Posts Tagged ‘Bücher’

Lesestoff zum Beitrag gestern

22. 5. 2014

Ich bedanke mich für euer Interesse und die anregenden Kommentare.

Wesentliche Hilfe für Kopf und Herz erhielt ich durch zwei Bücher von Sabine Bode:

Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
und
Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation.

Das erste Buch habe ich verschlungen; es half mir die Generation der Nachgeborenen zu verstehen. (Es geht um die Menschen der Jahrgänge 1930 bis 1945.)

Das zweite Buch konnte ich nur häppchenweise verkraften, denn  ich merkte bald: Da bin ich! Auch wenn ich nicht in das Schema passe (20-er-jahrgänge, wohl gemerkt), die Lektüre ließ mich über die eigene  Familiengeschichte nachdenken. Und ich verstand auch, warum manche Gleichaltrige schwere Geschichten am eigenen Leibe und an der Seele ausgetragen haben.

Genussmittelräumdienst

25. 10. 2013

2013-10-19 10.47.07

Anfangs haben wir uns nur gegenseitig Bücher geliehen. Quasi über die Ladentheke. Jetzt läuft es über die private Schiene und ich kriege noch “milde Gaben” dazu. Ich bin  sehr berührt. Auch verlegen, denn alles ist aus eigenem Garten gewonnen. Und in unserem Garten gedeiht nichts sehr wenig. Ich könne mich nur mit Gebeten, Gedichten und Segensworten revanchieren, sag ich noch. Ich habe die Prosa vergessen. Hier steht es nun.

Auf Google plus und bei Facebook können einige erfahren, was im Korb steckt. In den Blog kommt es zeitlich verzögert – auf der Seite “Genussmittelgeschichten“.

Erinnerung am letzten Schultag

5. 7. 2013

“Der alte Brauch darf nicht verwesen,
am letzten Tag wird vorgelesen.”

Das erste Mal, in der Mittelstufe war das, hörte ich diesen Satz von unserem Mathelehrer Herr Finke. Dann packte er seinen Manfred Kyber aus und las uns “Das patentierte Krokodil” vor. Hinreißend! Ende des nächsten Halbjahrs gab es wieder eine Geschichte von Kyber.

Irgendwann hab ich mir diesen Erzählband selber zugelegt. Da gab es Herrn Finke schon nicht mehr. Ein kleiner, rundlicher Mann, der viel schnaufte. Und irgendwie sehr humorvoll war. Das hat geholfen, einiges in Mathe zu kapieren. Ein Herzinfarkt sorgte für ein vorzeitiges Ende. Das hat mich damals sehr traurig gemacht. Nicht nur wegen der Vorlesestunde vor den Ferien.

Aber Erbe und Verpflichtung: Grimms Märchen für die 3. und 4. Klasse an meiner Lieblingsschule. Das war schon am Dienstag. Eingeleitet mit einem Zitat. Von Herrn Finke.

Notwendige Erinnerungen

27. 1. 2011

Nicht nur zum Gedenktag

Zu Weihnachten habe ich mir und der gesamten Familie ein  hochinteressantes Buch geschenkt, das ich auf WDR 5 vorgestellt hörte:

Katharina Bader,
Jureks Erben: Vom Weiterleben nach dem Überleben

Die Autorin, Jahrgang 1979, arbeitet nach dem Abitur als Freiwillige ein Jahr lang in Auschwitz. Sie lernt den ehemaligen KZ-Häftling Jerzy Hronowski, genannt Jurek, kennen. Es entwickelt sich eine  Freundschaft, die ihr weiteres Leben prägt: Sie lernt Polnisch und studiert in Polen. Im Jahr 2006 stirbt Jurek, sie reist zur Beerdigung an, erfährt von mysteriösen Todesumständen, lernt Jureks Sohn und seine Familie kennen. Sie wird neugierig, forscht über dieses Leben, das sie von Anfang an fasziniert hat. Sie begegnet früheren Weggefährten und entdeckt viele – bis dahin unbekannte – Facetten an Jurek. Je mehr sie forscht, desto mehr Fragen tauchen auf: Wie war das Verhältnis zum Sohn, der mit 16 von zu Hause weglief? Welche Rolle spielte Jurek in der kommunistischen zeit? Was trieb ihn an, sich für die deutsch-polnische Verständigung einzusetzen?

Katharina Bader hat einen guten Schreibstil, man kann ihr gut folgen, und sie hat eine spannende Geschichte mit vielen Hintergründen zu erzählen. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Hier gibt es auf mephisto 97.6, dem Leipziger Universitätsradio, ein Interview mit Katharina Bader.

Nachtrag: Mehr zum Gedenktag und seinem Thema

16.10.2008: Das Grausen in der Kiste

19.10.2008: Das andere Grausen

27.01.2009: Gedenktag und Tageslosung – theologische Gedanken

27.01.2010: 65 Jahre danach – eine Reflexion des Zeitgeists

Bericht aus Bonn, Januar 2011

14. 1. 2011
Bonn Minster

Image via Wikipedia

Am 4. Advent hatten wir nach Bonn gewollt, ein bisschen bummeln, vielleicht auch ein bisschen Weihnachtsmarkt.  Der Schnee hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für länger.

Aber letzten Samstag war es soweit, Theomix und

Theamice fuhren nach Bonn, im Westerwald waren es 10°. Marieke und André waren auch mit von der Partie, das soll nicht verheimlicht werden.

In Bonn war es zuletzt fast 15°, auch die Sonne bog ab und zu um die Ecke und lachte uns an. Nach dem Pflicht-Shopping – jeder brauchte so dies und das, was es auf dem Land nicht gibt –  gingen wir ins Bonner Münster. Besonders schön ist dort der Kreuzgang, der alles Treiben ringsum in  weite Ferne rückt.

Wieder in der Kirche, sprach uns ein netter Herr an, er werde später eine kostenlose Führung machen. Wir ließen uns locken und waren dabei. Eine halbe Stunde geballte Information, hochinteressant, zur Geschichte der ganzen Kirche, was in und um sie geschah. Das hat sich gelohnt.

Aber bis zur Führung hatten wir noch fast eine Stunde Zeit. Die Pause nutzen wir zu einem kleinen Mittagessen im Ludwigs am Sterntor. Entspannende Atmosphäre, mit Musik vom Klavier. Live gespielt. Einziges Manko: Das Apostroph im Namen.

Nach der Besichtigung brauchten alle einen Kaffee. Mittlerweile gibt es am Münsterplatz auch eine Filiale eines international verbreiteten Anbieters. Danach ging es noch in die Mammutbuchhandlung, die zum Duftkonzern gehört. Und die einzige noch existierende Konkurrenz schräg gegenüber bietet Bücher von Zweitausendeins. Auch bei den Büchern schlugen wir, je nach Bedarf, zu.

Das war ein Ausflug, fast wie Urlaub: Warmes Wetter – und die Kinder wussten wir zu Hause…

Humanistische Bibliothek Schlettstadt

8. 11. 2010

Eine eigentlich ganz normale Stadtbücherei beherbegt die “Humanistische Bibliothek“: Über Umwege hat die Stadt Schlettstadt die Bücher des Beatus Rhenanus und einige andere Schätzchen geerbt. In Vitrinen, von Samtdecken geschützt, kann der normale Tourist gegen ein geringes Entgelt die schönsten Exemplare der Sammlung anschauen:  etwa eine griechische Handschrift aus dem 8. Jahrhundert oder einen Brief Zwinglis (um nur die zu nennen, die mich am m eisten beeindruckt haben). Schlettstadt war ein Zentrum der Buchdruckkunst und des Humanismus: auch das kann man anschauen. Und man kriegt es erklärt: ein Audioguide ist im Preis inbegriffen.

 

Wer danach noch Museumslaune hat, kann fünf Schritte weiter ins Brotmuseum.

3 büchers für jeweils weniger wie 3,34

22. 9. 2010
Currently reading, recently read

Image by Photocapy via Flickr

Drei Fehler in der Überschrift ganz kostenlos – das musste ich mal machen.

Drei Bücher in einem für glatte zehn Euro – da konnte ich nicht

widerstehen: Bastian Sick, Der Dativ

ist dem Genitiv sein Tod: Folge 1 -3.

Das Buch lohnt sich. Sick ist ja ein Bruder im Geiste. Und ich hatte immer gedacht, der junge Sick wäre ein alter Sack, weil Gegner der neuen Rechtschreibung. Aber Sick ist Sick und ein Gesinnungsnachbar von Theomix. Ich finde die Reform nämlich  wichtig und bejahe vieles. Bei einigen Punkten ist der Schuss nach hinten losgegangen, etwa bei der Getrennt- und Zusammenschreibung. Und in manchem geht sie mir nicht weit genug. Aber es ist gut, dass sich die Wogen geplättet haben.  Da will ich kein Öl ins Wasser gießen.

Zwei Fehler am Schluss: Bilder, die danebengehen sind etwas besonders Schönes.

Lieber später? Mal sehen…

14. 4. 2010

Vor Kurzem wurde ich darauf aufmerksam, und seitdem wollte ich es haben.

Beim Urlaubstag in Bonn habe ich es in der Riesenbuchhandlung B. gefunden:

Kathrin Passig, Stephan Lobo
Dinge geregelt bekommen – ohne einen Funken Selbstdisziplin
rororo, D 8,95 €, A 9,20 €

Thema  ist Prokrastination, und das Buch möchte zwischen der Selbstdisziplinqual und der Entschleunigungsuntätigkeit einen konstruktiven Weg finden. Gelungen. Heiter gelungen. Eine kleine Einstimmung, gefunden auf dem genialen Blog der Autoren:

Jeder, der sich davon angesprochen  fühlt, sollte es sich zulegen. Ein notwendiger Kontrapunkt zum populären “simplify” – vor allem, falls dieser Weg zu ständigem schlechten Gewissen führt.

Lektüre unter 8 Euro, heiter

3. 2. 2010

Er hat einen Humor, der ist meinem ähnlich: der Autor Marco Aldinger. Sein erstes Taschenbuch, Bewusstseinserheiterungen, gibt es bei Herder nicht mehr. So hat er es selbst verlegt.

Ich habe die alte Ausgabe, es ist ihr anzusehen, dass sie oft zur Hand genommen wurde. Nicht ganz so gut ist “Was ist die ewige Wahrheit?” Geh weiter!”: Zen-Geschichten vom Festhalten und Loslassen.
Deshalb ist es wohl in der Versenkung verschwunden.

Nu gibt es etwas (für mich) Neues:

Marco Aldinger
Die Erschaffung des Mannes
und andere Geschichten für die kleine Erleuchtung
6,- €

Herder. ISBN: 9783451070747

Es ist der Nachdruck einer weiteren Ausgabe im Marco Aldinger Verlag. Dort heißt es “Ko(s)misches Bewusstsein”.

Und was steht drin? Lauter Heiteres. Manches kenne ich schon, etwa einige der “Letzten Worte”: zum Beispiel des Sportlehrers: “Alle Speere her zu mir!”. Noch nicht kannte ich das letzte Wort einer Putzfrau: “Ich putz nur noch schnell das Balkongeländer”.

Das Buch ist unterteilt in drei Kapitel: Geburt, Tod und Wiedergeburt. Aber an den meisten Stellen nicht so ernst gemeint. Kurze Geschichten, Zitate und Sprüche hindern mich mit dem Lachen aufzuhören…

P. S.: Jeder ist seines Privathaushaltes Schmied. Ich für mein Teil bestelle zur Zeit nicht bei dem großen Versender mit dem Namen des südamerikanischen Flusses in englischer Aussprache. Aber das ist eine andere Geschichte und ist woanders erzählt worden.

Lektüre unter 8 Euro, vom Nikolaus

9. 12. 2009

Was fand ich in meinen Schuhen am Nikolausmorgen? Nicht nur was Süßes, sondern auch was Lustiges.

Zugleich eine Buchempfehlung.

Sascha Zeus & Michael Wirbitzky
Fieses Mobbing in 11 leichten Lektionen: Die besten Tipps für ein Leben ohne Freunde.
7,95 € für die Taschenbuchausgabe.

Die beiden Autoren habe ich dann und  wann im Ohr, denn sie moderieren auf SWR3 und zeichnen sich durch wirklich blöde und alberne Blödeleien aus.

Aber mit einem Hauch intellektuellen Niveau geht auch. Sogar noch besser. 125 heiter gefüllte Seite. Man merkt den beruflichen Hintergrund, weil in jedem Kapitel ein Sprechstück mit abgedruckt ist. Das ist auf Dauer etwas ermüdend. Aber man muss ja auch nicht, so wie ich am Nikolausnachmittag, das Buch auf einmal lesen wollen. Man kann es auch, wie ich bei der Zweitlektüre, häppchenweise verzehren.

Schön sind die kurzen Anmerkungen mit Literaturangaben, allesamt noch unbekannte Grundlagenliteratur (auf deutsch: frei erfundener Ulk), und selbst der Klappentext ist königlich. Drei lobende Zitate über das Buch. Eins von Zeus, das zweite von Wirbitzky, und das dritte: “Mein Mann liebt dieses Buch”, von Evelyne Wirbitzky.

Vielleicht sollten echte Mobbingopfer Abstand nehmen. Allen anderen empfehle ich aus eigener Erfahrung dieses Buch als Hilfe gegen die Grauwetterdepression.

Lektüre unter 8 Euro aus dem Urlaub

21. 10. 2009

Von vorletztem Montag (12.10.) bis gestern, Dienstag (20.10.), war noch ein kurzer Urlaub angesagt. Heute soll das normale Leben weitergehen.

Von dem einen habe ich noch nicht viel sortiert, von dem anderen kann ich erst morgen wieder loslegen.

Heute nur etwas über die Lektüre aus der Buchhandlung des großen Bahnhofs:

Matthias Nöllke/ Christian Sprang:
Aus die Maus: Ungewöhnliche Todesanzeigen.

KiWi-Taschenbuch, 7,95 Euro.

Für mich berufsbezogen und trotzdem entspannend, weil sehr heiter.

Interview und Link zu Kostproben aus der FAZ gibt es hier.

Das Meiste aus der Sammlung von Christian Sprang auf seiner Homepage.

Viel Vergnügen im Angesicht des Todes. Dort heiter zu sein ist eines theologischen Blogs würdig.

Rückblick 41. Woche

10. 10. 2009

Montag:
Zum Discounter, weil es da die netten Kalender/ Organizer gibt, deren Einlagen ich brauche. Und für 4,99 kann ich den Inhalt nicht billiger kriegen. Kommt die Kunstlederhülle irgendwann zum Müll. Blöd, vor allem wenn kein Büroausstatter in der Nähe ist…

Mittwoch:
Die bestellten Fahrkarten sind da!

Freitag:
Die neue Publik-Forum ist im Briefkasten. wie immer lesenswert, kleine Rosinen werden in den nächsten 2 Wochen entdeckt…

Auch die neue fairkehr ist gekommen.

Lieblingslektüre der Woche:
Lustige Lyrik: Fünfzig komische Gedichte; ausgewählt von Harry Fröhlich (heißt der wirklich so??), Stuttgat 2003
ISBN: 3150182522
Für 3,- € zu haben!

Der spirituelle Espresso der Woche:
Sonntag: Psalm 23, 6
“Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.”
Er schmeckte besonders gut, weil er so vertraut ist.

Dreimal Buchhandlung, 3. Teil

21. 8. 2009

Dreißig Jahre nach dem Abitur taucht die Buchhandlung mit ihrer Düsternis in meinen Träumen auf. Es ist eine bedrückende Atmosphäre, egal, was sich in meinem Traum ereignet.

Bei einer Fortbildung am Ort nutze ich eine Mittagspause zu einer ‘Konfrontationstherapie’: Ich will die alten Räume aufsuchen. Aber so einfach ist das nicht: Das Gebäude steht da, auch gibt es immer noch eine Apotheke nebenan. Aber statt der Buchhandlung finde ich ein Bistro. Der Blick hinein zeigt Helligkeit statt Finsternis. Ich habe kein Interesse es zu betreten. Die Buchhandlung ist umgezogen. An der befahrenen Hauptstraße liegt sie, und ihr Raum ist hell.

Ich schaue mich um, und  aus einem hinteren Raum kommt eine Frau, ich beginne ein Gespräch. Erzähle, dass ich bis vor 25 Jahren hier gewohnt habe. Warum denn dieser Umzug? Die Besitzerin ist es, mit der ich mich unterhalte, und sie gibt als Grund an, der Pächter habe gekündigt. Lange sei das her, über 20 Jahre…

Ich gehe, ohne ein Buch zu kaufen, aber um einige Informationen reicher. Und seither ausgeblieben sind bedrückende Träume von einer Buchhandlung mit dunklen Räumen. Die kleine Therapie hat gewirkt.

Dreimal Buchhandlung, 2. Teil

19. 8. 2009

Auch im Studium war ich dann häufiger in der Buchhandlung meiner Gymnasialzeit,  ich wohnte für einige Semester in der Nähe. Vor dem Eingang stand immer eine Kiste mit Antiquarischem. An einem Tag fand ich drei Stückchen, die vermutlich aus einem Besitz kamen: Albert Schweitzer, Kultur und Ethik, Angelus Silesius, Der Cherubinische Wandersmann und Mahatma Gandhi, Jung Indien (von 1922). Für einen Appel und Ei. Gerade die beiden ersten sind mir seit langem besonders wert.

Den Cherubinischen Wandersmann von Angelus Silesius habe ich bereits öfters zitiert. Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben hätte auch Beiträge verdient.
Und Gandhi ja im Grunde auch. Das Buch ist da nur etwas sperrig. Ich halte es in Ehren, aber es ist mir nicht so nah wie die beiden anderen.

Dann zog ich fort. Die Bücher wanderten mit. Und auch die Erinnerungen.

Dreimal Buchhandlung, 1. Teil

15. 8. 2009

Die Buchhandlung lag in nächster Nähe zum Gymnasium. Als nach der Unterstufe ein weiteres Schulgebäude dazukam, war es wirklich nur über Eck.

Ein Schulbuch vergessen, noch ein Reclam-Heftchen zu besorgen? Schnell hin nach der Schule, und dann ging es auch zügig. Zumal damals in unserem Wohnort keine vernünftige Buchhandlung vorhanden war.

Hinter dem Eingangsbereich war es ein wenig düster in dem Bau, und es gab auch einen Kellerraum, aber der war die meiste Zeit Lager.

In den ersten Jahren betrat ich die Räume nur zaghaft. Ein schüchterner Kerl, die Verkäuferinnen waren auch etwas gouvernantenhaft zu den jungen Schülern. Irgendwann,  so ab ein Meter achtzig, hat sich das gelegt. Da war ich dann erwachsener Kunde.

Bücher unter 8 Euro: Urlaubsbeute

8. 8. 2009

Der Urlaub endete in Beuron. Und Beuron besteht zu neunzig Prozent aus dem Kloster Beuron.
Dieses Kloster hat eine schöne Buchhandlung. Da musste etwas mit. Mein Fundstück:

Grüß Gott: Kleine Aufheiterungen für jeden Tag
(Ohne Verfasser) Leipzig, ohne Jahr
272 Seiten
ISBN 9783746226446

Für 7,50 €.  Und das auch noch gebunden.
Viele Zitate (ohne Quellenangabe), Gedichte und Geschichten. Da ich vieles noch nicht kannte, habe ich gerne zugegriffen. Manche Anregung wird hier in den Blog einmünden. (Den Beitrag von gestern zum Beispiel verdanke ich diesem Buch. ) Es ist schön – weil heiter.

Meine Frau wählte:

Anselm Grün,
Lass die Sorgen – sei im Einklang: Einfach leben
Freiburg/ Basel/ Wien, 4. Auflage 2008
192 Seiten
ISBN 9783451070556

Runde 7 Euro. Ein Band aus der HERDERspektrum-Reihe – alles Bändchen im kleinen Format, jeweils über 150 Seiten.

Anselm Grün lese ich auch sehr gerne. Ich weiß, er hat eine Masche, mit der er Seiten füllt und Leser findet. Aber diese “Masche” tut gut, sie labt das Herz und fordert auch den Kopf.

Wieder mal: Lesefutter unter 8 Euro

10. 6. 2009

Über preiswerten Lesestoff hatte ich schon einmal referiert. Hier drei Neuzugänge:

Jörg Zittlau, Die philosophische Rolltreppe

Die philosophische Hintertreppe von Weischedel ist ein Klassiker. Das Buch von Zittlau könnte es werden:

40 Philiosophen, von Thales bis Edward Murphy, kürzestmöglich auf 189 Seiten. Und was da steht, stimmt dann auch noch überwiegend.
Jedes Kapitel referiert in aller Kürze mit den Kategorien Leben, Freunde, Gegner, Frauen, Das System, “Sein” Trick, Was gibt “er” uns heute? – die bei jedem wiederkehren. Das macht die einzelnen Systeme vergleichbar. Und berichtet auch etwas aus dem Leben.

Treffend sind meist auch die Überschriften, z. B. Jesus: Komm rein, Gott ist auch schon da!

Übrigens wirklich fast nur Männer, einzig Maria Montessori ist die Quotenfrau.  (Und im Anhang-Kapitel mit den ganz kurzen Hinweisen noch Simone de Beauvoir und Hannah Arendt)

Bei dieser Kürze gibt manches Porträt ein falsches Bild ab. So ist die Kritik an Calvin eher “Max Weber über die Calvinisten”. Aber solche Unschärfen macht Jörg Zittlau wett mit einem flotten Stil und ausgefallenen Vertretern der philosophischen Zunft – z. B. die letzten beiden: “Sepp Herberger – Das Runde muss ins Eckige” und “Edward Murphy – wird schon schief gehen”.

Gerade eben 8 Euro, aber weil es so gut ist, muss es in die Liste.

Kristina Reftel, “Ich habe nach dir gewonnen”: Weisheits-Geschichten – Für einen anderen Blick auf das Leben

Relativ groß gedruckt, sind über 50 Geschichten auf knapp 150 Seiten verteilt. Zwischendrin immer wieder Weisheitssprüche, zum Glück selten mit Angabe des Autors – weil, wie wir wissen, diese Angaben sowieso selten stimmen. Vor allem – Danke, Frau Reftel! – wenn die Zitate aus dem Internet gezogen werden, und das hat die Autorin. Sie  gesteht im Kleingedruckten auch die Links. Ich werde sie bei Gelegenheit ausprobieren.

Der ganze Spaß ist für 6,95 zu haben. Manche Geschichten sind umständlich erzählt, manche sind mir etwas zu moralisch. Aber wer solche Geschichten liebt (und muss ich eigens betonen, dass ich das tue?), sollte kaufen.

Extra-Tipp: Wer selbst sammeln möchte, dem empfehle ich das Zettelkastenprogramm CUEcards. Ich selbst nutze seit Jahren die Freeware, und wenn mir eine Geschichte gefällt, landet sie dort. Ein guter Fundus für alle, die gerne Geschichten weitererzählen.

Jürgen Becker, Religion ist, wenn man trotzdem stirbt: Ein Handbuch für Humor im Himmel.

Der Untertitel führt in die Irre, er müsste besser heißen “Ein Handbuch für himmlischen Humor im Rheinland”.

Jürgen Becker führt äußerst satirisch in Fragen der Theologie und der Religionswissenschaften ein. Nirgends wird er polemisch, nirgends sagt er etwas Falsches. Er sagt es eben nur kabarettistisch. Wer Religion und Humor für vereinbar hält, hat hier was zu lachen.

Gedrucktes unter 8 Euro

12. 3. 2009

Kostenloses gibt es im Internet, klar. Auch Bücher. Aber wer will schon den ganzen Tag ein Buch am PC lesen? Da kriegen wir einen  steifen Nacken, und das wollen wir nicht.

Ein Lob aufs gedruckte Buch. Es hält einem den Nacken spannungsfrei, vor allem als Taschenbuch, du hast etwas in Händen und vor Augen. Kannst es einstecken und mitnehmen. Das wiegt oft weniger als ein Netbook. Vor allem, wenn man ans Taschenbuch denkt. Aber seit Einführung des Teuro sind auch Bücher nicht mehr das, was sie waren.

Halt! Stimmt nicht ganz!

Es gibt sie noch, die preiswerten Bücher.
Natürlich ist das relativ. 8 Euro waren mal 15,66 DM. Das war viel Geld, vor 2002. Günstige Taschenbücher hätte ich damals bis 10 Mark angesiedelt. Aber Bücher unter 5,10 Euro?

Gibt es noch. Der  Klassiker der Klassiker sind Bücher des Reclam-Verlags. Fitzelig klein, komprimiert leimgebunden. Wer Schulneurosen nicht überwinden kann, lässt besser die Finger davon. Allen anderen ist ein Blick ins Verlagsprogramm empfohlen.

Für Vier Euro vierzig gibt es die Galgenlieder von Morgenstern,

für 4,60 € kriegt ihr die Selbstbetrachtungen von Marc Aurel

und ganze 4 kosten ausgewählte Schriften von Seneca.

Und so weiter. Moderne Autoren, Klassiker, Antikes und Gesammeltes – vieles sogar unter 5 Euro zu haben.

2001 bietet eine Fülle verbilligter, aber neuer Bücher.

Noch etwas Grundlegendes:

Neues Testament und Psalmen, z. B. die Luther-Revision, bei der Deutschen Bibelstiftung. Für 7,90 €

Zum gleichen Preis in der Einheitsübersetzung.

Ganze Bibeln sind leider nicht mehr für diesen Preis zu haben.

Wer ein wenig stöbert, findet bei amazon oder booklooker günstig gebrauchte. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Mir ging es um “frische Ware”.

2. Februar

2. 2. 2009

Jetzt fliegen aber wirklich die letzten Weihnachtsbäume raus! Während gut protestantische Bäume schon nach dem 6. Januar (Epiphanias) den Weg alles Irdischen gehen, werden gut katholische Bäume erst jetzt (Lichtmess) weggeschickt. Die profane Wirklichkeit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Ich nehme das zum Anlass über das zu berichten, was unterm Baum lag, am 24. Dezember. Nicht alles, nur, was die beste Pfälzerin und ich uns gegönnt haben. Vorhang auf:

Drei Bücher, jedes gebunden, mit Lesebändchen. Lese-Genuss, Stück für Stück:

Carlos Ruiz Zafón, Das Spiel des Engels

Ein spannender Roman. Schöner Stil, was natürlich auch an der Übersetzung liegt (Peter Schwaar heißt der Sprachmeister). Der Held David Martín schildert sein rätselhaftes und teils trauriges Leben. Nie langweilig. Nur der Epilog, den denke ich mir weg… 711 Seiten, die sich lohnen.

Jürgen Neffe, Darwin: Das Abenteuer des Lebens

Ein dreifacher Erzählstrang: die Reise Darwins mit der Beagle, dem Forschungsschiff, und wie Darwin auf dieser Reise zu seiner Theorie kam; des Autors Reise entlang der Route der Beagle ; das Leben Darwins.  So miteinander verwoben, dass auch einiges zur Wirkungsgeschichte und zu  aktuellen Fragen einfließt. Gut und gerne gelesen.

Jan Weiler, Drachensaat

Wer nach “Maria, ihm schmeckt’s nicht” und “Antonio im Wunderland” einen ähnlichen Brüller erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Eine skurrile Geschichte wird vor unseren Augen entrollt, der erste Teil aus der Sicht eines heruntergekommenen Architekten, der zweite als Protokoll eines Finanzhais, und zum Schluss aus fiktiven Medienberichten zusammengestellt: Wie entstand Drachensaat, was wollten sie usw.
Wer jetzt nichts versteht: Ich will nicht mehr verraten. Kurz: Es geht um eine Entführung – Plaung, Durchführung und ende des Dramas. Jan Weiler hat den Humor nicht verloren. Vor allem im letzten Teil präsentiert er Formenvielfalt und imitiert den Stil verschiedener Zeitungen und Fernsehformate. Schön.


kummerkastenfuerjeden

styleandbeauty12345@t-online.de - schreibt mir! Ich helfe!

postmondän

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Bärenlyrik

Gedichte über Weltschmerz, Natur und Liebe

Serendipity and Mee

von der Kunst zu finden ohne zu Suchen...

hibbot

home of the hobbit

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life is life

Depressiver Optimist

Extrovertierter Nachdenker

DenkenderTraum

Autismus, Aspie, Ich

seppolog

Irrelevanzlieferant.

Fsmilla

gelesenes....gesehenes.....gedachtes.....

Nun also klein Paris

“Frau Momos Leipziger Tagebuch”

Tell the truth

Gott, Mensch, Welt

muss das jetzt sein?

...diese Frage wird oft Kindern und Jugendlichen gestellt. Hier soll diese Frage an Erwachsene aus Politik und Gesellschaft gestellt werden - bei Angelegenheiten, die Kinder und Jugendliche oder auch Familien betreffen.

thestoryofaunicorn

A victim of circumstance. A walking paradox. A beautiful mistake. Very much human. Sadness has and will always be my muse, though I would've preferred otherwise.

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