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Von der krisenfesten Liebe

10. 5. 2012

Da durchkämme ich die Charts von unten nach Neuem, und ich kann nur sagen: unter Platz 50 erwartet uns (bei neuen Songs wohlgemerkt!) nur Dutzendware.

Und dann stoße ich auf Emeli Sandé, Next to me. Gehört hatte ich es schon öfters, es hat einen eingängigen Rhythmus und daher kann ich es gut hören. Noch mehr fasziniert mich dieses Video. Es wirkt so, als ob Emeli mehr für ihrer Frisur ausgegeben hätte als für die Produktion des Clips. 😉
Das dann kombiniert mit dem Verzicht auf halbbekleideten Ganzkörpereinsatz, das gefällt mir, denn wenn die Künstlerin im Mittelpunkt steht, dann bitte durch ihr Können.

Und auch noch unplugged, ruhiger, zu Herzen gehend. (Die Handbewegungen irritieren mich, ich sage mir, wir sehen Frau Sandé bei der Arbeit zu.)

[Video nicht mehr da. Ähnlich:]

Was Emeli Sandé besingt, ist eine krisenfeste Liebe. Mit der Tendenz, den Geliebten religiös zu überhöhen. Das ist riskant: der Andere ist ein Mensch. Aber wie schön, auch mal ein solches Lied zu hören. Nicht Trauer, sondern Vertrauen. Nicht Herzschmerz, sondern Hoffnung.

Aus den Charts

6. 6. 2009

Wer auf Qualität Wert legt, möge das Eingerückte überspringen.

Verdient auf Platz 76: Frauenarzt & Manny Marc: Das geht ab.
Der Anfang lässt ein bisschen Spaß erwarten, aber das Motiv wird so platt gewalzt, dass jede Ironie flöten geht. Die Typen können nicht nur nicht singen, ansonsten ist auch alles andere platt. Und die Musik ist auch nicht dolle. Das nur als Beweis dafür, dass es eine Entwicklung jenseits des Superstar-Rummels gibt.

Neu auf Platz 13: Daniel Merriweather „Change“ (feat. Wale)

Mir gefällt’s, bin halt für Rhythm and Blues. In den SWR3-Charts ist es schon länger, dort ohne den Rap.

„Will we learn to get together and see who we really are?“

Witzig-spritzig auch Platz 12: Emiliana Torrini „Jungle Drum“

Klingt eher nach Folk-Music als nach Dschungel. Und ich kann keine Dschungeltrommel hören, die wird eben stimmlich nachgeahmt.
Die Sängerin hat einen italienischen Namen, singt auf Englisch – und kommt aus Island.

Und, wie wohltuend, da ist vor allem ihr Gesicht, die sekundären Geschlechtsmerkmale stehen mal nicht im Vordergrund. Allein das gibt einen Niveauvorsprung.

Wenn das Herz schlägt, kann es auch ein wenig verrückt zugehen, selbst im Dschungel.


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