Posts Tagged ‘Bahn’

Zweite Durchsage

14. 6. 2016

„Hier spricht noch einmal der Lokführer. Natürlich waren es Raucher, die den Brandmelder in Gang gesetzt haben. Wenn die Anlage resetet ist, können wir in ein paar Minuten weiterfahren. Danksagungen richten Sie bitte an die Herrschaften im mittleren Teil des Zuges.“

Rechnen mit der Bahn

11. 5. 2013

Bahncard 25, 2. Klasse:

2 verheiratete Erwachsene, 2 Kinder, 6 bis 18: 91 €
2 verheiratete Erwachsene, 1 Kind, 6 bis 18:    81 €
2 verheiratete Erwachsene, kein Kind bis 18:  102 €

Mit Überschallflieger nach Bonn

20. 7. 2011

Da habe ich Augen gemacht: Ich rief die Fahrplanauskunft des VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) auf und wollte von Asbach nach Bonn, mit Bus und Bahn. Es eröffneten sich kühne Pionierleistungen:

Mal eben so in zwei Stunden mit etwa 6.000 km/h durch die Gegend düsen – das war vor drei Jahren noch ein Traum, und jetzt kann er in Asbach wahr werden!

(Aufs Bild klicken, schauen und stauen!)

Nervendes Püppchen

14. 4. 2011

Danke für die freundlichen Rückmeldungen zum Beitrag von vorgestern. Geölt und geschmiert lässt sich Reibung ja besser aushalten. Es folgt nämlich das Gegenbeispiel zu Dscheijsn Gebastian.

Nach dem Kaffeetrinken am Kiosk des Bahnhofs Geithain machte ich es mir im Zug gemütlich. Kurz vor Abfahrt trudelte der  Schienenersatzverkehr ein. Schräg links von mir und teils auch in der Reihe hinter mir siedelte sich eine ausgeweitete Kleinfamilie an. Mitwirkende waren: schräg links, mir  gegenüber:  Enkelin Hanna (5 Jahre, am Fenster) und Opa, denen gegenüber, links in der Reihe neben mir: Oma (am Fenster) und Schwiegertochter. Hinter mir quartierte sich der Enkel Ingo (7 Jahre) ein, samt seinem Vater, im Folgenden aber Sohn genannt , weil er ja Oma und Opas Sohn war. Der Sohn hatte aber auch öfters eine stehende Rolle.

Direkt am Anfang schon wurde der Sohn aktiv, gab sich und Opa ein Schnapsglas, bot es den beiden Frauen an und verteilte eine Runde klares Zeugs (Wacholder, Wodka?), dazu gab es ein Fläschchen Bier. Lecker, wenn man so daneben sitzt und sich vorstellt, wie der nach dem Familienausflug angeregten Magen eine dicke Portion Alk bekommt. Die Herren waren es gewohnt, es passierte kein Unfall mit dem Mageninhalt.

Enkel Ingo sollte sich hinlegen und ein wenig ausruhen  – mit der Lizenz zum schlafen. Das Beste, was er tun könnte.

Mir war kein Schlaf vergönnt, ich musste die Viererrunde ertragen (auch der Sohn hielt sich zurück). Von der Schwiegertochter kam fast nur Rascheln in der ausgepackten Frauenzeitschrift. Oma kam aus Südthüringen oder Franken, alle anderen befanden sich sprachlich im Heimatland. Die süße Enkelin Hanna plapperte munter drauf los, und nach ein paar Minen fragte ich mich, warum mich dieses Kind so nervt.

Um es kurz zu machen: 1. sprach Hanna recht laut. 2. redete sie fast ständig so, wie meine Kinder sprachen, wenn sie Babys imitierten. Also nasal-quiekend. Irgendwann war wohl die Schwiegertochter (also die Mutter des Kindes) auch davon genervt und ließ zwischen zwei Raschelmomenten deutlich vernehmen „Nu rääd mol vernünftsch!“

Das half für zwei Minuten und ich konnte wohl die normale Stimme von Hanna vernehmen. Sie war leiser, aber nicht viel tiefer als die Babyimitation. Recht bald fiel sie weder in den Kleinmädchen-Nervpüppchen-Ton zurück.

„Stups, der kleine Osterhase“, das sang sie auch noch. Aber o nein, da weckte der Sohn den Enkel, denn das war Ingos Ressort. Ruckzuck war Ingo in Sitzposition, damit er Oma und Opa zeigen konnte, dass er es auch singen konnte. Aber Nervkind Hanna wiederholte es erneut.

Zum Glück kam bald Chemnitz Hauptbahnhof, die Familie musste ganz dringend einen Anschluss kriegen, und ich habe sie gerne vordrängeln lassen.

Regionale Ansage

13. 4. 2011

Zwischen Geithain und Bad Lausick fährt der Schienenersatzverkehr. Wenn der dieselgetriebene Zug aus dem Chemnitzer Hauptbahnhof ausfährt, klingt das so:

Ich fuhr dann über eine andere Strecke.

Wann sind wir endlich da?

12. 4. 2011

In Fulda setzte sich die Oma mit dem Enkel in die Reihe vor mir. Vermutlich hatte sie den kleinen Jason ein paar Tage gehütet, denn sie schien etwas überfordert. Irgendwann machte sich Jason, geschätzt zwischen vier und fünf, selbständig und machte Turnübungen. Eine gute Chance, seine Aggression auszuleben. Er stellte sich zwischen zwei Reihen, stemmte sich hoch und strampelte wild mit den Beinen.

Mir kam es ein bisschen sehr aggressiv vor. Na ja. Irgendwann traf er mein Schienbein. Ich war erbost und äußerte das spontan und eindeutig. Großmutter raunte ihm etwas zu. Held Jason schaute mich entschlossen an, hielt die Lippen zusammen und murmelte „Mschulmemm-m“. Ich ahnte, was das heißen sollte, aber ein bisschen deutlicher könnte er ja doch noch. „Was hast du bitte gesagt?“ „Ömschulmimumm.“ Das akzeptierte ich. Ich musste ja nicht Jasons Logopäde werden.

Dann krabbelte er auf seinen Sitz, ließ sich was aus einem Buch vorlesen, traktierte den auf leise gestellten Gameboy, bekam von Oma etwas zu essen. Nahezu himmlische Ruhe, ich konnte sogar ein wenig dösen.

So verging die Zeit. Ich, wieder munter, sah Jason im Gang. Er spielte mit einem anderen Kind. Wie schön Bahnfahren sein kann!

Leider war der Spielkumpel bald ausgestiegen und Jason begann wieder seine Sportübung. Natürlich hielt er gebührenden Abstand zu mir. Aber nun dachte ich mir: Er ist gelangweilt und ich kriege eh nichts anderes getan, dann ans Werk zum Rollenwechsel! So winkte ich ihn her zu mir und raunte ihm zu: „Hast du Langeweile?“ Er nickte, und das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Sie hielt bis zum Hauptbahnhof Leipzig.

Er setzte sich neben mich, wir tauschten unsere Namen aus, er ließ sich von Oma ein Spielzeugauto reichen und ließ es über Sitze und Lüftungsschlitze sausen. Wir schauten uns ein paar Fotos in der unvermeidlichen „mobil“ an. Schöne Tierbilder gab es da.

Und derlei Späße mehr. Das Vertrauen wuchs und er sagte mir sogar seinen ganzen Namen: „Jason Gebastian Kurz“. Wie gesagt, ich musste ja nicht sein Logopäde werden.

Leipzig kam, die ersehnte Mama war nicht mehr weit, er warf sich sein Rucksäckchen um und schnappte den eingetüteten Roller. Der junge Sachse sagte natürlich (ich bin vielleicht doch ein verhinderter Logopäde) immer „Rollor“ dazu. Wir verabschiedeten uns und ich hatte ab Leipzig den Weg durch die sächsische Provinz vor mir. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Was soll ich sagen?

11. 4. 2011

Ich muss noch die Links einsetzen, damit ich die Berichte über’s Bloggertreffen in Chemnitz mit meinen Erinnerungen vergleichen kann.

So viel schon jetzt: Ich bin nicht nach Děčín gefahren, obwohl es auf meiner Fahrkarte stand. Zum Ausgleich hatte ich einen Aufenthalt in Geithain, den ich nicht bestellt hatte. Das Bahnhofskaffee bot Kaffee & Kuchen für 1,50 Euro, gab ihn für 1,30, weil der Käsekuchen schon vom Vormittag war, und das versüßte die Zwangspause. Denn der Kuchen schmeckte immer noch hervorragend.

Zwischenruf: Stuttgart irgendwas

4. 10. 2010

Dass wir uns nicht missverstehen: Diese Polizeaktion war unnötig gewalttätig.

Aber das Ganze um Stuttgart 21 finde ich eigenartig. So ein Bauvorhaben durchläuft ein Planungsverfahren. Und natürlich drücken die Verwaltungen und politischen Entscheider massiv ihre Interessen durch. Und natürlich werden dabei Bürgeranträge und -anliegen missachtet. Das gehört fast schon zum Spiel, leider.

Aber wenn der Plan einmal steht, ist er gültig, ist rechtens. Proteste nützen etwas während des ganzen Verfahrens. Und kurz nachdem er in Kraft getreten ist. Wenn die Bagger rollen, ist es im Grunde zu spät.

Dass wir uns nicht missverstehen: ich lehne Stuttgart 21 ab. Und ich wünschte, die Proteste erreichten etwas. Aber die Sache ist schon seit Jahren in der Welt. Warum kommt der große Widerstand erst jetzt?

Das letzte Kursbuch

12. 12. 2008

Zum Sonntag erscheint es  zum letzten Mal regulär. Danach ist das Kursbuch der Bahn Geschichte.  Nur noch 19.000 Exemplare gehören zu dieser Auflage. Das rentiert sich nicht mehr für die Bahn. Stattdessen gibt es eine Silberscheibe.

Und natürlich das Angebot im Internet. Das brachte dem dicken Buch wohl den Garaus, und hier bekenne ich mich schuldig: Seitdem Internet im Haus ist, nutze ich die Suche der Bahn. Seither kam kein Kursbuch der DB mehr ins Haus. (Ein paar Jahre vorher auch schon nicht, aber das ist eine andere Geschichte.)

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