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Integlaubwürdivorbild 3

21. 3. 2012

Eigentlich wollte ich um das Thema herumschiffen, aber wie die Kommentare zeigten, ist das im Moment beim Thema Bundespräsident nicht möglich.

In loser und hoffentlich rascher Folge betrachte ich die Wörter

Ich bin in Verzug gekommen. Aber nun haben wir einen neuen Buprä, jetzt wird es Zeit…

Nun noch  zum Vorbild. Der letzte Bundespräsident wurde mit der Forderung, eins zu sein, seltener konfrontiert. Vielleicht, weil die Person bei den bisherigen gesetzten Herren weniger im Vordergrund stand.

Aber unsereiner, im Pfarrberuf, kriegt das öfter zu hören. Denn die Erwartung, dass Person und Beruf übereinstimmen, ist hier besonders hoch.

In früheren Jahren bekam ich des öfteren zu hören: „Der Pfarrer soll ein Vorbild sein“. Das konterte ich ab irgendwann mit dem Satz: „Ich bin ein Vorbild.“ Leider verebbten dann die meisten Gespräche. Schlechtes Gewissen machen ist halt einfacher als einem messianischen Selbstbewusstsein zu begegnen. :mrgreen:

Damals war ich in manchem konsequenter als heute. Würde ich das heute auch noch erwidern? Ich meine schon. Ich bin in vielem kein Glanzpapier-Vorbild. Aber wenn jemand über konkrete Punkte der Lebensführung oder des Glaubens reden möchte, gerne. Ich bin auch vorbildlich darin, die Kompromisse meines Lebens einzugestehen. Es sind unvollkommene Menschen, die Vorbilder sind. Manche haben aber gute Ikonenmaler…

Wer noch von euch will Vorbild sein? Und worin?

Integlaubwürdivorbild 2

1. 3. 2012

Eigentlich wollte ich das Thema umschiffen, aber nun betrachte ich die Wörter Integrität, Glaubwürdigkeit und Vorbild.

Heute zur Glaubwürdigkeit.

Mir wurde bei Ordination und Einführung in die Pfarrstelle auf erlegt, dass mein Zeugnis glaubwürdig sei. Zum Glück nicht meiner Person, sondern meinem Zeugnis. Soll es davor bewahren, die Person zu überfordern und zu überhöhen. Wer ist schon „würdig“ für den „Glauben“ an…? Jemand mit „messianischem Selbstbewusstsein“ vielleicht.

Und gibt es nicht ein Überfordern in eine andere Richtung? Niemand kann eine Person so gut kennen, um ihre Glaubwürdigkeit angemessen beurteilen zu können.

Interessant finde ich: Ist Glaubwürdigkeit ein Wert, den nur andere von außen bemessen können? Welche Faktoren machen es mir möglich,  ich selbst als glaubwürdig zu sehen?

Es kann ja nicht nur von außen passieren, denn sonst zerreiben einen die unterschiedlichsten Ansprüche. Die passen nicht alle unter einen Hut.

Für mich selbst denke ich: Man kann tun, was man will „gepfiffen wird immer“, hat Ernst Lange über den Pfarrberuf geschrieben. Bleibt vielleicht nur, selbst darauf zu pfeifen, den als richtig erkannten Weg zu gehen und dabei, wenn es geht, frohgemut zu bleiben, sich, sein Gewissen und seine Motivation dann und wann zu überprüfen.

Besseres in petto, werter Leser? Andere Vorschläge, verehrte Leserin?

Integlaubwürdivorbild 1

28. 2. 2012

Eigentlich wollte ich um das Thema herumschiffen, aber wie die Kommentare zeigten, ist das im Moment beim Thema Bundespräsident nicht möglich.

In loser und hoffentlich rascher Folge betrachte ich die Wörter

  • Integrität
  • Glaubwürdigkeit
  • Vorbild

Heute zur Integrität.

Es ist oft die leiseste Forderung an öffentliche Personen: die Integrität.

Vom lateinischen Wortsinn geht es um Unversehrtheit, Reinheit und Redlichkeit. Im heutigen Wortgebrauch sehe ich es eher bei der Überzeugungskraft der Person. Für mich schwingt mit: Die Persönlichkeit soll ganz, von unten nach oben, von vorn bis hinten eindeutig sein.

Was strahlt eine/r aus, die/ der ein Amt bekleidet? Und gibt es eine kontinuierliche „Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln“ (so Wikipedia zum Stichwort)?

Integer sein, ja, das hat was.
Auch für euch?

Der oberste Staatsjob

24. 2. 2012

Da fällt mir ein: Was muss so ein Bundespräsi eigentlich alles können und was darf er nicht. Schauen wir mal ins GG:

Er darf „weder der Regierung noch einer gesetzgebenden Körperschaft des Bundes oder eines Landes angehören.“ Und er “ darf kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrate eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören.“ (GG Art. 55) Er soll nicht wirtschaftlich abhängig sein – das war ja die Krux vom zukünftigen Vorgänger.

Wenn er „Anordnungen und Verfügungen“ erlässt, muss der die das Kanzler oder der die zuständige Minister gegenzeichnen. (GG Art. 58)

Was ist nun sein Aufgabe? „Der Bundespräsident vertritt den Bund völkerrechtlich. Er schließt im Namen des Bundes die Verträge mit auswärtigen Staaten. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten.“ (Art. 59 [1]) Und auch bei Verträgen, irgendwer anders muss zustimmen.

Im Innern: GG Art. 61:
„(1) Der Bundespräsident ernennt und entlässt die Bundesrichter, die Bundesbeamten, die Offiziere und Unteroffiziere, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
(2) Er übt im Einzelfalle für den Bund das Begnadigungsrecht aus.
(3) Er kann diese Befugnisse auf andere Behörden übertragen.“

Art. 82 (1) „Die nach den Vorschriften dieses Grundgesetzes zustande gekommenen Gesetze werden vom Bundespräsidenten nach Gegenzeichnung ausgefertigt und im Bundesgesetzblatte verkündet.“

Welche Anforderungen bleiben also? Jenseits der 40, lesen und schreiben können.Rechtskundig sein ist von Vorteil, aber da gibt es ein paar Berater im Präsidialamt.

Sonst noch etwas? Vom Grundgesetz her nicht.

Alles weitere ist Tradition und Erwartungshaltung. Oder?

Herr W. und Herr G.

23. 2. 2012

Der Herr W. ist gegangen. Zum Jahreswechsel schwankte die Affäre für mich zwischen „Der hat Sachen gemacht, die er nicht hätte machen dürfen“ und „Der hat beim Empfang der Zeitung X. zwei Kaviarbrötchen eingepackt“. Nu war deutlich, es waren wohl doch üble Sachen.

Für mich war nicht die Glaubwürdigkeit von Herrn W. ein Problem. Man kann so lange in der Vergangenheit eines Menschen porkeln, bis man etwas findet und er nicht mehr glaubwürdig ist. Herr W. hat Sachen gemacht, die er als Ministerpräsident nicht hat machen dürfen. Und dann hilft auch die Flucht ins höchste Amt nicht. Gut, dass er ging.

Jetzt scheint man das Spiel „Wir jagen die Sau durchs Dorf“ mit Herrn G. weitermachen zu wollen. Es soll eine Katastrophe sein, wenn Herr G. seine Meinung sagt. Weil sie anstößig sei. Nun disqualifiziert eine anstößige Meinung nicht für dieses Amt. Selbst Schlimmeres ließ sich schon verkraften:  Deutschland hat z. B. einen Präsidenten mit Nazi-Vergangenheit überlebt, der oft Unfug von sich gab.
Der Unfug kam von einer schweren Krankheit, das war eher traurig. (Metastasen im Hirn, keine Demenz, obwohl es manchmal so wirkte.)

Soll Herr G. also lustige Sachen erzählen, Hauptsache er weiß, was er wann wo unterschreibt – und was besser nicht.

Hände vom Herz zum Kopf

29. 9. 2008

Am Sonntag (28.09.) habe ich einen „Segen der besonderen Art“ ausgeteilt: Tabea Schroer, die nach Uganda geht (siehe Blogroll). Entsenden konnte sie die Kirchengemeinde gar nicht. Aber einen Segen geben.

Was mache ich da, wenn ich die Hände auflege und segne? Was passiert da? (more…)


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