Der Bann der Zahlen

Wann ist ein Gottesdienst gut besucht? Bei 2, 20 oder 200 Leuten?

Wann ist eine Gemeinde reich? Wenn sie 10, 1.000 oder 100.000 € besitzt?

Zahlen nivellieren: Drei geistreiche Menschen beleben eine Gruppe; dreihundert Zuschauer erwarten bloß und tun nichts. Und beim Geld ja ähnlich: ein Abendessen für fünf ist vielleicht besser angelegt als Lollys für Zehntausende. Der Hintergrund ist eben nicht deutlich. Der Zusammenhang fehlt.

Eine biblische Erinnerung: Gott schickt dem König David die Volkszählung als Versuchung.
Zahlen sind trügerisch. Sie täuschen eine Kraft vor – die vielleicht gar nicht abrufbar ist.

Und was passiert? Wegen pessimistischer Prognosen wurde in den letzten Jahren Angebote reduziert, Kirchen geschlossen, Pfarrstellen gestrichen. (Nebenbei: in die Verwaltung wurde weiterhin großzügig investiert.) Und nun sind in den letzten Jahren die Einnahmen wahrhaftig gestiegen.

Alles aufgrund von Zahlen. Gott wusste, warum er die Volkszählung nicht wollte. Zahlen täuschen – und rauben den Geist.

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6 Antworten to “Der Bann der Zahlen”

  1. schnuppismama Says:

    „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“
    Ein Gottesdienst ist also sehr schnell gut besucht!

  2. OneBBO Says:

    Man könnte das ja prozentual auf die Kirchenmitglieder umrechnen. Sind 0,5% da – ist es gut besucht, sind nur 0,0005 % erschienen eben nicht 🙂

    • theomix Says:

      Auch das prozentuale Umrechnen ergibt gewisse Schwierigkeiten. (3.000 Mitglieder für eine Pfarrstelle ergäben dann 15. 0,0005 Prozent sind dann 0,0015, also niemand.) Für die Rheinische Landeskirche mit 2,65 Millionen Mitgliedern sind 0,5% 13.250 – das wäre auf einem Haufen ganz stattlich. 0,0005% = 13 (abgerundet) sehr wenig. Auch hier fehlt mir das Maß.

      • OneBBO Says:

        Die Zahl war beliebig aus der Luft gegriffen, aber es relativ zu sehen, finde ich sinnvoll. Schreibe ein Jahr lang immer auf, wie viele Leute in den Gottesdienst kommen. Dividiere die Summe durch 52 und dann weißt du, was normal ist. Alles drüber ist gut besucht, alles drunter schlecht 🙂

        • theomix Says:

          Pragmatisch. Hat was. 🙂 wird übrigens in vielen Gemeinden gemacht. Hilft aber nicht gegen de verbreitete „Wir-werden-immer-weniger“-Depression. Und deshab kam ich irgendwann auf diesem Beitrag. Und wegen des Jammerns auf hohem Niveau beim Geld.

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