Mein theologisches Selfie

Mit ganzem Herzen bin ich evangelisch. Wenn ich zu wählen hätte, wäre ich reformiert.
Das liegt wohl am rheinischen Protestantismus. Ich bin an mündige Christenmenschen gewöhnt.
In der Familie gab es einerseits einen Hang zu Freikirchen. Andere hatten der Kirche den Rücken gekehrt. Fromm sein wurde für mich ebenso wichtig wie den Glauben in Frage zu stellen.

Ich hatte Religionsunterricht bei einem alten Pfarrer und über die Schule hinaus auch Kontakt zu ihm. Er hatte den Kirchenkampf durchgemacht. Das waren Geschichten, die wirkten im Laufe der Zeit.

Der Pfarrer meines Konfirmandenunterrichts war ein lieber Mensch. Er hat wohl auch zur Berufswahl motiviert. Danach dann in der Jugendarbeit: u. a. Blaukreuz-Jugendkreis, durchaus missionarisch.

Ich habe gerne studiert und Theologie als Wissenschaft schätzen gelernt. Mir ist nicht bewusst, dass ich zu irgendjemandes Schule gehöre. Es waren mehrere, die ich gerne gehört habe.

Der Kontakt mit Menschen aus Migrantengemeinden hat mich aufgemischt. Ich frage mich seither: Wie kann ich das Evangelium weitergeben, dass es die Herzen berührt? Und ich kam dadurch den Charismatikern nahe: Warum nicht die Gaben erbitten und anwenden: Hände auflegen, zum Segen oder um böse Mächte im Namen Jesu vertreiben. Aber müssen es diese Lobpreislieder sein?

Ich war mal nahe bei urbaner Spiritualität und bin jetzt in der ländlichen Frömmigkeit.

Ich kenne etwa 15 Menschen aus dem Iran, die jetzt in Österreich leben; einige von ihnen habe ich getauft. Ihre Geschichten, warum sie den Iran verlassen haben, und ihre Art zu glauben machen mich demütig.

13 Antworten to “Mein theologisches Selfie”

  1. Hase Says:

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag !!!!!
    alles Gute und Gottes Segen für dich 🙂

  2. Diana von Eynern Says:

    Lieber Jörg, Dir herzliche Geburtstagsgrüße und beste Wünsche für Dein neues Lebensjahr!
    Diana

  3. wildgans Says:

    Ja, von ganzem Herzen schließe ich mich an, gerührt über die Schilderung deines Lebens- und Glaubensweges!
    Gruß von Sonja

  4. emhaeu Says:

    Ich glaube, ich bräuchte mal einen Crashkurs betreffs der Unterschiede zwischen evangelisch, reformiert, freikirchlich ….🤓

    • theomix Says:

      Gerne.
      Evangelisch: der Oberbegriff der Konfession.
      Reformiert: nicht von Luther ( dann waries ja „lutherisch“), sondern von Zwingli, Calvin und anderen her. Äußerlich sind Kirchen meist mit weißen Wänden, ohne Bilder und ohne Kreuz, auf dem Tisch (statt Altar) liegt die Bibel, aber Kerzen und Kreuz (höchstwahrscheinlich) nicht.
      Freikirchen: verzichten auf die staatliche Unterstützung und das Recht Steuern einzuziehen. Die Freikirche, die ich aus Elternhaus und Jugendzeit kenne, tauft keine Kinder, niemand trägt ein besonderes Gewand und die Entscheidung des einzelnen für den Glauben ist inhaltlicher Schwerpunkt.
      Danke der Nachfrage!

  5. Wolfram Says:

    Oh, Theomix hat Geburtstag (gehabt)! Alles Gute und viel Segen für das anbrechende Lebensjahr!

    Mein theologisches Selfie sähe gar nicht so viel anders aus. Der erste Absatz wäre anders, und die Details natürlich auch, aber ich habe den Eindruck, das Ergebnis ist ähnlich. Bis hin zu den Lobpreisliedern, die mich jetzt gerade wieder einholen, nachdem ich sie lange hinter mir gelassen hatte.

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