Was es braucht

Was es braucht im Pfarrberuf: Reflexion und Seelsorge. Und was heutzutage gefordert ist, sind alle möglichen Aufgaben. Fragen der Verwaltung zum Beispiel. Das kostet Zeit. Die fehlt dann woanders.

Seelsorge ist zeitintensiv und ein sensibler Bereich. Müde und mit dem Kopf voller unfertiger Gedanken lässt sich schlecht ein gutes Gespräch führen. Also lässt man es für den Tag. Oder so ähnlich.
Reflexion, Nachdenken, braucht es auch. Damit eine Andacht oder eine Predigt gute Worte bekommt. Oder damit man überlegt, was wichtig sein könnte. Auch als betendes Nachdenken ist es gut, vielleicht sogar noch besser.

Irgendwie, meine ich, sollten Pfarrerinnen und Pfarrer dafür da sein. Doch „man“ lässt sie nicht. Besser gesagt und ehrlicher:  Man selbst lässt sich nicht. Nirgendwo habe ich gelernt, innere Mauern gegen manche (eigentlich unsinnigen) Aufgaben aufzubauen, die sich da in den Vordergrund schieben, und ihnen nur eine kleine Tür zu geben und begrenzt, zeitweise, Zutritt zu gewähren. Vielleicht kann ich es noch lernen.

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18 Antworten to “Was es braucht”

  1. Frau Tonari Says:

    Ich denke, es ist wie in allen Berufen. Die Arbeitsverdichtung und Bürokratisierung unter dem Deckmäntelchen vermeintlicher Rechtssicherheit fordern ihren Tribut. Muße, Kreativität, Mitmenschlichkeit bleiben dann leider oft auf der Strecke. Unter Druck, eigentlich noch 1000 andere Dinge erledigen zu müssen, hätte ich den Kopf auch nicht frei für schöngeistige Dinge.

    • theomix Says:

      Das Deckmäntelchen ist eher „Kosten sparen“. Der Effekt ist der gleiche.
      Den Kopf freihaben, für elementare Dinge – schon daran hapert es manchmal.

  2. Sabine Waldmann-Brun Says:

    Manchmal hilft es immens, ein bisschen zu reduzieren, z.B. auf 70% herunter zu fahren. Oder auf 50% und die Stelle mit jemand zu teilen, dem es auch so geht…(aus eigener Erfahrung gesprochen).

  3. Tausend Says:

    Hey, geh in den Einzelhandel, da wird Dir fairerweise die Fähigkeit, über all die Missverhältnisse des Berufs nachzudenken, gleich mit rausgeprügelt.

  4. minibares Says:

    Bürokratie ist ja leider auch in den pflegenden Berufen der Hemmschuh.
    Ich weiß, dass Seelsorge viel Zeit braucht. Aber wie soll das gehen?

  5. kaetheknobloch Says:

    Gerade Ihnen mit Ihrem freundlichen und guttuendem Gemüth wünschte ich alle Zeit der Welt, um Ihren Segen zu teilen. Und die eigene Quelle dafür zu pflegen, versteht sich.
    Ich hoffe, das Kostenkorsett schnürt sich nicht zu eng, um Ihnen die nötige Luft zu nehmen. Ich hinterlege einen virtuellen Efeutrieb, der soll sich statt der Mauer hochschlängeln und den Aufgabenberg immergrün verhübschen. Wenigstens das.
    Hederaherzlichst, Ihre Frau Knobloch.

    • theomix Says:

      Danke für die herzfreundlichen Worte und Gedanken. Es geht mir nicht um mein eigenes Befinden, sondern um die Lage insgesamt.

  6. schnuppismama Says:

    Kann sich Pastor denn gegen diese Aufgaben überhaupt wehren? Leider bekommt man es so langsam schon als Gemeindemitglied zu spüren, dass „da“ immer mehr Zeit „fehlt“ :-/

  7. Wolfram Says:

    Ich beobachte die Situation der deutschen Landeskirchen ja nun schon seit einigen Jahren von außen. Und mit viel Sympathie für die Kollegen, die sich mit immer mehr Kirchenmitgliedern pro Pfarrstelle, mit immer mehr Verwaltungskram bei immer weniger Gemeindesekretariatsstellen herumschlagen müssen…
    Wenn alle Gehälter in den Landeskirchenämtern auf äquivalent A14 zurückgestutzt würden, wäre viel Geld für geistliche Arbeit da…

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