Ein ernster Gedanke zum vorigen Beitrag

Manche versuchen Windmaschinen zu werden. Doch was immer wir tun, wir geben dem Wind keine Richtung, sondern nur uns, und so können wir gegen den Wind laufen. Oder in seiner Richtung segeln.

Das Internet beteiligt mich mit vielen anderen, Meinungen kundzutun. Da möchte ich das Netz nicht missen, es lässt sich bestens demokratisch nutzen. Die sozialen Netzwerke gaukeln gerne vor, man hätte viel Einfluss. Er ist gering. Und es ist nicht vorherzusehen, welche Äußerungen etwas bewirken und was sie bewirken, auch nicht.

Advertisements

Schlagwörter: , , ,

23 Antworten to “Ein ernster Gedanke zum vorigen Beitrag”

  1. freiedenkerin Says:

    Stimmt nicht. Wie viel Einfluß das Internet hat, kann man unzweifelhaft an der Geschichte des sogenannten Arabischen Frühlings sehen. Die Bewegung war leider nicht von Dauer, wurde aber großenteils über FB iniziiert. Und ich werde auch weiterhin meine Meinung offen und ungeschminkt über das Internet kund tun. Solche Bemerkungen wie man habe kaum Einfluß und man solle auf seine Äußerungen achten muten mich stets immer ein wenig wie die altbackenen Einschüchterungsversuche von sehr konservativen Eltern an, dem Kindlein den Mund mit Seife auszuwaschen, sollte es etwas verlauten lassen, was nicht genehm ist. Zudem ist die Mär vom nur sehr geringen Einfluß des Internets immer eine sehr feine Ausrede, keine Stellung zu beziehen.

    • theomix Says:

      Danke für diesen Kommentar!
      Ich habe daraufhin den Schluss geändert. Ich habe nicht patriarchal gewarnt, man solle auf seine Äußerungen achten, sondern von den Folgen der Äußerungen gesprochen. Im Sinne der Wirkung. So steht es jetzt da.
      Ausführliches zum anderen kommt noch.

    • theomix Says:

      Der arabische Frühling gründet sicher auf den Möglichkeiten der Netzwerke.Das muss schon gut organisiert sein. Und es ist in einer Diktatur ein wichtiges Mittel.
      Vernetzung ist für mich etwas anderes als s ich ´zur Zeit merke. ich habe meine Positionen oft genug hier geäußert und tue das auch auf FB. Es ist mir dort oft zu schnell, zu laut und undifferenziert. Heiße Nadel hilft nicht. Und ich erwarte von mir selbst mehr als Demo-Parolen zu produzieren.
      Manchmal ist mir das einfach zu viel Pathos.Dann sage ich lieber nichts, denn nachvollziehen kann ich das schon…

  2. nandalya Says:

    Sollen die Menschen schweigen? Genau das tun die meisten doch.

  3. minibares Says:

    Lieber Jörg, es ist wie bei einer Predigt.
    Alle sitzen da und hören zu (alle)???
    ich weiß, dass die Gedanken wandern, gern wandern.
    Im Internet sage ich wohl meine Meinung, aber keine politische.

  4. Tausend Says:

    Ich habe (im Moment) den Eindruck, dass viele öffentliche Bekundungen von Sympathien auf einem Bedürfnis beruhen, sich sichtbar der „richtigen Sache“ zu verschreiben und dies nicht im Alleingang. Ich will nicht behaupten, alle, die von Solidarisierung sprechen, das nur tun, um sich selbst ins gewünschte Licht zu rücken, aber mir scheint doch, hinter all den großen Worten stehen oft Halbherzigkeiten.
    Andererseits sind diese Kaffeekränzchen vielleicht auch manchmal ein Ausdruck von Anspannung in Anbetracht der Ohnmacht, weil man einfach nicht weiß, was man Terror entgegensetzen kann oder sollte.

  5. Tausend Says:

    Ich glaube nicht, dass man bejaht, was ist, wenn man nichts sagt. Manchmal gibt es nichts zu sagen oder man weiß es nicht. Schweigen kann sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

    • Tausend Says:

      Dem scheinst Du zuzustimmen. ;-p

    • theomix Says:

      Schweigen ist manchmal beredt.

      • freiedenkerin Says:

        Ja, schweigt nur schön. Das Schweigen hat – wenn man es auf die Politik bezieht – schon sehr, sehr viel Unheil angerichtet, siehe 1933 und die furchtbaren zwölf Jahre danach. Wenn es damals keine Schweiger gegeben hätte, wäre uns womöglich viel erspart geblieben, unter anderem 6 Mill. ermorderter Juden… Woher nimmst du dir eigentlich das Recht, Tausend, zu behaupten, hinter den Worten jener, die offen den Mund aufmachen bzw. schreiben, würden Halbherzigkeiten stecken bzw. die Absicht, sich ins rechte Licht zu rücken?… Jetzt schreib‘ ich’s doch, lieber Jörg, obwohl ich dich heute morgen darum gebeten hatte, den ursprünglichen Kommentar von mir zu löschen, aber mir schwillt grad so richtig der Kamm: Das ist in meinen Augen mal wieder so richtig typisch deutsch, diejenigen, die Chuzpe und politisches sowie soziales Verantwortungsgefühl genug haben, um laut zu werden, schlecht zu machen.

        • theomix Says:

          Entscheidend für Hitlers Machtergreifung war das, was hinter den Stirnen vorging (oder auch nicht) Geredet wurde damals genug. Sogar geschrieben, Parolen hier, Parolen dort. Wer nur geredet hat, wurde nicht gehört. Die Stimme der Vernunft war nicht gefragt. Auch heute ist sie, meine ich, eher leise als laut.
          Manchmal wirkt ein Wort nach einer Schweigepause mächtiger als spontan ausgesprochen.

          Es braucht Demonstrationen, Aktionen, Parolen.
          ich persönlich habe für mich die Frage, wie stark ich selbst Blog und soziale Netzwerke dazu nutzen. Ich mag kein Krakeelen, kein Skandalisieren, kein falsches Pathos.
          „Sollte mir nach streiten sein, misch ich mich schon ein“, singt Hannes Wader in seinem Lied „Du träumst von alten Zeiten“. So halte ich es auch.
          Und Weiterfragen finde ich mittlerweile ganz wichtig. Weil es eigenes Denken freisetzt. Das ist durch nichts zu ersetzen.
          Was stimmt, die persönliche Verantwortung nimmt mir niemand ab. Es ist und bleibt dann meine persönliche Verantwortung.

        • Tausend Says:

          Ich habe gesagt, „ich habe den Eindruck“. Mit keinem Wort habe ich jemanden verurteilt. Wenn Du nicht differenzieren kannst, streite ich nicht mit Dir. Wenn Du ein echtes Gespräch willst, schreib mir.

  6. freiedenkerin Says:

    Es waren aber auch die Schweigenden, die nicht gegen Hitler Stellung beziehen wollten bzw. sich nicht trauten, dieses zu tun, die indirekt für Hitlers Machtergreifung verantwortlich waren, nicht nur die Parolen. Und heute sind sie es auch wieder, die Hinter-den-Gardinen-Steher und Schweigenden, und die Den-Kopf-in-den-Sand-Stecker („wenn ich mich weigere, böse Entwicklungen in unserem Land zu sehen, dann sind die bestimmt auch nicht mehr da“), die zwar beobachten, aber nichts sagen, nicht eingreifen, weil „man“ das ja nicht tut, sich im WWW über Politik auszutauschen und zu zeigen, wo man steht, und dass man z. B. mit der „Verteidigung christlicher abendländischer Werte“ durch braun gefärbte Zeitgenossen/innen und diesen widersinnigen, höchst dummen Kriegseinsatz befürwortende Volks(ver)treter so gar nichts am Hut hat. Eben weil es so viele von diesen Menschen gibt, haben wir mittlerweile etliche hundert Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und die tätlichen und verbalen Gewaltakte gegen Asylsuchende nehmen ebenfalls in einem erschreckenden Maße zu. Und wenn es dumm läuft – und das wird es wohl, so fürchte ich, und ich stehe mit dieser düsteren Prophezeiung keinesfalls alleine – dann kann das sogenannte Fest der Liebe und des Friedens für einige Mitmenschen eine furchtbare Bescherung mit sich bringen – nämlich den Sarg eines Angehörigen, der sich als Kanonenfutter nach Syrien hat schicken lassen…
    Ich möchte mich ja gar nicht mit dir streiten, Tausend, und es tut mir leid, dass ich dich ungerechterweise angegriffen habe. Ich bin ein alter Feuerkopf, und wenn es in mir glimmt, brodelt und schwelt, dann benehmen mir die Funken und der Rauch schon auch mal die objektive Sicht. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. 😉

    • theomix Says:

      Es fehlte an Zivilcourage. Die braucht es auch heute. Das kostet, finde ich, mehr als Meinung kundtun.
      Ich sage auch nirgends, dass Schweigen das Beste sei.

    • Tausend Says:

      Schon vergessen. Ist mir auch schon passiert, obwohl mein Feuer selten hoch flammt. 🙂 Ich denke mal, wir haben unterschiedliche Erfahrungen und Prägungen. Aber Ausgangspunkt dieser Diskussion war ja der Kaffeekränzchen-Beitrag von Donnerstag. Das Gute wollen und tun finde ich wichtiger als das Bekunden von Standpunkten. Das heißt nicht, dass ich es verkehrt finde, seine Meinung zu sagen, demonstrieren zu gehen und sich für das einzusetzen, was man für richtig hält. Aber es besteht auch kein Zwang, das zu tun.

Eine Meinung dazu? Hier ist Platz.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: