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Mein theologisches Selfie

21. 2. 2021

Mit ganzem Herzen bin ich evangelisch. Wenn ich zu wählen hätte, wäre ich reformiert.
Das liegt wohl am rheinischen Protestantismus. Ich bin an mündige Christenmenschen gewöhnt.
In der Familie gab es einerseits einen Hang zu Freikirchen. Andere hatten der Kirche den Rücken gekehrt. Fromm sein wurde für mich ebenso wichtig wie den Glauben in Frage zu stellen.

Ich hatte Religionsunterricht bei einem alten Pfarrer und über die Schule hinaus auch Kontakt zu ihm. Er hatte den Kirchenkampf durchgemacht. Das waren Geschichten, die wirkten im Laufe der Zeit.

Der Pfarrer meines Konfirmandenunterrichts war ein lieber Mensch. Er hat wohl auch zur Berufswahl motiviert. Danach dann in der Jugendarbeit: u. a. Blaukreuz-Jugendkreis, durchaus missionarisch.

Ich habe gerne studiert und Theologie als Wissenschaft schätzen gelernt. Mir ist nicht bewusst, dass ich zu irgendjemandes Schule gehöre. Es waren mehrere, die ich gerne gehört habe.

Der Kontakt mit Menschen aus Migrantengemeinden hat mich aufgemischt. Ich frage mich seither: Wie kann ich das Evangelium weitergeben, dass es die Herzen berührt? Und ich kam dadurch den Charismatikern nahe: Warum nicht die Gaben erbitten und anwenden: Hände auflegen, zum Segen oder um böse Mächte im Namen Jesu vertreiben. Aber müssen es diese Lobpreislieder sein?

Ich war mal nahe bei urbaner Spiritualität und bin jetzt in der ländlichen Frömmigkeit.

Ich kenne etwa 15 Menschen aus dem Iran, die jetzt in Österreich leben; einige von ihnen habe ich getauft. Ihre Geschichten, warum sie den Iran verlassen haben, und ihre Art zu glauben machen mich demütig.


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