Posts Tagged ‘Bibel’

Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 3

20. 10. 2011

DAS

stimmt immer noch.

Auch wenn es nicht die Tageslosung ist. Die steht hier.

Sich noch mal an Bibelstellen erinnern, Folge 1

28. 9. 2011

So, da haben wir in Europa noch eine absolute Monarchie. (Und keine Aussicht auf Demokratiebewegung?) Aber auch sonst,  Zu Wahlversprechen zum Beispiel, kann man mal über folgende Psalmverse nachdenken: „Verlasst euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. “ Psalm 146, 3 „Es ist gut, auf  GOTT zu vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.“ Psalm 118, 8

Alles im Fluss? Die Sprache

27. 7. 2011

Wer prüfen möchte, ob eigene oder fremde Texte gut lesbar sind, der greife zum Blablameter. Noch Fragen dazu?

Ich kam über evangelisch.de darauf:  Bibeltexte kommen dort als schwafelfrei durch. Das freut auch den Theomix…

Verschrieben oder verschrieen

25. 5. 2011

Seine Schrift hatte viele Schnörkel, aber sie war gut zu lesen. Trotzdem schrieb Pfarrer P. manchmal unkonzentriert ins Kirchenbuch. Schon ein paar Mal gab es bei Goldkonfirmationen Überraschungen über seine Einträge.

Dieses Jahr: Unsere Bürofachfrau beugt sich übers Kirchenbuch und schlägt die Konfrimationssprüche der Goldkonfirmanden in der Bibel nach. Bei einem fragt sie mich, ob sie richtig gelesen hat. Doch, da steht „Jeremia 16, 9“. Sie hält mir die aufgeschlagene Bibel hin: „Kann das sein?“ Ich lese: „so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut.“ Sehr ungewöhnlich.

T. kommt gerade zum Kopieren ins Büro. Auch sie entziffert 16,9 und ist erstaunt. Gemeinsam überlegen wir, warum Manfred L. diesen Spruch bekam: Ein Raufbold? Ein frühreifer Frauenheld? Was hatte des Pfarrers Zorn erregt?

Wir plädierten auf Irrtum. Angenommen, Pfarrer P. hätte sich mal wieder vertan, was könnte es dann sein? Jeremia 16,19 vielleicht? „HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!“ Treffer! Sehr gut.

Für den Gottesdienst hatte ich beide Versionen in der Tasche. Manfred L. hat freudig die mit der 19 gewählt.

Anmerkungen
Gold: Nach 50 Jahren. Die Feier ist auch für höhere Jubiläen. Der Rekord liegt bei der Konfirmation bei Jubilieren nach 80 Jahren. (Der Jubilar arbeitet noch am 85-jährigen.)
Kirchenbücher: Seit den Achtzigern machen das hier nicht mehr die Pfarrersleut.

Parallel und doch anders

21. 5. 2011

„Es begab sich eines Tages, dass Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: ‚Schlafe bei mir!‘ Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. Da sie nun sah, dass er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: ‚Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, dass er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. Und da er hörte, dass ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus.‘
Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam, und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: ‚Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben. Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.'“

1. Mose 39, 11-18

Damals und heute. Heute war es wohl doch anders. Damals gab es noch keine DNA-Untersuchung. Aber Joseph war ja nur Sklave und nicht Chef  einer weltweiten Institution.

Aug in Aug mit dem Papyrus

19. 5. 2011

Dublin: Die Chester Beatty Library war auch ein Ziel. Chester Beatty hat wegen seiner Papyrussammlung einen bedeutenden Klang für Theologen. Ist dieser reiche Mann aus Amerika durch die Lande gezogen und hat Altertümchen gesammelt. Mit 75 beschloss er seine Sammlung in Dublin zu lagern. Seither ist sie dort zu besichtigen.

Als wir ankamen, hieß es, nur die religiöse Ausstellung sei geöffnet, wegen Umbauten. Schade: Aber das – für mich – wichtigste war zu sehen.

Die Räume sind dunkel, nur auf die Vitrinen fällt gedämpftes Licht, mehr vertragen die alten Dokumente nicht. Und in einer Ecke mit Papyri hing ER:

Papyrus

Papyrus 46: A. Chester Beatty hat ihn 1931 gekauft, nach den Untersuchungen stellte sich P 46 als sehr alt heraus und wurde ein Meilenstein zur Erforschung der Textgeschichte des Neuen Testaments.

Fast vier Jahrhunderte hatte die byzantinische Textfamilie (seit Erasmus‘ Ausgabe als „textus receptus„) die Übersetzungen geprägt. Aber mit Hilfe von P 46 und anderen wurde die alexandrinische Textfamilie aufgewertet. Der heutige Urtext beruht auf  hunderten Urkunden und Übersetzungen, die unterschiedlich bewertet werden. Der alexandrinische Typ hat das größte Gewicht. Und P 46 stand am Anfang.

In Dublin ist eine andere Textstelle zu sehen, ich verweilte vor ihr mit einer gewissen Andacht: So sieht sie also aus, die Wende der Textforschung – ein dreckig braunes Stück Papyrus, eng mit griechischem Majuskeln (Großbuchstaben) – kaum zu erkennen, das Papier dreckig braun, die Tinte zu grau verblasst.

Und zugleich meldete sich die ironische Redaktion im Hinterkopf: Sieh an, auch protestantische Theologen haben Reliquien.

Da kann Simson schwach werden

12. 3. 2011

Gesehen in Wien-Neubau. Die haarigen Variationen nehmen kein Ende. Diese gefiel mir und ich habe mir direkt die Genehmigung zum Veröffentlichen geben lassen. Vielen Dank, GmbHaar!

Und warum kann hier Simson schwach werden? Deshalb.

Espresso heute

21. 2. 2011

Der HERR sprach: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

1. Mose 8,21

Auf dem Kirchentag 1985 in Düsseldorf hielt John Howard Yoder, mennonitischer Theologe, die Bibelarbeit über 1. Mose 8. Bei diesem Vers verwies er zurück auf 1. Mose 6, 5-6: „Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen…“ Fast mit denselben Worten begründet die Aussage Gottes sowohl die Zerstörung der Erde als auch ihre Erhaltung. Und deutlich ist: Der Mensch hat sich nicht verändert. Verändert hat sich Gott.

Die Diskussion darüber zeigte, manche brachen fast in Wutgeheul aus. Denn Gott könne sich doch nicht verändern, er sei doch ewig und unveränderlich. Yoder blieb recht gelassen, denn der Gott der Neuplatoniker findet sich nicht in der Noahgeschichte. Und ich fand, Yoder hatte Recht.

Gott verändert sich, und das ist die Chance des Menschen. Und der Mensch kann und soll von Gott lernen. Veränderung, immer wieder, Dazulernen. Gelassen bleiben ob der Unzulänglichkeit der Menschen (also auch der eigenen), das ist angesagt. Wäre heute Jahreswechsel, es wäre ein wegweisendes Wort für ein ganzes Jahr. So möge es durch diesen Tag geleiten.

Maßvolle Worte zu einem Streitthema

4. 2. 2011

Auf evangelisch.de stieß ich auf einen gut lesbaren Beitrag zu einer neu entfachten Debatte über Homosexualität und Kirche. Ausgangspunkt ist das geplante neue Pfarrdienstrecht in der EKD, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Pfarrhaus zulassen würde.

Jürgen Ebach, emeritierter Alttestamentler, schrieb „Bibelauslegung: Homosexualität – ein Gräuel?“

Mir gefällt es, wie sachlich und selbstkritisch er an das Thema herangeht. Die eigene, die rheinische Landeskirche hatte dieses Thema mehrere Jahre diskutiert. Mitte der Neunziger gab es ein Diskussionspapier zur Trauung und Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. In der Gemeinde damals – mit  einem hohen Anteil armer Menschen –  war die Stimmung so:

1990:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1991:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1992:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1993:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1994:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1995:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1996:   Die Landeskirche erwartet von den Gemeinden eine Stellungnahme. Es gibt eine Diskussionsveranstaltung.
Können wir nicht über die hohe Arbeitslosigkeit reden?
1997:     Soziale Fragen? Kein Interesse.
1998:     Soziale Fragen? Kein Interesse.

Das hat mich noch nachdenklicher gemacht als die Äußerungen Jürgen Ebachs.

Hinhörer

1. 9. 2010

Oder: Fast ein Psalm

Wer hier regelmäßig liest, weiß: Ich höre mich gerne um in der Musikszene. Ein bisschen Zeitgeist atmen, um dann darüber zu spekulieren, wie sich Gottes Geist mit ihm verwirbelt.

Meine Ohren blieben jetzt bei der neuesten Single von „Wir sind Helden“ hängen: „Alles“. Hier nur zu hören:

Den Videoclip gibt es als Link hier.

Auch der Text lässt sich nachlesen.

Die Psalmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in ihren Bildern ausgetretene Pfade beschreiten: Man erfährt ja nichts Konkretes über den Zustand des Beters oder der Beterin. So auch die „Helden“: Sie ergehen sich in Andeutungen, rufen Bilder wach. (Wobei ich noch nicht festgelegt bin, wie „rigorose Engel“ aussehen, die meine „Schrauben“ „fixieren“ wollen…)

Nah dran an christlichen Inhalten: Erlösung nicht nur für Religiöse – die Rechtfertigung der Gottlosen lässt grüßen, zumal „alles vergeben“ ist „und gut“. Auch wenn es im Lied schillert, weil ja „alles vergebens“ sein kann. Aber die Ur-Texte (wie die Paulusbriefe und die Psalmen) legen auch keine glatten Lösungen nahe.

Und für Fans von „unplugged“ die Aufnahem von noirtv.de:

Wie überhaupt noirtv.de einen Besuch wert ist.

Joseph – gerne wieder

31. 5. 2010

(M)eine Novelle

Die Bibel erzählt im 1. Mosebuch in den Kapiteln  37 bis 50 die Josephsgeschichte. Eine meiner Lieblingsgeschichten. wie eine kleine Novelle. Der Erzählfaden ist gut durchkomponiert, sie wirkt fast modern – denn von Gott ist kaum die Rede. In den Träumen spricht er. Und er führt geheimnisvoll das Geschick des Helden Joseph. Aber das blickt erst am Schluss durch.

Manchmal fatal gut erzählt: Wie Joseph als rechte Hand des Pharao seine Brüder als Bittsteller empfängt, sie ihn nicht erkennen und er sich zur Seite wendet, weil er weinen muss. Das rührt mich schon.

Und als alle fröhlich vereint in Ägypten leben und die Brüder nach dem Tod des Vaters die Angst haben nun könne sich Joseph bitter rächen für das Ungemach, das sie ihm bereitet haben: Da kommt durch seinen Mund die theologische Deutung. „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ (1. Mose 50, 20) Nicht viel mehr. „Er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.“ (Vers 21)

Ich erzähle diese Geschichte leidenschaftlich gern in der 1./2. Klasse. Denn der Schluss ist wie ein Teil meiner eigenen Geschichte.

wie joseph geführt
von gott gar keine rede
und trotzdem ganz nah

Kirchentag 4: Bibelarbeiten

27. 5. 2010

Endlich sind die Kinder groß genug, dass wir sie ihrem eigenen Schicksal überlassen, das heißt: auf dem Messegeände ihren Interessen nachlaufen lassen konnte.

So haben wir von Donnerstag bis Samstag an den Bibelarbeiten teilgenommen. Eine halbe bis ganze Messehalle mit einem oder mehreren Vortragenden – das hat eher monologische Struktur, kann aber dann sehr anregend und bewegend sein.

Am Donnerstag Peter Bukowski,

am Freitag Reinhard und Renate Höppner

und am Samstag Pierre Stutz.

Warum ich Zitaten hinterherjage

8. 1. 2010

Manchmal wundere ich mich über mich selbst. So auch hier: Bei manchen Autoren kann ich den Zitaten hinterherjagen, als ob es nichts Wichtigeres gäbe.

Warum ist mir das so wichtig? Hier ist meine vorläufige Antwort:

Im Studium habe ich gelernt, jedes Zitat mit Quellenangabe zu versehen. Nun ist ein Blog keine wissenschaftliche Arbeit. Zitate mit einem berühmten Namen zu übernehmen hat auch mit dem Umgang mit Autoritäten zu tun. Denn hinter guten Namen lässt es sich gut verstecken. Und wenn es A oder B gesagt hat, und der Name gilt etwas, sind meine Schultern entlastet, die diese Aussage stemmen sollen.

Ich bemerke dann auch eine um sich greifende Leichtgläubigkeit. Die meisten Zitate finden sich auf entsprechenden Zitate-Seiten oder auf anderen Blogs. Da steht dann der gute Satz mit dem Namen eines Autors. Und das glaubt man dann. Aber wann oder wo der Satz gesagt oder gedruckt worden ist, fehlt meist. Was so sicher dasteht, muss ja wohl stimmen… Hinterfragt wird da nicht.

Aber Hinterfragen habe ich gelernt. Die Bibel herauf und herunter. Das ist gut und wichtig, denn – steil theologisch gesagt – um Gottes Wort in der Bibel zu hören, muss ich es auch voll und ganz als Menschenwort wahrnehmen. Die historisch-kritische Methode hilft da enorm. So lange man sie für den Bereich des Kopfes gelten lässt.

Hyperkritische Medien greifen ab und zu die Ergebnisse der Exegese auf und meinen, sie widerlegen den Glauben höchstselbst: dass man nur sehr wenig konkret über das Leben Jesu weiß, dass sein Geburtstag sicher nicht Weihnachten ist, und der Geburtsort mit großer Wahrscheinlichkeit nicht Betlehem ist. Dass einige Paulusbriefe eben nicht von Paulus sein können. Und dergleichen mehr. Das wird gerne geschluckt.

Und in der gleichen Öffentlichkeit verbreiten sich dann Sprüchlein und Verslein mit unsicherer Herkunft. Aber die Autorenangabe wird einfach so geglaubt. Wie nennt sich das dann, wenn man das so bei der Bibel macht? Einfach so glauben, wie es da steht? Naiv wäre die richtige Antwort. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung ist so etwas schon „Fundamentalismus“.

Dieser Widerspruch ist es, der mir an die Nerven geht. Wobei ich die Bloggerinnen und Blogger in Schutz nehme, deren Zitate ich untersuche: Sie haben sich nie wie oben beschrieben über die Bibel geäußert.

Aber für sie und alle anderen drei Tipps:

  • Macht die Zitate zu euren Aussagen. Der Autor ist nicht wichtig, wenn der Gedanke gut ist.
    Natürlich ist es  richtig und wichtig, die Quelle anzugeben. Das ist aber dann „dieses Buch“ oder „jene Homepage“.
  • Der Name des Autors / der Autorin sagt gar nichts. Auch wenn ihr es von einer Zitateseite oder dem Lieblingsblog habt. Wer wirklich wissen will, ob der kluge Mensch das so gesagt oder geschrieben hat: WikiQuote oder Google Buchsuche sind vortreffliche Hilfsmittel.
  • Zuletzt: Eine Spur Misstrauen ist immer gut. Nur weil es gedruckt irgendwo steht, oder nur weil es Bilder, Videos und Berichte über etwas gibt, muss es nicht stimmen!

Herbstlich

24. 10. 2009

Es waren schöne Herbsttage bisher. Zwar kalt, aber herbstliche Farben in der Natur.

Vorbereiten auf den Winter, Einholen der Ernte, in der Sonne Erinnerungen  an die Hitze des Sommers.

Gibt es eigentlich herbstliche Texte in der Bibel?

Mir fallen ein:

  • Prediger/ Kohelet:
    Ein herbstliches Buch mit fast schon winterlicher Skepsis.
  • Psalm 104:
    Saat und Ernte, die Ordnung in der Natur.
  • Psalm 139:
    Die Ernte – als Summe des Lebens.
  • Epheserbrief und Kolosserbrief:
    Das Ende vor Augen und trotzdem Hoffnung.
    Ein bewährtes System bereitet sich auf das Überwintern vor.

Mein Espresso und die Berichte über den Koalitionsvertrag

23. 10. 2009

Tut nicht Unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen!

Sacharja 7, 10

Die soziale Botschaft der Propheten variiert ein Thema: Die Armen werden zum Maßstab der Sozialethik. Wie es ihnen geht, sagt etwas über den gesamten Zustand der Gesellschaft.

Das gerät oft aus dem Blick. Überwiegend fasst man die Genannten heute zusammen als Hartz-IV-Empfänger. Und denen geht es schlecht. Schlechter meist als damals, als es noch Sozialhilfe gab.

In den Medien wurde oft in das Missbrauchs-Horn getutet. Auch schon, als die SPD vor fast 30 Jahren regierte. Nun haben wir wieder CDU und FDP in einer Koalition. Ob sich da soziale Wärme ausbreiten wird?

Ich bezweifle es. ich habe auch kein schlaueres Konzept. Aber mit Sacharja wird man ja noch mal erinnern dürfen: Was ist der Maßstab der Politik? Wie steht es um unsere Gesellschaft?

Die zweite Hälfte des Espresso, der Lehrtext, erinnert an die Liebe als Band der Vollkommenheit (Kolosser 3,14). Das bleibt für die, die ob der Gegenwart schier verzweifeln oder traurig resignieren. Die Liebe hat Chancen. Ich verweise auf gute Initiativen in der Blogroll. Gut,wenn es Menschen gibt, die nicht aufgeben, sondern Liebe zur Tat machen.

Bibel im Netz

8. 5. 2009

Im November schrieb ich über verschiedene Bibelübersetzungen. Vor ein paar Wochen habe ich das „Bibelportal“ der Deutschen Bibelgesellschaft entdeckt.

Es vereint den Zugang zu acht verschiedenen deutschen Übersetzungen.
Das ist nicht nur etwas für Spezialisten, sondern für alle am PC, die mal schnell einen Bibeltext nachschlagen wollen.

Für den wissenschaftlichen Gebrauch eignet sich bibelwissenschaft.de, mit Biblia Hebraica, Septuaginta, Vulgata und dem griechischen Neuen Testament.

A. J. Jacobs, Die Bibel & ich

27. 11. 2008

A.J.Jacobs, 1968 geboren, hat schon mit seinem ersten Buch „Britannica & ich“ ein skuriles Zeil verfolgt: In einem Jahr die ganze Encyclopedia Britannica zu lesen. Sein zweites Buch widmet sich der Bibel: Ein Jahr lang, hat er sich vorgenommen, will er nach der Bibel leben. Genauer: Nach ALLEN Geboten BEIDER Testamente.

Über 800 Gebote hat er erfasst, und alle will er nach und nach wenigstens ein Mal ausführen. Oder – bei grundsätzlichen Geboten – möglichst lange. Ein Jahr lang lässt er sich darum nicht Bart und Schläfen rasieren. Das Ergebnis lässt sich im Buchdeckel sehen: Auf 28 (more…)

Welche Bibel darf es sein?

13. 11. 2008

Tipps, wenn jemand eine gute Bibelübersetzung sucht.

Ich interessiere mich schon lange für Bibelübersetzungen, schon vor dem Studium. Im Studium lernte ich, wie man die Texte übersetzt. Dass andere schon viel mehr und besser gearbeitet haben, gibt ein gutes Gefühl.

Der Klassiker im evangelischen Raum: Die Lutherbibel (Revison 1984, überarbeitet 1999)

Nicht schlecht, sprachlich anspruchsvoll. Das heißt positiv, sie hat einen guten Stil. Negativ: Der Wortschatz wird nicht immer verstanden.

Ein Schlüsselerlebnis Anfang der 90er: Im Konfirmandenunterricht ließ ich das Gleichnis von Lazarus lesen. Lazarus kommt in den Himmel, dann stirbt der reiche Mann . Zwischen beiden ist eine tiefe Kluft. Eine Konfirmandin verstand das wort nicht. Sie kannte auch nicht die andere Bedeutung.

Wer die nimmt, macht nichts verkehrt.

Auch online zu lesen.

Die halb-ökumenische: Die Einheitsübersetzung

Gemeinsam evangelisch-katholisch sind Neues Testament und Psalmen. Auch in den anderen Teilen sehr gut lesbar und verständlich. Aber nicht unbedingt immer der schönste Stil. Aber fast immer auf dem Weg dorthin.

Wermutstropfen: Die neue Überarbeitung wird ohne evangelische Beteiligung kommen.

Deshalb noch schnell nachlesen, auch online!

Die ganz ökumenische: Gute Nachricht Bibel

Seit Ende der 60er wird daran herumgewerkelt, im Deutschen das Konzept der „dynamischen Gleichwertigkeit“ umzusetzen. Das heißt, zentrale Begriffe, deren Bedeutung sich gewandelt haben, werden umschrieben. Schwierige Sätze werden aufgelöst. Damit entfernte sich die GNB manchmal von der Textgrundlage, so dass dieselbe Stelle beim Vergleichen von Luther und GNB völlig verschieden klingen kann.

Was mich stört: Zahllose Füllsel blähen die Sprache auf. Sie stehen nicht im Urtext und sind unnötig, überflüssig. Zum Glück hat die GNB von 1997 das Meiste wieder herausgeschmissen. Aber um Druckkosten und Papier zu sparen, könnte man noch mal den Streich-Stift ansetzen. 😉

Der Klassiker der anderen Reformation: Die Zürcher Bibel

2007 erschien sie vollständig überarbeitet. Diese Übersetzung versucht den besten Kompromiss zwischen Textnähe und Verständnis. Sie lenkt den Blick weg von manchen gewohnten Formulierungen der Lutherübersetzung.

Hier kann man sie lesen.

Die umstrittene: Die Bibel in gerechter Sprache

Manche haben ihr Urteil schon fertig gehabt, ohne sie einmal in die Hand zu nehmen. Ein Fehler. Ich teile das Anliegen: Frauen- und Judenfeindlichkeit aufzudecken, die sozial Benachteiligten nicht zu verstecken. Das Ergebnis der langen Arbeit: eine Werkstattübersetzung, deshalb nicht aus einem Guss. Die Evangelien und der Römerbrief zum Beispiel sind gelungen, die Psalmen kaum zu ertragen. Sehr schön: verschieden Übersetzungen beim Gottesnamen: Er ist jeweils grau unterlegt, wenn das hebräische Tetragramm oder der griechische  κυριος („kyrios“) dahinter steckt.

Lesen: hier klicken!

Die krasse: Die Volxbibel

Wer’s mag: Die Bibel (bislang nur das Neue Testament) im Jugendslang. Das ernst gemeinte Anliegen verkommt oft genug zur Karikatur. Wer meint, Luther 84 wäre die „Seniorenbibel“, darf V daneben legen. Das gibt ein Kontrastprogramm.

Im Internet als Wiki.

Die schlichte: Die Basisbibel

Diesen Versuch finde ich gelungen: Die  Deutsche Bibelstiftung übersetzt gründlich neu. Bisher sind die vier Evangelien fertig. Zielgruppe ist die „Generation Internet“: neben einer Textausgabe gibt es eine DVD und über das Internet eine Community und diverse andere Angebote. Fremde Worte werden per Pop-Ups erklärt.

Die Sprache ist schlicht, mir manchmal zu spröde, aber gut verständlich.

Hier zur Übersetzung im Internet.

Die wörtliche: Die Elberfelder Bibel

Mein persönlicher Liebling. Ziemlich wörtlich, doch noch flüssig zu lesen. Zahllose Anmerkungen geben Hilfe, dem Wörtlichen noch näher zu kommen. Für mich hat diese Übersetzung etwas Unmittelbares, was die anderen nicht so haben. Man mag ihr vorwerfen, sie sei etwas für Insider. Und ich werde nicht widersprechen.

Aber lies selbst!

Was kommt danach?

6. 11. 2008

November – der Monat zum Thema Tod und Sterben. „Was kommt denn danach?“, fragte mich jüngst ein Bekannter. Mein Kopf weiß es nicht; er sieht die netten Äußerungen der Bibel, noch viel stärker aber den Tod und die Verwesung.

Aber mein  Herz hofft und glaubt: Wenigstens eine Hand, die uns auffängt, ein Netz, das sich spannt, wenn wir fallen. „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes“ – nach Römer 8. Das zumindest. Nicht weniger und vielleicht nicht mehr.

Die teils bunten, knalligen Bilder in der Bibel sind weit weg. Wenn es gut geht, nehmen sie einen mit, wie ein guter Roman: Du tauchst ein in (more…)

Das kleine Tässchen

29. 10. 2008

Eine Tasse Espresso ist ein Genuss der besonderen Art.  Mit einem kurzen Ritual hergestellt, in kleinen Tassen serviert, mit intensivem Geschmack. Das nenne ich auch spirituell. Gleichzeitig sehr im Trend, weil sich so ein Tässchen ganz schnell wegschlürfen lässt. Aber das hat Tradition.

Auf spiritueller Ebene sind es die Losungen. Zwei Bibelverse, die lassen sich schnell mitnehmen für den Tag. Aber ob ich bei den Losungen wie beim Espresso sagen kann, ich würde es besser vertragen als alles andere? Nicht so ganz.


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