Archive for the ‘Vom Herz zum Kopf’ Category

Die Presse hält der evangelischen Kirche den Spiegel vor

2. 9. 2016

Was ist das für ein Rauschen im Blätterwald? Seit einem Vierteljahr, beobachte ich, dass profane, säkulare Zeitungen kirchliche Arbeit grundsätzlich bejahen oder die evangelischen Kirchen sogar an die eigentlichen Aufgaben erinnern.

Warum das gerade jetzt passiert? Ich habe Vermutungen, aber keine Gewissheit. Ich beobachte eine Schieflage, die allmählich gekommen ist: die Selbstvergessenheit nimmt wohl zu. Oder?

 

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Wellenverminderung

14. 4. 2016

Das habe ich erst in den letzten Wochen  mitbekommen: Zum Jahreswechsel haben die letzten deutschen Sender die Ausstrahlung über Mittel- und Langwelle eingestellt.

Eine glorreiche Geschichte war damit verbunden. Ist UKW doch eine späte Entwicklung, verglichen mit den anderen Wellen.

Eine glorreiche Geschichte: In den Siebzigern hörte ich samstags und sonntags nachmittags gerne den Deutschlandfunk. Etwa wenn ich Briefmarken ablöste und trocknete. Auf UKW gab es entweder ernsteste Musik oder Fußballfußball. Doch der Deutschlandfunk sendete Informationen, Wortbeiträge. Jedoch nur auf Mittelwelle oder Langwelle. Die eine Welle schwankte, die andere hatte Pfeiftöne.

Das sind sicher auch Gründe, warum die beiden Wellen verschwunden sind. Und den Deutschlandfunk kann ich nun auch über UKW hören. Ohne Schwanken oder Pfeifen. Nur Briefmarken sammeln habe ich mir abgewöhnt.

Blick auf eine Stadt

29. 3. 2016

Bonn kenne ich seit 35 Jahren, ich habe dort studiert, gewohnt und die ersten Jahre im Beruf verbracht. Mittlerweile bin ich nur zu kulturellen Anlässen dort (wozu ich jetzt auch Einkäufe zähle).

Es hat sich viel verändert in der Innenstadt. Damals gab es sechs Buchhandlungen, jetzt sind es noch zwei.

In den letzten zwei Jahren ist es massiv: In der Nähe der Uni haben zwei nette Cafés schließen müssen und was stattdessen kommt, ist noch nicht abzusehen. Und neulich entdeckte ich einen Aushang am angestammten Hutgeschäft: nach 80 Jahren habe der Vermieter gekündigt. Ein neuer Ort werde noch gesucht, hieß es damals. (Mittlerweile gibt es eine neue Bleibe.)

Was soll das werden?, frage ich mich.

Fast schon Karneval

4. 2. 2016

Karneval muss ich nicht, aber das hier ist auch ganz lustig.

Jochen Malmsheimer, Das Wurstbrot

Heute beginnt mit Weiberfastnacht der Höhensaus des Karneval.

Die mit der Bibel drohen: Evangelikale vs. EKD

26. 1. 2016

Ein innerevangelischer Streit. Auf Facebook hatte das jemand verlinkt. Ich finde diesen Beitrag gut und richtig.

Christoph's Columne

Also: wie ihr sehen könnt, lese auch ich in der Bibel. Nicht, das es nachher aus gewissen Kreisen heißt: der weiß ja gar, von (über) was er da schreibt. Doch. Weiß er. 😉 Aber: zum Thema!


Auffällig ist ja, dass das keiner so laut sagen möchte. Dass es diese Polarisierung gibt. Auf Nachfrage wird da immer auffällig schnell abgewiegelt.

Dennoch ist diese Polarisierung da und wird mit jedem Tag lauter. Sie spiegelt sich immer öfter nicht nur in vielen evangelischen Medien, auch Tages-und Wochenpresse haben sich bereits eingeklinkt.

Denn gibt viele bemerkenswerte Ereignisse.

Dazu gehört ganz sicher der Ausbruch des Herrn Parzany (Pastor i.R.; Ex-Vorstand Deutsche Evangelische Allianz; Ex-Agitator und Anführer der evangelikalen ProChrist Bewegung), der im Ruhestand seine Füße nicht stillhalten kann und sich erneut eine Bühne sucht.

Nun könnte man sagen: Meinetwegen. Das machen andere ja schließlich auch.

Aber: In Zusammenarbeit mit einem populistisch agierendem…

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Halber Mantel und die Folgen

18. 11. 2015

„Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. „
Matthäus 25, 40

Das hört auch Sankt Martin in seinem Traum. In der Nacht, nachdem er den Mantel mit dem Bettler geteilt hat. Und der Bettler, so sagt der Traum, ist niemand anders als Jesus Christus selbst.

Dass jemand reitet, ist kein Problem. Dass jemand seinen Mantel mit dem Schwert teilt, ist originell. Einzigartig ist der Traum. Er ist die Pointe der Geschichte. Und doch wird er gerne vergessen.

Zum Nachdenken: Beständigkeit

29. 10. 2015
  • Was halte ich für beständig?
  • Bin ich beständig?
  • Ist Beständigkeit eine gute oder eine schlechte Eigenschaft?

Das Leben hält…

27. 10. 2015

Das Leben hält mich auf Trab. Obwohl Galopp eher stimmt.

Fülle und Kraft

25. 8. 2015

„Ich persönlich habe als Predigerin oft das Gefühl, ich bin nur dazu da, um den Bibeltext richtig zur Wirkung zu bringen – mehr muss ich eigentlich gar nicht machen. Die Kraft kommt ja nicht aus mir, sondern aus den Geschichten, die da erzählt werden.“

Katharina Oxen
http://www.weblogs.evangelisch.de/inhalte/88028/02-09-2013/kathrin-oxen-schrumpfen-der-vereinskirche-kein-verlust

Auch da sagt Katharina Oxen wieder etwas, was ich anfangs unterschätzt habe. In den letzten Monaten predige ich so: Es sind keine dicken Striche, die ich von damals in Heute ziehe. Eher zarte Linien: ich versuche den Text zu erklären; suche den Punkt, wo es mich trifft oder wo ein Widerhaken ist. Und davon rede ich.

Weisheitsgeschichten sind seitdem viel seltener von Belang und Selbstgedichtetes erst recht.  Nicht wer predigt, bringt die Fülle. Das wäre anmaßend. Fülle wird geschenkt. Wenn sie kommt, kann sich auch eine schlechte Predigt nicht dagegen anstellen… 😉

Zielgruppen oder was?

21. 8. 2015

„Es braucht keine Zielgruppen-Gottesdienste, wenn die Liturgie und Predigt gut gestaltet ist und die, die kommen, gut bedacht sind.“
Katharina Oxen

http://www.weblogs.evangelisch.de/inhalte/88028/02-09-2013/kathrin-oxen-schrumpfen-der-vereinskirche-kein-verlust

Auch hier stimme ich zu. Sorgfalt statt Verzetteln, so nenne ich die Alternative. Auch in Westdeutschland wird es auf dem Land nicht allzu viele „alternativen“ Gottesdienste geben. Hier geht es eher um ein stabiles Angebot. In den Städten kann es anders aussehen.

Ich habe es jedenfalls genossen, in der Doppelaufgabe „eigene und Vertretungs-Gemeinde“ überwiegend „klassische Gottesdienste“ zu feiern. Schöne Lieder auswählen und gute Gedanken für eine Predigt finden – das hat mir Freude gemacht.

 

Das Sterben der „Vereinskirche“ und anderes mehr

20. 8. 2015

Damals, vor fast zwei Jahren, habe ich erst einmal gestutzt. Was meint sie denn? Sie: Kathrin Oxen, Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur der EKD in Wittenberg.

Sie sagte in einem Interview mit evangelisch.de, das Schrumpfen der „Vereinskirche“ sei kein Verlust. Und mit Vereinskirche meint sie „Kaffeekränzchen…, Ausflüge, Sport, Basare et cetera“.

Das ganze Interview steht hier:
http://www.weblogs.evangelisch.de/inhalte/88028/02-09-2013/kathrin-oxen-schrumpfen-der-vereinskirche-kein-verlust

Recht hat sie, meine ich. Das können andere Anbieter nämlich auch. Und manches sogar besser. Was die evangelische Kirche kann, ist anderes. Ihr Alleinstellungsmerkmal* ist eben die Predigt, der Gottesdienst, vielleicht noch was Ethisches inklusive Diakonie. Und zu Predigt und Gottesdienst sagt sie auch einiges – was mir mir jetzt sogar besser gefällt als vor zwei Jahren.

Denn die evangelische Kirche reibt sich auf für solche Nebensachen. Eine der Nebensachen ist in meiner, der Rheinischen Kirche, die Umstellung der Haushaltsführung. Die klappt hinten und vorne nicht. Das einzuführen und gleichzeitig zu retten verschlingt Geld, bindet Arbeitskräfte und verschleißt ehrenamtliches Engagement. Da fragt man sich als langjähriger Profi schon, was eigentlich wichtig ist in der Kirche. Die Veranstaltungen der Vereinskirche sind es jedenfalls nicht. So weh das auch tut. Weil ich Kaffeekränzchen so gerne mag.

*: ein Wort aus der Mode-Klamotten-Kiste. Früher sprach man vom „Eigentlichen“ oder „Proprium“ oder „Schwerpunkt“. Oder man hätte im ganzen Satz gefragt „Was macht uns einzigartig?“Aber sechs Silben am Stück sind einfach eine Wuchtbrumme.

So kann’s gehen

16. 7. 2015

Nix im Ärmel, nix im Eimer,
aber jeden Tag was schreiben wollen.

So was kommt dabei heraus.

Keine Musik

13. 4. 2015

Ist alles gesagt? Wäre schweigen angebracht? Wem hilft reden?

neues leben

5. 4. 2015

was sucht ihr den lebendigen
bei den toten?

neues leben für ihn
aus dem grab
verwandelt

neues leben für uns
weil auch wir
verwandelt werden

neues leben schon jetzt
weil er verwandelt
was gestorben scheint

Ein frohes Osterfest in Nah und Fern!

 

 

Gutes Land, Wasser und heilende Blätter

22. 1. 2015

Losung und Lehrtext für Donnerstag, 22. Januar 2015

Der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind.
5.Mose 8,7

Der Seher Johannes schreibt: Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Offenbarung 22,1-2

Was für erfrischende Worte! Ein gutes Land, das Wasser hat, Kulturland, denn auch Brunnen sind darin. wir gehören zur Seite der Welt, die nicht zum nächsten Brunnen  laufen muss, um frisches Wasser zu genießen. Das vergessen wir leicht. Und dennoch sind in wasserarmen Gegenden schon diese Brunnen ein Segen.

Die Offenbarung steigert  das noch: Das Wasser vom Thron Gottes ist so gut, dass es Bäume bewässert, die jeden Monat Frucht bringen. Unvorstellbar.

Doch das dicke Ende kommt zuletzt: „die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker“. In Kapitel 22 – also nachdem Gott (Kapitel 21) die Tränen der Menschen reichlich abgewischt hat, ist immer noch von Heilung die Rede. Heilung der Völker – nicht die Einzelnen. Weltgeschehen.

So sehr sieht Johannes die Welt verwundet, dass sie immer noch Heilung nötig hat, während bereits die Tränen der vielen Einzelnen getrocknet sind. Niemand schätze die Wunden gering ein, die auf der Welt zugefügt sind, die sich Völker gegenseitig antun und immer wieder antaten.

Mich hat dieses Bild ergriffen, daher…

 

Altes neu: Über die Stille

21. 1. 2015

Es geht um die Stille. Nichts hinzuzufügen…

https://theomix.wordpress.com/2008/10/13/schones-uber-die-stille/

Kleine Momente, kleines Fest

6. 1. 2015

Zweiter Sonntag nach Weihnachten, der letzte mögliche weihnachtliche Gottesdienst. In Kircheib.

Hinter verschneiter, vereister Straße wartet die kleine Kirche mit wohliger Wärme. In den Bankreihen vor dem erleuchtetem Christbaum trifft sich einen kleine Runde, im Licht von zig Kerzen, die über die Kirche verteilt sind.
Die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus ist schon nicht mehr weihnachtlich. Eben noch Windeln, jetzt ein widerborstiger Kerl. Schert sich nicht um seine besorgten Eltern und diskutiert lieber mit Gebildeten.

Nach dem Gottesdienst Aufräumen. Kurz bleibt das „Stammteam“ beisammen, der Pfarrer, die Küsterin, die Organistin und die Presbyterin. Jeder macht, nach eigenem Zeitmaß, ein paar Handgriffe, das große Aufräumen ist eh erst in den nächsten Tagen. Der Pfarrer sammelt Teelichte auf den Kämpfern ein. Er muss sich nur ein wenig recken und nicht wie die Küsterin auf eine Leiter klettern. So wird für ihn der Abschied von der Weihnachtszeit zu einem „aufstrebenden Ereignis“ .2015-01-04 15.08.01

Nachmittags kommt schon das Neue: Zurück von einem kleinen Weg, kurz vorm Haus, trifft die Familie auf die Sternsinger. Beide haben sich um Haaresbreite verpasst, und die Begleiterin fragt, ob sie denn jetzt noch einmal…
Das Ja ist gesprochen, Schuhe und Mäntel kaum abgelegt, schon biegen vier (ja, wirklich!) fein verkleidete Königinnen (ja, wirklich!) um die Ecke und klingeln. Singen ihr Lied, sagen einen Reim, empfangen eine kleine Gabe und hinterlassen ihren Kreidegruß.

 

Kleine Momente. Mach es wie Maria, hieß es in der Predigt: denn „seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.“ Und siehe, hier waren mehr als Worte…

Und nun ist ein neuer Abschnitt im Kirchenjahr da: Heute ist Epiphanias. Durch das Erlebnis am Sonntag jetzt auch „Heilige Vier Königinnen“. 🙂 Einen schönen Fest-Tag!

 

Neujahrsimpression

3. 1. 2015

Da stehen sie, die vier jungen Männer, schwatzen und lachen, während die Alten sich schon ins Haus zurückgezogen haben: der Archäologiestudent, der Medizinstudent, der angehende Koch und der Abiturient. Sie kennen sich schon lange. Zehn Jahre her, da waren es Grundschulfreunde.

Später am ersten Tag des neuen Jahrs ist mir nicht weniger Grau in Bart und Haar. Doch das Leben, das Leben, es ist da und weicht nicht. Mag seine Frische auch wandern.

Weihnachten wird überschätzt

23. 12. 2014

Kurt Marti, 93, im Gespräch. Seine Gedichte und Predigten waren mir lange Zeit sehr wichtig. (Soll ich sagen, sie haben mich geprägt?) Auch wenn  er unter dem Alter leidet, er hat noch etwas zu sagen. Zu Weihnachten, wie wichtig Zweifel ist und welche Chancen die reformierte Kirche hat….

Hier geht es zum Gespräch.

Danke an Wolfgang Vögele für den Hinweis!

So was auch

18. 12. 2014

Da fahr ich zur Schule, zum Unterricht in der ersten Stunde. Ich horche in mich hinein und freue mich meines Lebens. So sehr, dass ich nach einiger Zeit feuchte Augenwinkel bemerke. Dankbarkeitssentimentalität.

Ah ja, ist auch nicht viel los auf der Straße. So was auch.


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