Posts Tagged ‘DDR’

Walter Ulbricht und das Internet

24. 10. 2013

„Firewall ohne Beton? Wie geht das?“

Erich Honecker und die Tablets

25. 6. 2013

„Den Sieg der Tablets in ihrem Lauf/ halten weder Ochs noch Esel auf.“

Ende der Friedensdekade

16. 11. 2011

Wieder geht eine Friedensdekade zu Ende.  Sie geht vom Volkstrauertag (2. Sonntag vor Advent) bis Buß- und Bettag, also 10 Tage. Sie gibt es schon seit über dreißig Jahren.

Die Friedensdekade entstand in der kirchlichen Jugendarbeit der DDR. Sie ist nach wie vor mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ verbunden. Es gibt sie weiterhin.

Aus diesem Anlass ein aktueller Song.

Mit vorgeschalteter Werbung , aber Originalvideo

„Ja,“ denke ich mir, „kommerziell.“ Und auch: „Ein Versuch auf einer Welle zu schwimmen.“
Auf der anderen Seite: Es ist  Gutes, was von dieser Welle hergeschwappt wird. Wäre der Inhalt dieses Liedes vor 100 oder 80 Jahren Anliegen vieler Menschen gewesen, hätte die Geschichte vielleicht einen weniger blutigen Verlauf genommen.

Noch einmal „HdG“

2. 7. 2011

Wir besuchten das Haus an Pfingstmontag (an Nichtfeiertagen ist es montags geschlossen) und kamen von der U-Bahnstation. Der Kanzlerwaggon steht weiterhin dort, wie Schillers Glocke („festgemauert in der Erden“). Neu ist Adenauers Dienstmercedes daneben, der stand vorher im Erdgeschoss. Was war an seine Stelle gekommen?

Wichtigste Änderung im Eingangsbereich: Die Weltkugel hängt auf Drahtgeflecht durchsichtig und silberfarbig von der Decke herab. Weil wir jetzt ja global sind (oder denken oder sonstwie).

Nach Betreten des Ausstellungsbereiches wende man sich nach rechts, es beginnt 1945 mit der Stunde Null, Zerstörungen, Vertreibungen, alles findet Platz. Am Ende des Raums geht es um den bescheidenen Neuaufbau bis 1948. Man wendet sich wieder nach links und geht durch den Bauch eines „Rosinenbombers“. Der war doch früher länger? Und die Dutzend Entwürfe der deutschen Flagge hat man jetzt auch zusammengerafft. Dafür steht jetzt mehr zur Geschichte der „Sowjetzone“ da.

Nach rechts, dann ist man wie früher im Miniaturplenarsaal mit den alten Stühlen des ersten Bundestags und kann nach wie vor über wichtige Themen der frühen BRD abstimmen.

Und dahinter, da war mal der Mercedes, der jetzt im  Keller zu sehen ist. Und was steht jetzt da? Der Anfang der DDR. Mit irgendeinem stalinistischen HeldderArbeit-Denkmal. „Aha!“, denkt sich der geneigte Leser, und ein Besuch wird es bestätigen, „die DDR nimmt mehr Raum ein“. Jetzt ist nicht nur der Anfang  Bundeswehr dokumentiert, sondern gleich daneben auch der Beginn der NVA, und den T 34 brauchte man für den 17. Juni 1953.

Dann zieht sich die eine Seite des Hauses wendeltreppenartig nach oben, und dort hat sich wenig geändert, der alte VW–Käfer ist da, das kleine Kino, die Eisdiele mit Jukebox und und… Für das letzte Jahrzehnt hat man ein wenig gestrafft, es soll sicher für die nächsten zehn Jahre noch Raum da sein.

Auf der anderen Seite ist dann das Café. Das haben wir leider links liegen lassen. Es waren zu viele, die wie wir gedacht haben, wer wird am Pfingstmontag schon ins Haus der Geschichte gehen, also machen wir es…

Es hat mich gefreut, „alte Bekannte“ wiederzusehen: das Endlosband mit Fernsehserien der 70er und 80er, besonders aber die Kontrollkabine am Grenzübergang in Berlin. Das beklemmende Gefühl vor einem muffelig dreinschauenden Grenzbeamten zu stehen, der ein paar Mal vom Pass zu mir schaut und wieder zurück – es ist sofort wieder da.

Nichts wie raus aus der Kabine! Es gibt noch genügend anderes. Mehr als sich heute berichten lässt.

Mein 9. November 1989

9. 10. 2009

Auf tonaris Anregung hin.

Wir waren frisch in der neuen Stelle im Saarland angekommen. Hörten gerne Radio und hatten damals keinen Fernseher.

So ist mein 9. eigentlich der 10. November. Beim Aufwachen lief damals der Radiowecker, und so hörte ich noch halb schlafend die Nachricht vom Jubel an den Grenzen.

Wir waren Ende Oktober eingezogen, am 5. 11. war die Einführung. Da war der Kopf voll mit anderem. Wie einige Möbelkisten wohl auch noch voll waren.

Daher habe ich keine besonderen Erinnerungen an diesen Tag. Berlin war 700 km weit weg. Nicht nur äußerlich.

Der „Mauerfall“ kam für mich persönlich später. Als ich 1997 nach Görlitz fuhr, es ganz glatt über die frühere Grenze ging und so viele „West“-Tankstellen in der Gegend herumstanden 😉  – da ist es so richtig gesackt.

Letztmögliche Wiedervereinigung

7. 10. 2009

Irgendwo zwischen meiner Kindheit und Jugend grassierte dieser Witz, 2009 würde die DDR ja mit der BRD wiedervereinigt, weil sie dann als Rentnerin, mit 60,  Ausreise beantragen könnte.

Ich fand die Pointe damals eigenartig. So sehr war ich an die DDR gewöhnt, dass ich mir so etwas schlechterdings nicht vorstellen konnte.

Als dann die D-Mark im Osten eingeführt wurde und die Einigung bevorstand, dachte ich mir schon, den 41. Geburtstag wird die DDR nicht mehr erleben. Alle Verträge schon unterschrieben und dann noch eine Jahresfeier – auch wenn sie noch so pluralistisch und demokratisch dahergekommen wäre, das passte nicht ins Konzept. Da ist sie also schon kurz vor Vollendung des  41. Jahrs verstorben. Von wenigen nur betrauert.

Es dauerte auch über 1990 hinaus, bis ich mich an das Ende des kleineren deutschen Staates und die Auflösung der Blöcke gewöhnt hatte. Es war eher eine Umgewöhnung als Trauer.

Und wenn sie weitergelebt hätte, könnte sie ab heute die Ausreise beantragen. Siehste wohl…


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