Wo der Hund begraben liegt…

Christian Morgenstern
Das Grab des Hunds

Gestern war ich in dem Tal,
wo der Hund begraben liegt.
Trat erst durch ein Felsportal
und dann, wo nach links es biegt.

Vorwärts drang ich ungestört
noch um ein Erkleckliches –
Ist auch niemand da, der hört?
Denn nun tat ich Schreckliches:

Hob den Stein, auf welchem steht,
welchem steht: Hier liegt der Hund –
hob den Stein auf, hob ihn – und –
sah – oh, die ihr da seid, geht!

Sah – sah die Idee des Hunds,
sah den Hund, den Hund an sich.
Reichen wir die Hände uns;
dies ist wirklich fürchterlich.

Wie sie aussah, die Idee?
Bitte, bändigt euren Mund.
Denn ich kann nicht sagen meh,
als dass sie aussah wie ein – Hund.

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4 Antworten to “Wo der Hund begraben liegt…”

  1. minibares Says:

    Neugier kann ab und zu zum Schlechten führen.

  2. Tausend Says:

    Schulaufsatz No 1
    Interpretation zu „Wo der Hund begraben liegt“

    Man kann in dem Gedicht deutlich sehen, dass die Idee des Hunds dem begrabenen Hund sehr ähnlich ist, da Christian sie für einen Hund an sich hält. Man kann ihm ruhig glauben, weil er über Tiere viel weiß, zum Beispiel über den Wenwolf und das Nasobem, das wir auch schon im Unterricht besprochen haben.
    Warum er es so furchtbar findet, weiß ich aber auch nicht. Wahrscheinlich, weil seine Mutter ihm beigebracht hat, dass man Gräber eigentlich nicht öffnen darf.

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