du mein Lebensrisiko.”

Kommpetenz

29. 6. 2013

Sie wollte uns zeigen, wie man es richtig macht. Wir, die wir seit Jahren daran arbeiten, hätten ja keine Ahnung. Sie wüsste, wo es langgeht.
Gut, dass sie bereit war, mitzumachen. Talent und Erfahrungen konnten unserer Arbeit nur guttun.
Und dann machte sie eines Tages einen Vorschlag – der nicht so ganz auf unsere Verhältnisse passte. Niemand griff ihn begeistert auf.

Seither blieb sie weg. Einladungen erhielten keine Antwort.

Irgendwie hatte ich es geahnt. Und irgendwie hatte ich gehofft, der Weg wäre anders verlaufen. Denn bei anderen ging es schon mal anders. Nämlich gut.

Espresso mit dem dezenten Geschmack der Lebenserfahrung

10. 6. 2013

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.
Sprüche 16,9

Das ist die Tageslosung, wie schön. Ein Weisheitswort. Mein Lieblings-Weisheitswort. Die Summe der biblischen Weisheit, zumindest in den Sprüchen. Über das Gottesbild der Weisheit ging damals die Examensarbeit. Sehr interessant.

Damals übersetzte ich: „Ein Mensch hat viele Pläne im Kopf; aber zustande kommt, was GOTT will.“ Ganz Kopfmensch, ich Student damals. sachlich war ich damit im Recht: Was den Alten das Herz, ist uns heute auch der Kopf: Der Kopf schmiedet Pläne. Deswegen übersetzte ich so. Seit einigen Jahren sind mir Kopf und Herz zusammen wichtig. Das Herz neigt zum Träumen und Hoffen. Ob es nicht mehr an den Plänen mitmischt als wir zugeben wollen?

Damals habe ich mich viel mit einem Kommilitonen ausgetauscht, er entdeckte Kohelet (Prediger), ich Hiob. Nach diese Arbeit verloren wir uns aus den Augen. Vor ein paar Jahren erkannte ich seine Stimme wieder, bei einer Radioandacht. Und plötzlich sehe ich ihn hier im Kirchenkreis. Das ist fein. Und bestätigt „auch irgendwie“ die heutige Losung.

Und wenn ich diese Basis-weisheit beherzige, könnte ich oft gelassener sein  –  selbst wenn es Dschungel im Kopf ist  wie bei Wankelmut und Emma Louise:

Familie

29. 12. 2011

Familie, viel gescholtene Daseinsform, häufig ungeliebt. Lästige Pflichten tauchen oft in Erinnerungen auf. Freunde seien doch wichtiger, weil selbstgewählt.

Über 20 Jahre habe ich sie nicht mehr gesehen, die Verwandte, alle paar Jahre gab es mal einen Schwatz am Telefon oder Grüße per Post. Und nun ergibt sich die Gelegenheit, sich wiederzusehen. Wunderbar, sie freut sich, und ich mich auch.

Sie holt mich vom Bahnhof ab, ich denke: „Die ist ja noch kleiner als ich sie in Erinnerung hatte!“ Einer ihren ersten Sätze: „Sag mal, bist du größer geworden?“  Ich sag ihr meine spontanen Gedanken, wir lachen. Zu Hause bei ihr reden und reden wir – irgendwann gibt es Bewegung an der Haustür: die beiden Töchter sind da!

Auch älter geworden, und ich hatte in den Jahren zuvor nur Kontakt zu ihrer Mutter. Aber sie sind gekommen, meinetwegen. Einfach weil ich, der Großcousin, da bin. Kaum zu fassen. Ich weiß nicht so genau, wie mir geschieht, da klingelt das Handy und die Heimat begehrt Auskunft. Ich erzähle kurz. Und merke, wenn ich wollte, könnte ich jetzt auch losheulen. Ich will aber nicht.

Die Töchter nehmen  nach einem guten Stündchen Abschied. Auch zu zweit  gibt es ja so viel zu erzählen und auszutauschen. Bis wir um Mitternacht für weiteres zu müde sind.

Am anderen Tag fahre ich nach Hause. Abends muss ich doch dahin und dorthin mailen, wie es mir erging. Da allerdings sind hinterher die Augen feucht.

Familie: eine Verbindung, die vorgegeben ist, nicht selbst gewählt. Und zugleich ein Band, das einen halten kann. Wie schön, das auch so herum zu erfahren.


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