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Leitwort, aus dem Herzen – immer noch

12. 12. 2011

Über Jesus heißt es im Matthäus-Evangelium (Kapitel 9, Vers 36): „Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“

Jesus sieht das Volk und „es jammert ihn“. „Er wurde innerlich bewegt“, übersetzt die Elberfelder Bibel. Keine Übersetzung gibt, meine ich, den Urtext richtig wider: ἐσπλαγχνίσθη („esplangchnísthe“) – das Verb „splangchnizomai“ kommt vom Substantiv für „Eingeweide, Herz, Innerstes“.  „Es zerriss ihm seine Eingeweide“ ? – das ist wohl etwas zu stark. „Es ging ihm durchs Eingeweide“, „…durch Mark und Bein“, besser noch „Es ging ihm zu Herzen“ oder „es berührte sein Innerstes“.

Jesus sieht die vielen Kranken, und das ganze Volk. Wer weiß, was sie in ihm sehen. Den Wunderheiler, Magier, den Schönredner. Aber sein Anliegen, seine Botschaft, sein Auftrag? Wohl ganz viele mit ganz wenig Ahnung.

Wie Schafe ohne Hirten. Durcheinander, zerstreut.

So ein Blick auf die Zeitgenossen wäre ab und zu nötig. Ein liebevoller Blick auf all die Neunmalklugen, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben; ein offenes Herz für alle, die die Kirche nur als Kulisse für ihre Familienfeier brauchen. Innerlich berührt von Dummschwätzern und Stammtischquasslern.

Ja, das wäre gut Menschen so zu sehen. Nicht als Heiden, missionswürdige Objekte. Oder als Nervfaktor, der den normalen Betrieb stört. Sondern als liebenswerte, liebesbedürftige Gegenüber. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so ist. Gerade dann.

Zuerst am 11. Dezember 2008 veröffentlicht. Stimmt immer noch.

Und der andere Beitrag ist morgen wieder da.

Leitwort, aus dem Herzen

11. 12. 2008

Über Jesus heißt es im Matthäus-Evangelium (Kapitel 9, Vers 36): „Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“

Jesus sieht das Volk und „es jammert ihn“. „Er wurde innerlich bewegt“, übersetzt die Elberfelder Bibel. Keine Übersetzung gibt, meine ich, den Urtext richtig wider: ἐσπλαγχνίσθη („esplangchnísthe“) – das Verb „splangchnizomai“ kommt vom Substantiv für „Eingeweide, Herz, Innerstes“.  „Es zerriss ihm seine Eingeweide“ ? – das ist wohl etwas zu stark. „Es ging ihm durchs Eingeweide“, „…durch Mark und Bein“, besser noch „Es ging ihm zu Herzen“ oder „es berührte sein Innerstes“.

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