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Ostermontag

5. 4. 2010

Zur Feier des Tages zwei Videos zur Auswahl, beide von Glashaus, die ich seit Längerem wieder einmal gegoogelt habe. Ich bin kein Fan, finde das nur einfach interessant.

Das erste, ein Ostermotiv: Licht. Der Text berührt sich mit Pfingsten, aber auch österliche Motive sind zu finden.

Das zweite ist für mich eine große Überraschung (quasi ein Osterei bei YouTube):
„Von guten Mächten“ – so eine profane Band und dieses Lied?  Jeder so gut er kann. Das Video passt vielleicht nicht so ganz. Und das Lied gehört weniger zu Ostern als zum Jahreswechsel. Aber egal.

Noch einen schönen Ostermontag!

Bonhoeffer, hin und her: Was bleibt?

6. 2. 2009

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“: ein wunderbares, sehnsuchtsvolles Lied. Ich habe ein Mal eine Interpretation gehört, es sei ein Versuch, religionslos den Glauben zu beschreiben. Dadurch findet Bonhoeffer eine Sprache, die heute noch spricht.

Was bleibt vom „religionslosen Ansatz“? Für uns heute wohl nicht so viel, wie Bonhoeffer erwartet hat. Die Religion ist mit dem Missbrauch des Religiösen durch die Nazis nicht zu Ende gegangen. Im Gegenteil, sie ist seit einigen Jahren wieder im Kommen. Die Kirchen sind Anbieter auf dem „religiösen Markt“ wie andere auch. Und viele in den Kirchen wollen dann auch gut mitziehen, um sich behaupten zu können.

Aber andere Stichwörter sind wichtig geworden. „Die mündig gewordene Welt“: Die Welt kommt ohne Gott aus, sie ist selbstbewusst. Und so können wir auch nicht mehr so tun, als bestünde Christsein im regressiven Verhalten. Das mündige Christsein ist gefragt.

Eine autoritär gestrickte Theologie ist im Mainstream auch nicht mehr populär zu machen. Auch da kann Bonhoeffer nicht punkten? Mein Herz blutet bei dem Gedanken, ihn nur den „Glaubensstrengen“ zu überlassen.

Beide Ansätze, den religionslosen mit dem autoritären sind schwer nur unter einen Hut zu kriegen, und beide Brennpunkte sind nicht mehrhrheitsfähig.

Was bleibt? Sein Lebenszeugnis, sein Verantwortungsbewusstsein, sich auch außerhalb kirchlicher Mauern im christlichen Sinne zu engagieren.

Und seine Bücher sind nach wie vor auf dem Markt. Es kann nicht schaden sie zu lesen – auch wenn man sich an ihm und seinem Denken reibt. Reibung erzeugt Wärme – oder Funkenflug, je nachdem 🙂

Und die Mündigkeit, die kann ich nicht oft genug betonen.

Bonhoeffer, hin und her: Meine Geschichte

5. 2. 2009

Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger kam man an Bonhoeffer nicht vorbei. Wenigstens nicht im Theologiestudium. ich weiß nicht, wie das heute ist.

„Widerstand und Ergebung“ habe ich als erstes gelesen, noch vor oder zu Beginn des Studiums. Ganz begriffen habe ich es wohl nicht. Es hinterließ noch keine Wirkung

Die „Nachfolge“ faszinierte mich dann aber. Abraham als Leitfigur, die Auslegung der Bergpredigt, das war gut geschrieben, nachvollziehbar. Vieles verlockend.  Ein gewisser Widerstand meldete sich im Laufe der Zeit, als Nachwirkung. Schon recht autoritär, das da…

Ist er damit ein Kind seiner Zeit? Lange habe ich mich mit der „Ethik“ beschäftigt. Er versucht sie christologisch zu begründen – und kriegt es nicht über Fragmente hinaus.

Und dann noch einmal „Widerstand und Ergebung“. Jetzt verstehe ich schon mehr. Verstehe, wie sehr  die Vision der Kirche nach dem Krieg weitab zur tatsächlichen Entwicklung lag. Merke, wie die Idee des „religionslosen Glaubens“ einen berühren kann. Bin fasziniert vom Begriff „Mündigkeit“

Zu guter Letzt bekomme ich mit einem Buch über einen Vergleich von Camus und Bonhoeffer einen interessanten Ansatz, der zur Moderne herüberreicht.

Ich kann nur sagen, er hat was. Es lohnt sich mit ihm zu beschäftigen. seine Lebensgeschichte ist spannend. Ob man sich die dicke Biographie von Bethge antut, oder seine rowohlt-Monographie. Oder als Jugendbuch von Renate Wind: Spannend zu lesen, wie er sein Leben gestaltet und wie es dann wirklich abläuft, was ihn bewegt und was er denkt und glaubt…

Bonhoeffer, hin und her: Zur Person

4. 2. 2009

Mit Dietrich Bonhoeffer ist es eigenartig. „Von guten Mächten wunderbar geborgen““ ist einer der bekanntesten religiösen Texte (und ein sehr guter). Dass er ein „religionsloses Christentum“ entworfen hat, gerät allmählich in Vergessenheit.

Er wandelt sich vom kirchendistanzierten Großbürgerssohn über den kirchlichen Querdenker zum  Oppositionellen. Als Außenseiter der Bekennenden Kirche bekommt er Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli. Schon vor dem Attentat kommt er in Haft. Von dort kann er Briefe und Nachrichten herausschmuggeln. Als er ins Gestapo-Gefängnis kommt, bricht der Kontakt ab, es gibt nur noch wenige Dokumente, als letztes das genannte Gedicht. Mittlerweile mehrfach vertont.

Die gesammelten Briefe kommen in den 50-ern heraus, „Widerstand und Ergebung“. Es zeigt sein Ringen mit überkommenen Vorstellungen von Gott, immer mehr trennt sich der christliche Glaube von einer missbrauchten Religion. Das hat er von Karl Barth, aber er durchdenkt und durchlebt Konsequenzen.

Auch die Ethik, eher drei fragmentale Ansätze, aus den Jahren 1941 bis 43, ist bedenkenswert. In frömmeren Kreisen blieben seinen Bücher „Nachfolge“ und „Gemeinsames Leben“ im Gedächtnis, beide Bücher aus der Zeit als Leiter des Predigerseminars Finkenwalde.

Mit 39 Jahren wurde er von den Nazis kurz vor Kriegsende getötet. Heute vor 93 Jahren wurde er geboren.  Er hinterlässt kein abgeschlossenes Werk. Das hat viele ermutigt, seine Gedanken und Visionen fortzusetzen.

Kopf

25. 9. 2008

Der Kopf ist ausgebildet. Theologie ist so was von interessant.

Anregend zu lesen waren (und sind) zum Beispiel:

Und Exegese kann eine packende Sache sein. Die historisch-kritische Methode ist im Prinzip ein wertvolles Instrument, die biblischen Texte auf ihrem historischen Hintergrund zu verstehen.

„KANN sein…“, „im Prinzip“? – Natürlich gibt es immer wieder Mitglieder der theologischen Zunft, die einem Spaß, Interesse, Neugier nehmen, weil sie möglichst umständlich schreiben. Und das gibt es in  der wissenschaftlichen Literatur nicht zu knapp. Allgemein verständlich könnte ja unwissenschaftlich wirken…


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